Bewerbung & Interview

Gerüchteküche – Personaler stehen auf Doppelabschlüsse

Das Image vom bösen Personaler hält sich hartnäckig. Wohl auch, weil die Medien immer wieder haarsträubende Geschichten über eben jene Spezies verbreiten. Wir vom Bewerberblog unternehmen ja immer mal wieder den Versuch damit aufzuräumen. Jetzt ist wieder mal die Zeit ran und ich werde in loser Folge mal ein paar (un-)typische Personalweisheiten unter die Lupe nehmen.

Los geht es mit dem Gerücht, Personaler fänden akademische Doppelabschlüsse (einen an einer deutschen und einen an einer ausländischen Hochschule) gut.

Bei Spiegel.de habe ich genau solch einen Artikel gelesen und konnte nur staunen. Dort stand

„…von ein paar Auslandsemestern und Zwischenstops lassen sich Personaler kaum noch überzeugen. Von einem doppelten Abschluss an zwei Unis aber schon.“ und

„Die Double-Degrees werden von den Personalern als etwas Besonderes angesehen“.

Aha. Gut zu wissen. Es stimmt schon, dass Auslandssemester und Praktika grundsätzlich positiv bewertet werden. Und es ist natürlich super, wenn man mehr vorzuweisen hat, als das bloße Studium. Aber gerade bei solchen Doppelstudiengängen ist es doch so, dass vieles vorab schon organisiert ist: Es ist Pflicht, dass man ins Ausland geht. Es ist vorgeschrieben, welche Studienfächer man belegen muss. Meist gibt es noch einen Haufen Unterstützung bei der Wohnungssuche im Ausland. Boshaft gesprochen – man muss sich also nur treiben lassen.

Ich meine, es ist weitaus schwieriger ein Auslandssemester zu absolvieren, wenn das im Studium noch nicht vorgesehen ist. Man muss sich selbst informieren, alles Mögliche organisieren und sich vor allem allein zurechtfinden. Das fordert von einem doch viel mehr. Am Ende hat man vielleicht keinen doppelten Abschluss aber dafür ist man um einiges reifer geworden. Und ob mans glaubt oder nicht – auch Personaler wissen das schon.

Über den Autor

Gastautor

Um unsere Inhalte etwas abwechslungsreicher zu gestalten, lassen wir gern auch andere Autoren zu Wort kommen. Interesse? Einfach Mail mit Themenvorschlag an: presse@towerconsult.de.

2 Kommentare

  • Frage? Wieviele Personaler besitzen denn überhaupt einen Studienabschluss, bzw. ein Auslandsaufenthalt. Ich denke mal die wenigsten.Aber es wird angemaßt, sich Urteile und Kenntnisse in Ferndiagnosen zu verschaffen.

  • Na ja, ganz grundsätzlich müssen Personaler auch nicht programmieren können, um in der Lage zu sein, einen guten Softwareentwickler einstellen zu können. In der Regel wird das Fachliche ja auch von der Fachabteilung abgeklopft. Aber ich gebe die Frage gern zurück: Was zeichnet für dich denn einen guten Personaler aus?

Hinterlassen Sie einen Kommentar