Bewerbung & Interview

Hypermoderne fetzige Hightech-Stellenanzeigen

Das neue Jahr steht in den Startlöchern, das neue Jahrtausend ist auch gar nicht mehr sooo neu und immer wieder hört oder sieht man neue Meldungen über revolutionäre Wege im Personalmarketing. – Mobile Applikationen und Augmented Reality von Imagefilmen und diversen Karrieretipp-Tools ganz zu schweigen.

Die großen Unternehmen und global Player überschlagen sich zurzeit mit neuen Ideen und nutzen die modernen Technologien wo es nur geht im harten „War for Talents“.

Das ist ja auch alles schön und gut. Pusht das Image, bauchpinselt die potentiellen Bewerber und bringt Aufmerksamkeit in den Medien. Schaden kann es also nicht, vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld für solche Spielereien…

Aber was tun, wenn man nicht zu den ganz Großen gehört und kein Millionenbudget für Personalmarketingzwecke zur Verfügung hat? Sollen wir den Kopf in den Sand stecken? Sollen wir unsere Sachen packen, alles hinschmeißen und uns einen neuen Beruf suchen? Nein, natürlich nicht!

Kommt es denn wirklich so sehr darauf an, wessen Anzeige am hellsten leuchtet, am auffälligsten blinkt oder das coolste Video im Hintergrund abspielt?

Ehrlich gesagt glaube ich das BMW auch vor der Schaltung ihrer innovativen Anzeige in der FAZ nicht wirklich an Bewerberarmut gelitten haben. Eigentlich bleibt alles beim Alten. Die Großen bleiben groß oder werden noch größer und beeindrucken die Umwelt mit ihrer Innovationskraft und die anderen (so wie wir) gehen weiter ihren Aufgaben nach und machen das, was im Rahmen eines kleinen Unternehmens eben möglich ist.

Vergleiche nützen da wenig. Jeder spielt in seiner Liga und kämpft an seiner eigenen Front. Dass wir mit BMW nicht um die Fachkräfte konkurrieren können ist genauso wenig überraschend, wie die Tatsache, dass Bill Gates mehr in seinem Portemonnaie mit sich rumträgt als ich. Wenn sich jemand das Ziel gesetzt hat bei Porsche oder Apple Karriere zu machen, würde ihn eine Anstellung in Jena wohl kaum interessieren, egal wie super fetzig unsere Stellenanzeige auch sei.

Daher schauen wir einfach neugierig und gespannt auf die neuesten Aktivitäten unserer Kollegen in den großen Konzernen und freuen uns über die vielen interessanten Neuerungen und Entdeckungen.

Und trotzdem würde es mich brennend interessieren….Beeinflussen solche Anzeigen Eure Bewerbungsentscheidung?

 

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2 Kommentare

  • In meinem letzten Bewerbungsgang habe ich mich explizit für klassisch-professionelle/ seriöse Anzeigen entschieden und mich auch entsprechend (erfolgreich) beworben.

    Viel Bling-Bling oder hollywoodreife Animationen und Effekte müssen nicht sein, wenn man einen guten, zukunftsträchtigen Job haben will. Mich persönlich würde das tatsächlich sogar eher abschrecken.

  • Am besten ist immernoch eine gut gemachte Stellenanzeige mit vielen Informationen. Karrieretipp-Tools können vielleicht gut für Leute sein, die gerade mit der Schule abschließen. Was ich noch gerne viel öfter hätte, wäre ein kurzes Video über die Firma, damit man schon vorher mal sieht, wie es da aussieht, die Ausstattung ist etc. Ein Image-Film wie ich ihn mir vorstelle wäre da an manchen Stellen schon wieder zu viel Werbung.
    Coole Videos oder gar AR empfinde ich als eher ungünstig, da teilweise zu kompliziert (App runterladen, starten, etc.) und es mehr Zeit in Anspruch nimmt, wichtige Informationen zu extrahieren.

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