Bewerbung & Interview

Gerüchteküche – Personaler kann jeder

Das ist zwar jetzt nicht direkt ein Gerücht, aber zumindest eine weitverbreitete Meinung. Wer Personaler sein will, muss nicht viel können. Meistens machen die eh nur überflüssiges Zeug und halten andere von der Arbeit ab. Und sowieso sind Personaler oberflächlich und neugierig.

Wie in jedem Job gibt es gute und schlechte Personaler. Auf schlechte trifft diese Beschreibung vielleicht zu, aber grundsätzlich gehört eben mehr zu diesem Job, als Bewerbungen lesen und Formulare ausfüllen. Wer als Personaler gute Arbeit leisten will, sollte vor allem die Fähigkeit besitzen, sich auf andere Menschen einstellen zu können. Empathie nennt man das. Denn man muss nicht nur mit den unterschiedlichsten Bewerbern umgehen können, sondern auch mit externen Kunden oder Abteilungsleitern.

Natürlich gibt es auch in unserem Job einen Haufen Papierkram. Und da wir in der Regel mit besonders sensiblen Daten – nämlich denen von Bewerbern – umgehen, gehört eine Menge Organisationskram und Struktur zu unserem Arbeitsalltag.

In Interviews wird von uns verlangt, dass wir aus dem Bewerber herauskitzeln, wie sozial kompetent er ist. Dass man das nicht mit plumpen Frage aus ewig gestrigen Ratgeberbüchern à la „Was sind denn Ihre Stärken und Schwächen?“ schafft, sollte klar sein. Durchdachte Fragen mit Sinn und Verstand, die sich an der Gesprächssituation orientieren, sollten selbstverständlich sein.

Personaler in größeren Unternehmen haben zudem meist noch die Aufgabe der beruflichen Weiterentwicklung von Mitarbeitern. Das geschieht meist in Absprache mit dem direkten Vorgesetzten und dem Mitarbeiter selbst, aber auch hier muss dem Personaler klar sein, welcher Workshop und welche Weiterbildung für den Mitarbeiter wirklich sinnvoll sind.

Und sind wir mal ehrlich: Wer von den Nicht-Personaler hätte denn schon Bock seinen Job aufzugeben und dafür unseren zu machen? Und genau das müsste aber – zumindest teilweise – passieren, wenn es keine Personaler gäbe. Insofern sind wir doch alle glücklich, dass es Leute wie uns gibt. 😉

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2 Kommentare

  • Vielen Dank für den Beitrag.
    Weit verbreitet ist die Meinung, dass Personaler nur für den Urlaubsantrag oder den Bereich Recruitment zuständig sind.
    Mir gefällt der Bericht, da auch auf andere Tätigkeiten eingegangen wird, wie die Weiterbildung.
    Ein wichtiger, und sehr strategischer Punkt wird allerdings ausser Acht gelassen, z.B. die Personalentlohnung:Gerade in der heutigen Zeit haben traditionalle Lohnmodelle ausgedient, bei denen der Mitarbeiten jeden Monatsende das gleiche Verdient, und seine Entlohnung nach Jahren der Betriebszugehörigkeit steigt. Vielmehr kommt es heute auf eeffiziente Compensation-Tools an, die in Zusammenarbeit mit einer strategischen Evaluierung die Vergütung festlegen.
    Auch der Bereich Mitarbeiterfreisetzung, Einführung von Kurzarbeit etc fällt in den Bereich Personalarbeit – und an dieser Stelle wird klar, dass die von Daniela zitierte „Empathie“ zwar bei einigen Aufgaben nützlich ist, bei anderen Aufgaben allerdings vollkommen fehl am Platz.
    Eines bleibt klar: Personal ist nicht gleich Personal, auch hier gibt es wie in vielen anderen Bereichen administrativen udn strategische Aufgaben.

  • Verena, da hast du natürlich vollkommen Recht – der Personalerjob ist deutlich vielfältiger als nur Recruiting und Weiterbildung. Und auch solche eher unangenehmen Bereiche wie Outplacement und Kündigung gehören zu den Aufgaben eines Personalers. Ich denke allerdings, dass Empathie auch hier nicht verkehrt ist. Sich in den Mitarbeiter hineinversetzen zu können, bedeutet ja nicht, dass man beste Freunde ist, sondern nur, dass man die Fähigkeit besitzt, die schlechte Neuigkeit halbwegs schonend rüberzubringen.

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