(Neue) Arbeitswelt

Büroarbeit im Freien – ist doch gut, oder?

Olga hat neulich erzählt, wie gut sie es fände, wenn man bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen den Arbeitsplatz einfach nach draußen verlagern würde… Wenn man also die Freiheit hätte, entscheiden zu können, wo man gerade am liebsten arbeiten würde. Mobile Working nennt man das neuerdings.

An sich eine tolle Sache, denn dort, wo man sich wohlfühlt, arbeitet man doch sicher auch total effizient und ist ganz doll motiviert, stimmt’s!?

Ich bin jetzt mal Spielverderber und sage: Nein, stimmt nicht! Denn nur weil einem die Sonne in der Nase kitzelt, arbeitet man doch nicht besser. Da gibt es 1000 andere Dinge zu tun, die viel mehr Spaß machen: Leute beobachten, mal kurz wegdösen, einen Kaffee schlürfen. Außerdem kann man das Laptop-Display bei so hellem Licht eh nicht so gut erkennen.

Ganz abseits von dem Problem, seine eigene Motivation und Zeiteinteilung in den Griff zu bekommen, gibt es aber auch Dinge, die eine Präsenz am Arbeitsplatz eben unabdingbar machen. Dazu gehört vor allem die Möglichkeit, sich mit den Kollegen über möglichst kurze Wege – zum Beispiel auch mal kurz über den Schreibtisch hinweg – abstimmen können. Es gibt zwar Skype und Co., aber die können den direkten Austausch nur in Teilen ersetzen.

Und das Betriebsklima erst: Was ist, wenn jeder woanders arbeitet? Man sieht sich nicht, kann keinen Kuchen gemeinsam essen und die Identifikation mit der Firma geht auch allmählich flöten.

So ein bisschen „Fesselung“ an den Schreibtisch schadet nicht. Und wer Frühling und Sommer genießen möchte, kann erstens draußen Mittag essen, zweitens draußen ein Käffchen trinken oder drittens früher auf Arbeit kommen, dann hat man eher Feierabend.

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