Bewerbung & Interview

Der Security Check – Bewerben in England

Wie Ihr sicher gelesen habt, war ich vergangene Woche für ein paar Tage in Großbritannien. Das war auch nicht das erste Mal. Während ich auf Malta ein Jahr studiert habe, habe ich eine ganze Menge toller Menschen kennen gelernt. Und die sind nach unserem gemeinsamen Jahr nun auf der ganzen Welt verteilt. Das macht sich für mich besonders gut, weil ich so relativ günstig überall mal hinfliegen kann, um sie zu besuchen. Und das habe ich bisher echt ausgenutzt. So war ich schon circa 10 Mal in England, mal bei meiner Freundin in Sheffield, mal mit ihr und anderen in London. Auch Edinburgh stand schon auf dem Plan. In meinen Semesterferien 2007 stand ein längerer Besuch an, in dem ich in Liverpool (dort hat sie damals studiert) versucht habe, für ein paar Wochen ein Praktikum zu machen. Und damit bin ich nun endlich beim Thema.

Mein Ziel war es damals in einem der Museen (und davon gibt es eine ganze Menge) ein Praktikum zu machen. Die Verantwortlichen sagten mir am Telefon auch, dass ein kurzfristiger Start immer möglich ist. Natürlich habe ich mich vorher per Telefon und Mail bei verschiedenen Einrichtungen erkundigt, wurde dann an eine zentrale Stellenverwaltung verwiesen, mit denen ich abermals einigen Kontakt hatte. Man sagte mir dort auch, dass ich, sobald ich in Liverpool angekommen bin, mich dort melden und die Formalien klären soll. Gesagt, getan. Ich bin also zu dieser Stelle, was ein winziges Büro in einem riesigen Gebäude war und habe mich „gemeldet“. Und dann ging das Prozedere los. Denn in England braucht man, will man eine Stelle antreten, die Freigabe durch eine Sicherheitsstelle. Und das dauert im Normalfall 4-6 Wochen und wird alle 10 Jahre wiederholt.

Damit schwanden meine Hoffnungen auf ein Praktikum abrupt dahin. An so eine Eventualität hatte ich nicht gedacht, beziehnungsweise hat mir meine Kontaktperson auch nichts davon erzählt. Zumal sie bereits alle meine Daten hatte und die Überprüfung hätte tatsächlich schon abgeschlossen sein können. Aber was bedeutet dieser Security Check nun eigentlich? Es gibt verschiedene Stufen eines solchen Checks. Je nachdem in welchem Bereich man arbeiten möchte, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst darf man selbst natürlich noch nicht straffällig gewesen sein. Im Falle meines Praktikums, wäre die erste Stufe dieses Check notwendig, da man als Praktikant nur sehr wenig bis keine Einblicke in vertrauliche und sicherheitsrelevante Bereiche hat. Möchte man beispielsweise in Bereichen wie der nationalen Sicherheit tätig werden, benötigt man die höchste Sicherheitsfreigabe. Dabei darf dann auch niemand aus der Familie jemals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sein.

Zu den Checks gehören aber nicht nur das Führungszeugnis des eigenen Landes sondern auch eines durch Englische Ämter durchgeführtes, ein Kredit-Check und in beispielsweise medizinischen Bereichen ein Gesundheitsnachweis.

Da man sich in England sehr häufig über Recruitment Agenturen bewirbt, wird man dort über die Notwendigkeit dieses Checks aufgeklärt. Es gibt unterschiedlichste Branchen, in denen dieser Check verlangt wird. So zum Beispiel in den Bereichen IT, im Gesundheitswesen, im Regierungssektor, Verteidigung und mehr. Der Basic Check ist normalerweise Teil des ersten Recruiting Prozesses und wird durch die Agentur veranlasst und ebnet den Weg, um für Interviews eingeladen zu werden.

Was man weiter alles beachten muss, könnt Ihr hier und hier lesen.

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