Ratatouille

Fremdsprache und Suppenkoma

Ihr kennt das doch auch: Gerade hat das Mittagessen noch richtig gut geschmeckt, der „After-Lunch-Coffee“ ist auch schon fast alle – da überkommt es einen: Das gefürchtete Suppenkoma. Diese Schwere auf den Augenlidern und die völlige Leere im Kopf. Am liebsten will man gerade gar nichts tun und wünscht sich nur noch den Frauenruheraum aus längst vergangenen Zeiten zurück. Und dann passiert es: Das Telefon klingelt…

… und jemand völlig Fremdes, der deinen momentanten Gemütszustand so gar nicht nachvollziehen kann, will mit dir reden und zu allem Übel auch noch in einer anderen Sprache, derer man derzeit wirklich kaum mächtig scheint. Da man aus Trägheitsgründen gar nicht widersprechen kann, willigt man ein in Fremdländisch zu kommunizieren, um kurz darauf zu erkennen, dass das keine gute Idee war. Mit dem Verstehen mag es vielleicht noch klappen, aber sobald der Anrufer eine Antwort erwartet, fängt das große Stammeln an. Da scheitert man an den einfachsten Wörtern und fängt an, Dinge zu sagen, die man eigentlich anders gemeint hat.

In solchen Momenten kann man nur hoffen, dass man sich doch irgendwie halbwegs passabel durch das Gespräch wurschtelt und das Gegenüber nicht mitbekommt, in welcher Verfassung man gerade telefoniert. Wie erlösend sind doch dann die Worte „Thank you for your call… Bye!“ und der Kopf mit einem leichten Wummern auf der Tischplatte aufschlägt, um den Hergang des eben Geschehenen nochmals vor seinem inneren Auge Revue passieren zu lassen… mit all seinen Faux pas und Fettnäpfchen versteht sich! Bravo, da ist der Nachmittag doch gerettet und die Kollegen haben was zum Lachen! :-)

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1 Kommentar

  • Sehr anschaulich erzählt, da kann man sich sehr leicht hineinversetzen :-)
    Wenn sich bei mir die eigentlich recht passablen Englischkenntnisse „into thin air“ auflösen, liegt das allerdings meistens weniger an der kürzlich eingenommenen Mahlzeit als daran, dass ich Zuhörer habe! Bin ich allein im Büro, dann hab ich mein lange geübtes Business Englisch parat, so wie es sein sollte. Sind aber gerade Kollegen oder gar der Chef im Zimmer und ich bekomme einen Anruf von einem englischsprachigen Kunden, wird es doppelt peinlich, weil ich mich plötzlich sehr konzentrieren muss, um die Wörter korrekt aneinanderzureihen bzw. überhaupt erst einmal zu finden. So halten wahrscheinlich sowohl die Kunden als auch die Kollegen mein Englisch für unterdurchschnittlich – und das ganz ohne Suppenkoma.

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