Bewerbung & Interview

Na nun trinken Sie doch endlich mal was!

Ein Vorstellungsgespräch ist eine anstrengende Sache. Man ist nervös, hat feuchte Hände und wenns blöd läuft auch noch einen ausgetrockneten Mund. Wäre es da nicht schön, man hätte ein Glas Wasser oder einen guten Kaffee zur Hand?

Wenn ich beim Vorstellungsgespräch dabei bin, biete ich dem Bewerber immer Kaffee mit oder ohne Zucker und/ oder Milch und Wasser in verschiedenen Kohlensäure-Ausführungen an. Doch oft erlebe ich, dass die Bewerber dankend ablehnen. Aber warum nur?

Man sitzt die nächsten 30 bis 120 Minuten in einem Raum und wird als Bewerber vermutlich derjenige sein, der am meisten redet. Da käme doch ein Schluck Wasser gerade recht. Manche Menschen fühlen sich vielleicht auch erst mit einem guten Kaffee wie ein richtiger Mensch und verlieren so etwas von der Anspannung, die sie sonst nur hemmen würde. Es kann aber auch sein, dass man tatsächlich keinen Durst hat oder vergisst zu trinken, dann ist so ein Glas immer noch gut zum Festhalten, wenn man gerade nicht weiß, wohin mit seinen Händen.

Vielleicht denken die Kandidaten auch, dass sie während des Gesprächs eh nicht zum Trinken kommen, da sie ja doch die ganze Zeit reden müssen. Aber das stimmt nicht, denn meistens erzählen die Personaler und Geschäftsführer ja auch noch was über das Unternehmen und die Stelle. Oder der Bewerber hat Angst, das Glas umzuschütten oder fallen zu lassen. Das kann natürlich passieren und ist sicher auch etwas unangenehm, aber letztendlich ja auch nur menschlich. Niemand wird ihm dafür eine Absage erteilen – schlimmstenfalls erntet er ein kleines spitzbübisches Grinsen, was man definitiv humorvoll nehmen kann.

In einem meiner ersten Übungsvorstellungsgespräche in der Schule habe ich mal gelernt, dass man das Getränk, was einem zum Interview angeboten wird, immer annehmen soll, auch wenn man zum Beispiel gar keinen Kaffee trinkt. So würde man Bereitwilligkeit signalisieren und gesprächsoffener wirken. Das kann sein muss aber nicht. Bei meinen Gesprächen ist die Getränkefrage jedenfalls keine Fangfrage. Ich möchte tatsächlich, dass der Bewerber sich in dem Gespräch wohlfühlt und hoffe, dass ich das mit einem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee erreichen kann. Also liebe Bewerber, nur keine falsche Scheu: Nehmt das Angebot an und lasst euch den Kaffee schmecken!

 

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2 Kommentare

  • Wenn man was trinkt, dann ein Glas Wasser. Beim Kaffee ist die Gefahr groß sich zu verbrühen und wenn man nervös ist, hört man den Löffel mit der Tasse „zittern“.

  • @Roman: Du hast recht, Wasser reduziert die Fettnäpfchen-Anzahl. Bei Wasser könnte man im eigenen Interesse stilles Wasser wählen, wegen dem Aufstoßen beim Sprechen.
    Ansonsten: Bewerber, die schon komisch sprechen, weil sie so einen trockenen Mund haben, habe ich schon oft erlebt. Und das tut einem dann direkt mit weh.

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