Bewerbung & Interview

Bewerbungsvideo, Klappe die zehnte…

…und Action, bitte!

Und jetzt? Was könnte nun folgen? Die Frage habe ich mir schon häufiger gestellt, seitdem es – glaubt man zumindest der Fachliteratur – zunehmender Trend wird, sich bei der Bewerbung auch per Video vorzustellen. Ganz unkompliziert ist das Projekt Bewerbervideo in meinen Augen ja nicht. Die Gefahr, sich selbst durch ein nur mittelmäßiges Ergebnis zu schaden, ist recht hoch. Klar, das Ziel sollte sein sich aus der Masse der Bewerber abzuheben. Aber vorzugsweise eben im positiven Sinne.

Ein erstes Plus gibt es, wenn man aus der Sicht des Recruiters nicht zum Zeitdieb wird. Etwa 1,5 Minuten sollten ausreichen, um sich kurz vorzustellen und darzulegen, warum man für die angestrebte Position geeignet ist. Gar zu persönliche Details, wie der Name des Haustiers oder das Lieblingsessen haben hier verständlicherweise nichts verloren. Wie auch bei Bewerbungsfotos, sollte das äußere Erscheinungsbild ansprechend sein und zur Branche passen. Und nicht zuletzt kommt es auch hier auf Professionalität an – nicht nur im Auftreten, sondern auch bei der Produktion. Aus Ehrgeiz gleich die allerersten (eigenen) amateurhaften Drehversuche in einem Bewerbervideo umsetzen zu wollen, davon ist absolut abzuraten.

Wenn ich nach solch einem Video den Wunsch hätte, den Kandidaten zu einem Gespräch einzuladen und noch mehr über ihn zu erfahren, dann würde ich sagen: Alles richtig gemacht!

Doch selbst wenn ein überzeugendes Video im Kasten ist, stehen Bewerber vor einem weiteren Problem: Sind die Unternehmen selbst überhaupt bereit für Bewerbervideos? Diese Frage kann, besonders in Deutschland, nicht pauschal beantwortet werden. Ich denke für kreative Berufe ist dies eine tolle Möglichkeit zu zeigen, was man kann. Aber ganz sicher ist es nicht das „Allheilmittel“ schlechthin. Wer sich bei einer Bewerbung unsicher ist, aber mit dem Gedanken eines Bewerbervideos spielt, der sollte einfach beim genannten Ansprechpartner in der Stellenanzeige nachfragen. Wichtig ist aber, dass solch ein Video die schriftliche Bewerbung nicht ersetzen kann. Es sollte eher als ein zusätzliches Hilfsmittel angesehen werden, sich in ein positives Licht zu rücken.

In den USA sind solche Videos übrigens wesentlich etablierter und gern gesehen. Bei Auslandsbewerbungen solltet ihr euch also vorher unbedingt über die dortigen Standards, Trends und Entwicklungen informieren – nicht, dass der Traumjob wegen fehlender 1,5 Minuten in weite Ferne rückt.

Aber wie sieht es bei euch aus? Habt ihr selbst schon ein Bewerbungsvideo gedreht? Oder vielleicht als Personaler ein solches erhalten?

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