(Neue) Arbeitswelt

Was macht eigentlich ein Community Manager?

Angehörige der Generation Y könnten diese Frage womöglich noch beantworten, aber spätestens wenn es in Richtung der Altersgruppe 50+ geht, sehe ich schon förmlich die Fragezeichen in den mich ohnehin verwirrt anguckenden Augen. In einer Zeit, in der Hausmeister als „Facility Manager“ arbeiten und die Chef-Sektretärin zur „Chief Assistant of the CEO“ wird, könnte sich hinter dem Community Manager doch ein banaler Gemeinderatsvorsitzender verbergen. Oder?

Ganz so einfach ist es nicht. Die Position des Community Managers ist erst vor einigen Jahren im Zuge der Social Media-Bewegung entstanden und ist damit ein komplett neues Berufsbild. Einsatzmöglichkeiten gibt es in fast allen Branchen, sofern das jeweilige Unternehmen über ein eigenes Internet-Kommunikationsportal verfügt. Denn – nun folgt die Auflösung – Community Manager sind insbesondere für die Errichtung und Wartung von Kommunikationsportalen sowie die Betreuung der virtuellen Online-Interessengemeinschaft verantwortlich. Fragt man jedoch nach einer detaillierten Aufgabenbeschreibung, dann wird es schwierig. In Abhängigkeit vom jeweiligen Einzelunternehmen und dessen Organisation können die Tätigkeiten eines Community Managers stark voneinander abweichen. Dies ist zusätzlich durch eine unterschiedliche Ansiedlung innerhalb der Unternehmensstruktur bedingt, so dass Community Manager beispielsweise im Kundensupport aber auch im Marketing zu finden sind.

Generell umfasst die Tätigkeit eines Community Managers operative und strategische Aufgaben. Sie übernehmen Aufbau und Pflege sowie die kontinuierliche Erweiterung des Community-Profils. Um die von ihnen betreute Community möglichst interessant zu machen, schaffen sie entsprechende Anreize durch Newsletter, Online-Gewinnspiele oder beteiligen sich inhaltlich durch Moderation der Beiträge. Zusätzlich konzipieren Community Manager die unternehmenseigene Social-Media-Strategie, setzen diese entsprechend um und führen Wettbewerbsanalysen durch.

Zusammenfassend handelt es sich um ein sehr vielseitiges Berufsbild, welches darüber hinaus mit spannenden Zukunftsperspektiven lockt. Zusätzlich wird der Bedarf an Community Managern in den nächsten Jahren stark wachsen. Klingt vielversprechend, oder?

Einen kleinen Haken gibt es allerdings noch: Bisher existiert keine klassische Berufsausbildung zum Community Manager, lediglich einige wenige Weiterbildungslehrgänge orientieren sich in diese Richtung. Dies führt dazu, dass sich jeder Community Manager die nötigen Wissensgrundlagen derzeit noch selbst aneignen und entsprechend experimentieren muss. Das Zauberwort heißt also wie so oft: „Learning-by-doing“.

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3 Kommentare

  • Der „Community Manager“ stammt noch aus Zeiten der DotCom-Blase, als es große (Chat)Communities wie z.B. RedSeven, Giga, Giniss.net und Konsorten gab, also um einiges älter als die „Social Media Bewegung“.
    Mit dem Sterben der großen Communities und dem Aufkommen der „Social Media Bewegung“ hat sich das Berufsbild des „Community Managers“ allerdings nur in soweit geändert, dass die Kommunikation mit der Community nicht mehr zentral, sondern dezentral stattfindet.

  • Irgendwie fühle ich mich jetzt alt, denn ich konnte vor dem lesen dieses Blogs nicht genau sagen was ein Community Manager ist bzw. macht. Aber vielen Dank für die „Aufklärung“ über dieses Berufsfeld. Wieder was dazu gelernt.

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