Ratatouille

Wenn man sich nur zerteilen könnte…

…dann wäre ich jetzt gern mindestens ein doppeltes Lottchen. Denn dann könnte ich mein krankes Kind betreuen und den Berg an Arbeit abarbeiten. Und ganz nebenbei könnte ich mein wachsendes schlechtes Gewissen beruhigen.

Warum müssen solche Situationen immer gleich geballt auftauchen? Im Sommerloch zum Beispiel – das wäre doch eine gute Gelegenheit für mehr Arbeit. Aber nein – Arbeit korreliert offensichtlich immer positiv mit Kind oder selbst krank…

Normalerweise erzähle ich dann immer die Geschichte vom Organisieren und Schreiben von To-Do-Listen. Das alles hilft aber nix, wenn einem die Zeit dafür fehlt. Klar, einige Aufgaben kann man vielleicht delegieren – ein krankes Kind aber zum Beispiel nicht. Und es ist ja auch nicht so, dass die Kollegen nichts anderes zu tun hätten, als die Arbeit anderer auch noch mit zu erledigen.

Gleichzeitig mit dem Zeitmangel wächst das schlechte Gewissen – die liegengebliebene Arbeit wird nicht rechtzeitig fertig, das kranke Kind bekommt zu wenig Streicheleinheiten. Und da kommt der Moment, wo ich gern volle Kraft an beiden Fronten kämpfen würde.  Das geht nur leider nicht.

Am Ende muss man doch priorisieren, die wichtigsten Aufgaben delegieren und mit dem schlechten Gewissen leben lernen. Dann kann man nur noch hoffen, dass das Kind schnell wieder fit ist und alles wieder in ruhigeren Bahnen läuft.

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2 Kommentare

  • Woher kommt das schlechte Gewissen?

    Wenn mein Kind krank ist und ich deswegen nicht arbeiten kann, dann kümmere ich mich um mein Kind. Punkt! Wenn es dann schläft oder beschäftigt ist, kann ich von zuhause aus arbeiten. Klar sind die Möglichkeiten eingeschränkter als vor Ort, aber dafür sollten die Kollegen und der Arbeitgeber Verständnis haben und das auch so äußern. Wenn eine Arbeit von zuhause aus nicht möglich ist, dann ist das eben so und vielleicht ist die aktuelle Situation dann der richtige Aufhänger, das beim Arbeitgeber anzusprechen.

    Auch die anderen Kollegen haben vermutlich Kinder, die auch mal krank sind. Dann ist es umgekehrt. Ein Geben und Nehmen…

  • MJ, da bin ich völlig bei dir. Auch bei mir hat die Gesundheit des Kindes oberste Priorität. Und bei uns ist es sogar so, dass die Kollegen dafür Verständnis haben, denn ändern kann man an der Situation ja sowieso nichts. Aber das schlechte Gewissen bleibt dennoch…. :-( Woher das kommt, kann ich dir gar nicht so genau sagen. Vielleicht liegt es an der Erwartungshaltung an mich selbst, dass ich alles gebacken kriege und meine Aufgaben zur Zufriedenheit aller gut erledigen kann.

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