(Neue) Arbeitswelt

Bewerbungs“trends“

Es wiederstrebt mir fast, die Möglichkeiten rund um den Bewerbungsweg mit „Trend“ zu betiteln. Bewirbt man sich um einen Job, so ist es doch das angestrebte Ziel, Beständigkeit und Längerfristigkeit des Berufslebens zu erreichen. Auf Grund heutiger Technologien und der Legitimation dieser, eröffnen sich aber auch für die Form einer Bewerbung immer neue Möglichkeiten. Um 4 mehr oder weniger trendige soll es heute auszugsweise gehen.

Online Bewerbung

Eigentlich fast lächerlich diese hier jetzt anzuführen, wo online Bewerbungen mittlerweile Gang und Gebe sind. Einige Unternehmen haben auf ihren Webseiten einen separaten Bewerbungsbereich oder verfügen sogar über online Assessment Center. Auch wenn es keinen speziellen Bereich gibt, so verweisen fast alle auf eine bewerbung@ – Adressen und erbitten Bewerbungen auf diesem Weg zu senden. Gerade deshalb können postalische Unterlagen, so sie nicht ganz untersagt sind, schnell mal höhere Aufmerksamkeit erlangen. Wir z.B. erhalten ebenfalls fast ausschließlich Bewerbungen per Mail. Da war die, durch den Bewerber vor ein paar Wochen selbst abgegebene, schon eine (in diesem Fall positive) Überraschung. Trend hin oder her, die postalische Bewerbung sollte nicht vernachlässigt  werden und ist darüber hinaus gerade in mittelständischen Unternehmen teilweise lieber gesehen.

Stichwort: 2.0

Weniger eine direkte Bewerbungsform, aber nicht weniger wichtig ist die Nutzung von Business-Netzwerken. Immer mehr Personaler halten auch gezielt in Netzwerken wie Xing oder LinkedIn nach geeigneten Personen für eine zu besetzende Stelle Ausschau. Die Plattformen bieten die Möglichkeit, sich über Bewerber und deren Qualifikationen zu informieren. Entsprechend sollte man sich vor einer Anmeldung also überlegen, welche Informationen man preisgibt und welche nicht.
Im Gegensatz zu Business-Netzwerken dienen sozialen Netzwerke, wie etwa Facebook, nicht zur direkten Personalsuche, ihre Bedeutung sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Das viele Unternehmen einen sog. Social Media-Check machen, ist zwar bekannt, verinnerlicht hat dies aber noch nicht jeder. Gerade in der Bewerbungsphase sollte insgesamt auf eine seriöse Online-Präsentation der eigenen Person geachtet werden – Fotos von Totalabstürzen und Webseiten/Blogs mit „speziellen Spezialinteressen“ unterstützen dies nur wenig.

Storytelling

Nein, dieser Trend fordert nicht, ihr sollt Märchen erzählen, um einen Job zu bekommen. Es kommt aber gut an, den Werdegang, die Qualifikationen/Fähigkeiten und euer Passen auf die Stelle im Anschreiben gut zu verpacken – am besten in einer Geschichte. Der Sinn dahinter ist, dass Geschichten besser gespeichert werden können, man so also (hoffentlich) besser im Gedächtnis des Personalers bleibt. Übertreiben sollte man es natürlich nicht, schließlich handelt es sich immer noch um ein formelles Dokument, dessen grobe Richtlinien ihr bspw. hier noch einmal findet. Eine leicht bildhafte Sprache und die Verwendung von Metaphern, können aber bei der Verknüpfung der Fakten schon eine gute Wirkung erzielen.

Bewerbungsvideo

Ich persönlich wäre wohl noch nicht auf die Idee gekommen, ein solches zu verschicken und habe bisher auch nur davon gehört. Aber auch in diesem Fall handelt es sich, laut Umfragen, um einen Trend für die Zukunft. Einen Anbieter für die Produktion habe ich im Internet aber schon gefunden. Das Video selbst sollte jedoch nur eine Ergänzung zu den eigentlichen Unterlagen in Schriftform sein (Neologismen und extreme Aktionen wie die von Barney sind nicht angebracht ;)).

Sicherlich sind dies nur ein paar Beispiele und wer weiß, wie die Bewerbung der Zukunft aussieht. Letztlich ist es immer auch von Job und Branche abhängig, welche Bewerbungsform intensiv genutzt werden sollte. Aus der Berufserfahrung im Personalbereich heraus kann ich sagen, Kreativität kommt nur gut an, wenn sie wohl dosiert ist und auch die innovativste Idee tröstet nicht über Lücken oder Schnitzer in den Unterlagen – es zählt nach wie vor der Inhalt.

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

2 Kommentare

  • Wir freuen uns sehr über vermehrte Online-Bewerbungen, akzeptieren aber nach wir vor auch die klassische Papierbewerbung. Sowohl im Rahmen der Online-Bewerbung, als auch durch eine klassische Bewerbung können seitens der Bewerber deutlich Schwerpunkte herausgearbeitet werden. Kandidaten sollten vor allem versuchen, durch Ihre Persönlichkeit, Ihre Leistungen, Kompetenzen und Erfahrungen zu überzeugen. Wenn das dann noch in ansprechender Weise aufbereitet ist, umso besser.

  • Frei von Risiken und Nebenwirkungen ist ja bekanntlich fast gar nichts, daher gibt es auch bei der Videobewerbung, wie bereits angesprochen, den einen oder anderen Nachteil: Der Personaler kann völlig überrumpelt von dieser Bewerbungsmethode sein, oder er ist zu eingefahren in seinen klassischen Vorstellungen, oder er hat, je nachdem, welches Programm oder Format genutzt wird, nicht die technischen Möglichkeiten, die Videobewerbung anzusehen. In zahlreichen Unternehmen sind fremde Medien (CD/DVD) zudem nicht erlaubt. Daher sollten Sie sich zuvor sorgfältig das Firmenporträt anschauen, um zu entscheiden, ob eine Videobewerbung angebracht ist. Ihr Bewerbungsvideo können Sie der Personalabteilung zum Einen auf CD oder DVD und zum Anderen online auf einem Internet-Portal oder einer Bewerbungswebseite anbieten. Geschickt ist es beide Möglichkeiten zu nutzen. Vermeiden Sie dabei aber für den Personaler möglichst unnötige Hürden, wie z. B. Passwortbarrieren und Registrierungen. Informationen zu gängigen und geeigneten Videoformaten für selbst gedrehte Bewerbungsvideos finden Sie auf den bekannten Videoplattformen oder den Internetpräsenzen der Video-Bewerbungsdienste.

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