Ratatouille

Mein erster Blogartikel

Blog, Blogartikel, Quelle: Benjamin Brückner
Geschrieben von Gastautor

Heute dürfen wir euch mal wieder einen Gastbeitrag auf dem Blog präsentieren. Wer sich bei uns im Unternehmen bewirbt, muss auch immer einen Blogartikel verfassen. Wir alle hier mussten also dadurch. 🙂
Im folgenden Beitrag konnten wir mit unserer Anforderung sogar das Interesse an Blogs und am Schreiben entfachen. Die ersten Erfahrungen der Bewerberin könnt ihr nun lesen…

Es ist Dienstag, der 03.07.2013. Für viele meiner Mitmenschen ein ganz normaler Tag, an dem man zur Arbeit geht, den gerade begonnenen Jahresurlaub genießt, Geburtstag feiert oder anderen alltäglichen Gewohnheiten nachgeht.

Für mich beginnt dieser Dienstag alles andere als normal. Zum einen ist es der erste Tag, an dem ich mich nach über 14 Jahren Workaholic-Dasein zur arbeitslosen Bevölkerung zähle.  Zum anderen steht heute der Termin eines Bewerbungsgespräches im Kalender, welches mich persönlich sehr interessiert und eine gewisse innere Aufregung mit sich bringt.

Zwei Stunden später, nach einem interessanten Gespräch in angenehmer Runde habe ich das Gefühl, diesen Termin gut bewältigt zu haben. Und ich wurde mit der Aufgabe betraut einen Blog zu schreiben. Ich! Einen Blog! Schon auf der Heimfahrt denke ich über ein geeignetes Thema nach. Was interessiert die Leser eines Blogs? Was möchten fremde Menschen von mir wissen?  Wie kann ich sie fünf Minuten für mein Anliegen interessieren?

Zu Hause angekommen, erwarten mich meine urlaubsentspannten Nachbarn mit der erwartungsvollen Frage:  „Wie war´s?“.  Ich schildere kurz das für mich positive Gespräch. Als ich abschließend berichte, nun einen Blog schreiben zu wollen, blicke ich in fünf fragende Gesichter. Und sofort war sie da, die Idee für das Thema meines Blogs!

Denn es gibt sie noch, die Männer und Frauen, Väter und Mütter, Freunde und Bekannte, die nicht das Geringste mit einem „Blog“ anfangen können. Die danach fragen was man tun muss, um „online“ zu sein. Die überfordert sind, weil man auf dem neu erworbenen Handy den Wecker als App downloaden muss. Davor scheuen sie sich, weil sie glauben, dass die Kosten für einen solchen Download  immens hoch seien, obwohl ihr Vertrag eine Internetflatrate beinhaltet. Aber was ist nun schon wieder eine Flatrate? Meine Mutter berichtete mir erst letzte Woche mit fragender Verwunderung, ihre jüngeren Kollegen hätten nach Feierabend gechattet. Doch was bitte macht man beim Chatten?

Tagtäglich fällt man über derartige Begriffe in unserer modernen Umgangssprache, welche als „Anglizismen“ oder „denglische Sprache“ bezeichnet werden. Verblüffend dabei ist, dass man selbst als junger Mensch nicht unbedingt vor Verwirrung gefeit ist.

Auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung und natürlich auch um meine momentane Situation schnellstens zu ändern, sah ich mich in den letzten Wochen auf verschiedenen Jobportalen nach geeigneten Stellen um. Dabei fanden sich unzählige Stellenbeschreibungen, die mit großer Sicherheit von vielen Arbeitsuchenden gar nicht erst gelesen werden, weil sie die „Nichtwissenden“ einfach überfordern. Sie wissen nicht, dass sie sich beispielsweise als Putzfrau perfekt für die Stelle des Roomcheckers eignen. Das mussten sie bisher vielleicht auch nicht wissen, weil sie ja eben der Tätigkeit einer Putzfrau nachgegangen sind.

Man findet vielzählige solcher Stellenbezeichnungen wie z. B. Retail Management Assistant (Kaufmann/-frau im Einzelhandel), Facility Manager (Hausmeister), Key Account Manager (Großkundenbetreuer), Billing Administrator (Sachbearbeiter Rechnungswesen), Call-Center-Agent (Telefonisten), Customer Advisor (Kundenbetreuer), Human Ressource Manager (Personalsachbearbeiter) oder Team Assistant (Sekretärin).

All diese Berufsbezeichnungen, die ach so modern und verantwortungsvoll klingen, schrecken darum manch Arbeitssuchenden eher ab. Wie Herrn Müller, der sich viele Jahre telefonisch perfekt um die Belange der Kunden eines Möbelunternehmens gekümmert hat. Oder Frau Schmidt, die sich aufopferungsvoll und zur vollsten Zufriedenheit der Sauberkeit in einem Hotel widmete.

Die Unsicherheit entsteht eben durch dieses Unwissen. Man meint, für einen Posten als Manager oder Administrator hochgradige Schulabschlüsse und/oder mehrere Jahre Berufserfahrung in der Leitung einer Abteilung oder eines Unternehmen vorweisen zu müssen. Man glaubt sich vor einem Angebot mit hoher Verantwortung und unmöglich erscheinenden Aufgaben.

Bei der Suche nach dem Warum stößt man im Internet auf die verschiedensten Meinungen. Böse Zungen behaupten, Firmen wollen weniger attraktive Jobs durch diese Stellenbezeichnungen aufwerten. Andere vertreten die Meinungen, dass die Anzahl der Bewerber auf diejenigen begrenzt werden soll, die wirklich wissen, was das Aufgabengebiet eines Key Account Managers umfasst. Doch einen Hintergrund muss das Ganze ja haben, so weit verbreitet wie diese Verfahrensweise ist.

Möchten sich die ausschreibenden Unternehmen durch diese Verfahrensweise international interessant machen? Aber warum suchen sie dann nur Arbeitskräfte in der Region? Lässt sich vielleicht eine Stelle in englischer Bezeichnung besser an den Mann oder die Frau bringen? Schließlich sind Manager wichtig! J Über das Warum lässt sich lange philosophieren und man kann viele Für und Wider erkennen. Ich möchte jedoch abschließend  allen Betroffenen und Interessierten meinen persönlichen Rat geben:

Scheut euch nicht vor unserer modernen, dieser „neuen“, mit dem Englischen so viel verknüpften Sprache. Mit ein wenig gezielter Recherche blickt man schnell dahinter, welche Anforderungen an  einzelne Bezeichnungen geknüpft sind und welche Stellenangebote genau für euch eine berufliche Zukunft versprechen. Wenn trotzdem manche Fragen unbeantwortet bleiben, sollte man einen Schritt voran gehen. Es zeugt von ernsthaftem Interesse, wenn man beim Verantwortlichen anruft und nachfragt, was genau vom Stelleninhaber erwartet wird. Besinnt euch auf das was Ihr könnt, was ihr jahrelang praktiziert habt und traut euch auch an hochtrabend verpackte Stellenausschreibungen! Denn wenn wir ehrlich sind, wird auch für einen Human Ressource Manager der Kaffee nur mit Wasser gekocht!

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