Ratatouille

Weihnachten ist erst in fünf Monaten!

Personal Branding, Quelle: bykst/pixabay.com
Geschrieben von Anna M

Es gibt Menschen, die in Ihrer eigenen und besonderen Welt leben. Ich weiß nicht, wie man das genau beschreiben soll, denn selber hatte ich (zum Glück) noch nicht die Gelegenheit, in dieses Universum einzutauchen und meine Wurzeln dort zu schlagen. Aber ich hatte letztens das unglaubliche Vergnügen, einen dieser Außerirdischen kennenzulernen und mich intensiv mit ihm über seine konkreten Berufswünsche zu unterhalten.

Ich gehe immer davon aus, dass wenn man sich auf eine bestimmte Stelle bewirbt, man sich genau die Stellenanzeige durchgelesen hat und weiß, worauf man sich einlässt. Leider ist das nicht immer der Fall und man hat hin und wieder mit besonders ausgefallenen und ungewollt witzigen Kandidaten zu tun, die noch nicht ganz oder doch GANZ bestimmt wissen, was sie von ihrer zukünftigen Stelle erwarten.

So habe ich letztens mit einem jungen Bewerber gesprochen, der sich auf eine Vertriebsstelle beworben hat, in seinem Leben aber schon sehr viele sehr unterschiedliche Stationen durchlaufen hat. Das eine passte nicht zum anderen, trotzdem war er von einem roten Faden in seinem Lebenslauf sehr überzeugt, was nicht unbedingt schlecht ist, wenn man alles gut begründen kann. Nachdem er mir äußerst detailliert berichtet hat, wie toll, aufregend und vor allem luxuriös sich die vergangenen Jahre für ihn gestaltet haben, kamen wir endlich zur aktuellen Stelle, auf die er sich beworben hatte.

„Wie Vertrieb?! Ne, das ist überhaupt nichts für mich! Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen und SO WAS mache ich nicht.“

Diese Aussage hat mich natürlich umgehauen und dabei blieb es aber nicht. Auf die Frage, was er denn machen möchte und welchen Bereich er sich gut vorstellen hat, kam eine Antwort, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe.

„Das ist eine gute Frage… Ich möchte schon eine eigene Firma haben, ein kleines Programmiererteam (denn er hat schon mal was mit IT gemacht) – ja, und natürlich ein Büro und ein Auto, aber das ist ja selbstverständlich.“

Ich musste mich wirklich zusammenreißen und habe es gerade so geschafft, nicht vom Stuhl zu fallen.

„Haben Sie derzeit solch ein Angebot für mich?“

Na klar, habe ich mir gedacht! Wir suchen schon seit Monaten verzweifelt nach Ihnen und ich freue mich so sehr, dass wir nun über Umwege den passenden Menschen für… äh… wie nennt man diese Stelle… gefunden haben.

Ich habe mich freundlich verabschiedet und ihm vorgeschlagen, dass ich mich bei ihm melde, wenn wir das Passende für ihn gefunden haben! Und nun der Aufruf! Kennt jemand die Telefonnummer vom Weihnachtsmann? Ich müsste ihn ja schon relativ bald kontaktieren, denn Weihnachten ist in fünf Monaten und er braucht sicherlich eine lange Vorbereitungszeit für die Erfüllung dieses Wunsches!

Über den Autor

Anna M

Anna war von März 2013 bis Ende 2014 im Bereich Recruiting bei uns tätig. Nach ihrem Magisterstudium in Slawistik, Romanistik und Auslandsgermanistik war sie zunächst als Vertrieblerin tätig. Am liebsten berichtete Anna über den Perspektivwechsel vom Bewerber zum Personaler und ihre oft amüsanten Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

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