Körper, Geist & Job

Ein sehr erfolgreiches, kleines Familienunternehmen…

In letzter Zeit komme ich immer wieder mit dem Thema Frauen und Karriere in Kontakt. Ich merke richtig, dass ich jetzt kein Student mehr bin und die berufstätige Bevölkerung zwangläufig bedingt durch Alter und Verdienst mehr über die Familienplanung nachdenkt – oder eben nicht.

Ein sehr einprägsames Erlebnis ist eine junge Frau, die nach ihrer Promotion den ersten „richtigen“ Job begonnen hat. In einer Unterhaltung fiel mal der Satz „… und nach der Promotion dachte ich mir so, kann ich jetzt eigentlich mal schwanger werden, arbeiten ist ja eh nicht sooo (Pause) … und ähm … wir sind jetzt auch schon eine Weile zusammen“. Durch Nachfragen habe ich dann erfahren, dass sie ihre Bestimmung mehr in der Versorgung der Familie, als darin zu arbeiten, sieht.

Auf der anderen Seite suggerieren, wahrscheinlich nicht nur mir, gewisse TV-Formate und Frauenzeitschriften, dass „wir Frauen“ im 21. Jahrhundert stark, taff und unabhängig sein müssen, am besten eine Führungsposition innehaben sollten. Sowieso, Selbstverwirklichung ahoi und Studienergebnisse, dass Frauen anders, besser, toller entscheiden und führen können. Power Mädels, wir halten zusammen! Ich persönlich war ja noch nie ein Freund von derartiger Verbrüderung oder eher Verschwesterung. Taff heißt nicht zwangsläufig auch gut und anerkannt in einer Sache zu sein.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, ich müsste mich für eine Seite festlegen. Ich soll entweder den Traum haben, Managerin von einem großen Unternehmen zu sein oder mich nur um meine Kinder kümmern wollen. Eigentlich möchte ich keins von beidem und schon gar nicht möchte ich mich im Hier und Jetzt festlegen. Natürlich hätte ich gern Kinder und würde auch Anteil an ihrer Entwicklung haben wollen, anstatt nur zu arbeiten und unterwegs zu sein. Dabei möchte ich aber trotzdem das Gefühl haben, auch darüber hinaus etwas zu „schaffen“. Auch ohne gleich für zig Angestellte verantwortlich zu sein. Oft schwingt auch so was wie, gute Mami böse Mami mit. Kann ich nicht arbeiten und trotzdem eine gute Mutter sein? Kann ich nicht im von mir ausgeführten Beruf erfolgreich sein, ohne „Manager“ auf der Tür stehen zu haben?

Das jede Frau eine so genannte Powerfrau, die alles (Familie und Großunternehmensführung) einhundertprozentig hinbekommt, sein kann, glaube ich allerdings auch nicht. Sicher werden in Portraits immer mal wieder solche Exemplare vorgestellt. Hierfür bedarf es meiner Meinung nach aber einen, auch finanziell, gut aufgebauten Rückhalt und Unterstützung. Alles kann man nun mal nicht haben und schaffen, zumindest nicht ohne Abstriche hier und da.

Es ist gut und richtig, dass nicht mehr nur Männer jagen und sammeln dürfen. Eine Frauenquote kann man finden wie man will, die Parole Frauen an die Macht würde ich allerdings nicht mit rufen. Auf die Möglichkeit als Frau Karriere zu machen, möchte ich aber genauso wenig verzichten, wobei der Begriff Karriere schon für jeden andere Ausprägungen hat. Ich würde eigentlich gern meinen eigenen Weg finden, ohne Kategorisierung, um von einer gesellschaftlichen Gruppierung anerkannt zu werden und auch ohne Druck die Bereiche Familie und Job in gleichem Maße intensiv und perfekt gestalten zu müssen.

Frauen an die Macht vs. Frauen an den Herd? Was meint ihr?

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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