Körper, Geist & Job

Wie riecht euer Arbeitgeber?

Quelle: Paul-Georg Meister/pixelio.de
Geschrieben von Anna M

Arbeitgeber beschnuppern – sollte man das machen? Heute hab ich eine Bewerbung bekommen – der Kandidat hat seine Bachelorarbeit zum Thema Duftmarketing verfasst. Da habe ich mich gefragt, wie das wohl beim Arbeitgeber- Arbeitnehmer-Verhältnis so funktioniert. Arbeitet man da auch mit „Beduftungen“ um die Bindung zu verstärken? Wie wichtig ist der Duft und warum können sich manche Menschen nicht riechen?

Düfte – wie nehmen wir sie wahr?

Die menschliche Nase ist sehr empfindlich und wir verbinden unterschiedlichsten Düften mit sehr persönlichen positiven oder auch negativen Erinnerungen und Situationen. Unsere Sinne sind immer geschärft, wir erinnern uns bei dem Geruch von frisch gebackenem Kuchen an das Haus unserer Großmutter, sofort hören wir die alten Holzdielen unter den Füßen knarren, spüren die heiße Luft des Sommers und sehen den leckeren Apfelkuchen vor dem Augen.  Nicht selten werden die Erinnerungen von Synästhesien begleitet, diese Verschmelzung verschiedener Sinneseindrücke hilft uns, uns zu erinnern und teilweise unbewusst bestimmte Momente im Gehirn abzuspeichern. Der Einklang von visuellen, akustischen, olfaktorischen, taktilen und gustatorischen Wahrnehmungen sorgt für eine besonders wirksame Versinnlichung. Die neueste Forschung hat ergeben, dass der sinnlichen Erfahrung Synästhesien geläufig sind ― so können akustische Reize optische Eindrücke auslösen oder optische Reize zu akustischen Sekundärwahrnehmungen führen. Es wird das Gefühl vermittelt, dass die Verbindung der Sinneseindrücke eine deutlich intensivere Erinnerungskraft darstellt.

Werden wir manipuliert?

So genug Theorie und zurück zu Düften, die uns umgeben. Wir wissen alle, dass wir überall mit Düften konfrontiert werden und auch manipuliert. Obst und Gemüse werden mit Düften versetzt, an Flughäfen  wird Lavendelgeruch zu Beruhigung der panischen Passagiere verbreitet und in den Cafés wird zusätzlich Kaffeegeruch eingesetzt. So kann es auch passieren, dass wir uns schneller für eine Urlaubsreise nach Hawaii entscheiden, weil es im Reisebüro so schön nach Kokos riecht. In Beziehungen ist es etwas anders. Da helfen kein Deo, Aftershave oder ein teures Parfum. Wenn man sich nicht riechen kann, kann es auch nichts werden. Die Chemie muss also stimmen und zwar die Körperchemie – eine absolute Voraussetzungen.

Arbeitgeber + Arbeitnehmer = Erfolgsgeruch?

Wie ist es also beim Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis? Man muss sich auch riechen können, oder? Man hat zwar nicht so ein enges Verhältnis aber die Chemie muss doch auch stimmen. So gibt es genug Arbeitgeber, die grundsätzlich keine Raucher einstellen, weil sie mit Zigarettengeruch überhaupt nichts anfangen können. Einige kennen vielleicht den „Entwicklergeruch“ kurz vor Projektabschluss – so riecht Erfolg, oder?! Bei uns riecht es in der letzten Zeit oft nach leckerem Earl Grey oder manchmal auch nach Pferdesalbe :-) Welche Gerüche verbindet ihr so mit eurem Arbeitsplatz? Wie riecht es bei euch im Büro? Auch nach Erfolg?! Erfolg soll angeblich nach Pampelmuse, Zedernholz und schwarzem Pfeffer riechen! Wir halten also fest: Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen sich auch riechen können. Ob man im Büro schwarzen Pfeffer streuen und zum Mittag Pampelmusen essen sollte, bleibt jedem selbst überlassen :-)

Über den Autor

Anna M

Anna war von März 2013 bis Ende 2014 im Bereich Recruiting bei uns tätig. Nach ihrem Magisterstudium in Slawistik, Romanistik und Auslandsgermanistik war sie zunächst als Vertrieblerin tätig. Am liebsten berichtete Anna über den Perspektivwechsel vom Bewerber zum Personaler und ihre oft amüsanten Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

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