Körper, Geist & Job

Brauche ich für meine Bewerbung den 7. Sinn?

Quelle: Jarmoluk/pixabay.com
Geschrieben von Gastautor

Ich bin gerade in einer spannenden Phase. Vielleicht in der spannendsten Phase meines Lebens. Denn das erste Mal habe ich so richtig keinen Plan, was ich in Zukunft tun werde. Gerade mit dem Hochschulstudium fertig geworden, schreibe ich fleißig Bewerbungen. Und mache mir natürlich viele Gedanken über jedes Wort, das ich darin verliere. Wann schreibe ich zu viel, wann zu wenig?

Mittlerweile habe ich unterschiedliche Absagen bekommen, die mich ins Grübeln bringen. Die einen schreiben, dass meine Bewerbung leider nicht ganz auf das passt, was im Unternehmen gesucht wird. Die anderen, dass ich schon sehr nah dran war: „Sie haben einen interessanten Lebenslauf, daher werden Sie sicher an anderer Stelle Erfolg haben (oder hatten ihn bereits).“ Am meisten beschäftigen mich die Absagen, die mir erklären, dass ich anscheinend schon nah dran war: „Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir uns nicht entscheiden konnten, Sie zu einem Gespräch einzuladen. Bei mehreren guten Bewerbern sind oft nur Details entscheidend, bitte sehen Sie darin keine Wertung Ihrer persönlichen und fachlichen Qualifikationen, sondern allein das Ergebnis eines sachlichen Vergleichs mit anderen Profilen.“

Brauche ich einen siebten Sinn, damit ich das Quäntchen, das zu fehlen scheint, herausfinde? 28 Bewerbungen habe ich bereits auf Personaler losgelassen. So langsam werde ich also Expertin in Sachen Bewerbungen. Aber wie gehe ich vor?

  1. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein: Bevor ich angefangen habe, Bewerbungen zu schreiben, habe ich mir klargemacht: Was verspreche ich mir eigentlich von meinem idealen Job? Wie sind meine Prioritäten und wo kann ich Abstriche machen?
  2. Zunächst lese ich die Ausschreibung genau und informiere mich über das Unternehmen auf der Homepage. Hier merke ich oft schon an meinem Gefühl, ob ich viele Übereinstimmungen mit dem Unternehmen habe. Je mehr Ausschreibungen ich gelesen habe, desto mehr habe ich ein Gespür dafür bekommen, was das Unternehmen eigentlich sucht. Also am besten zunächst ein paar Ausschreibungen für denselben Job unterschiedlicher Unternehmen lesen, bevor man die Bewerbung fertigstellt.
  3. Ich entwerfe für jedes Unternehmen ein eigenes Anschreiben. Abgesehen von ein paar Grundinfos, die immer gleich bleiben, haben Unternehmen unterschiedliche Ansprüche und Prioritäten, die aus dem eigenen Selbstverständnis resultieren. Dieses Selbstverständnis finde ich sehr wichtig. Ich versuche herauszufinden, worin es besteht und ob ich mich damit identifizieren kann. Schließlich möchte ich nicht nur den zukünftigen Vorgesetzten und Kollegen zeigen, dass ich zu ihnen passe, sondern ich möchte ja auch sicher sein, dass ich mich in dem Unternehmen wohlfühlen werde und mich nicht verstellen muss.

Und noch ein Tipp: Bei der Stellensuche solltet ihr auch einmal Stellenausschreibungen ansehen, die ihr nicht als erste Priorität habt. Manchmal stellt man fest, dass die Beschreibung des Ideal-Kandidaten auch auf einen selbst passen könnte. Auf diese Weise gewinnt man viele neue Ideen was die eigenen Berufsmöglichkeiten angeht.

Ich poker übrigens immer ein bisschen, wenn ich aus der Stellenbeschreibung und der Unternehmensbeschreibung schlussfolgere, worauf es ankommen könnte. Schließlich gehört neben einer guten Spürnase ein bisschen Glück immer mit dazu!

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