Ratatouille

„Mit … Tricks, Tipps und Kniffen zum…“ – Wie lese ich einen Blog richtig?

Die Netzgemeinde und Bloggerszene rund um Personalthemen überbieten sich derzeit mit Tricks und Tipps. Doch Augen auf, wenn man Informationen aus erster Hand haben möchte.  Wir gehen mal der Frage nach, was man mit 9,5 Tipps, 10 Handlungsempfehlungen und 33 Gründen so anfangen kann.

Nun ist die numerische Reduzierung von komplexen Sachverhalten in der IT so zu sagen geboren, doch hat auch die gute Ulla (Meinecke) in den 80er Jahren schon ganz lebensnützliche „50 Tipps Ihn zu verlassen“ geträllert.

„Hör nicht mehr zu,
luSpiel nicht mehr mit, grit
Sag nicht wo du bist, liz
Du kannst einfach gehn
Blas nicht in die glut, ruth
Weil streiten nicht gut tut
Mach die tür zu, sue
Lass ihn einfach stehn“

(Ulla Meinecke, 1983)

Aufzählungen helfen ganz bestimmt, in der Kürze der Zeit schnell viele Informationen  auf den Punkt zu bekommen. So entsprechen ja die Autoren den Neigungen der Internetleser, die Informationen so aufbereitet zu bekommen, dass sie dem Rezipienten wie Honig durch den Schlund rutschen. Ohne viele Bücher zu schmökern und mit Experten zu sprechen, kommen die Informationen leicht wie eine Feder zu einem. Doch was ist der halbe Tipp bei „9,5 Tipps zu…“? Soll das eine Anlehnung an 9 ½ Wochen sein? Den erotischen Film mit Kim Basinger und Mickey Rourke, der trotzt der Goldenen Himbeere für den schlechtesten Film hohe Einspielzahlen einbrachte. Sex sells, wie wir wissen! Oder hat sich der Autor nicht getraut einen ganzen Tipp daraus zu machen? Wohl eher nicht, diese Kollegen sind eigentlich in der Blogcommunity für ganze Sachen bekannt. Es wird wohl die werte Aufmerksamkeit sein, die man erregen möchte. Neugierde hat den Menschen ja schließlich weit gebracht.

Wie auch sonst will man in der Informationsflut bestehen, wenn man als Blogger mal angetreten ist, der Internetgemeinde Informationen leicht zugänglich zu machen und sich mittlerweile den angeheuerten Schreiberlingen großer Tages- und Wochenzeitschriften gegenüber sieht. Hier schreiben, wenn man Glück hat, richtige Profis (gegen einen Affiliate Link zum neuesten Werk) oder fleißige Volontäre, die sich oft nicht mal die Mühe machen, nach wirklich neuem Content zu suchen.

Was ist mit den Informationen aus erster Hand, wo schreiben die Leute aus der Praxis? Sind wir denn alle schon dem Haschen nach Content und der Suchmaschinenoptimierung  verfallen? Die Versuchung ist groß. Man kann mit der Kommerzialisierung von Online-Portalen auch Geld verdienen. Wir haben die Diskussionen bei uns ständig und entscheiden jeden Tag neu, wem wir den Zutritt gewähren. Eben nicht um jeden Preis, denn irgendwie fühlen wir uns der Gründungsidee unseres Portals verpflichtet, Informationen von Personalprofis aus erster Hand zu liefern. Wir erleben den Alltag der Bewerber und auch der Personaler. Können faktisch mit dem Lupenglas in die Unternehmen schauen, erleben viel Professionelles und auch haarsträubende Dinge, die wir gern mit Diskretion mit der Community teilen. Hier also von uns die wichtigsten Hinweise, um Informationen in Blogs und Karriereportalen nach ihrer Wertigkeit zu prüfen:

  • Stimmt der Inhalt mit den Überschriften überein?
  • Ist der Autor nachgewiesener Experte für das Thema, d.h. schreibt er aus eigener Erfahrung, hat er die Informationen vom Hören sagen oder sich die Mühe gemacht, vorhandene Inhalte aus einer anderen Perspektive zu betrachten?
  • Bauen die gemachten Zusammenfassungen aufeinander auf und sind sie vollständig?
  • Wird etwas vermarktet (Buch, Portal o.ä)?
  • Gibt es Querverweise, die den Inhalt untermauern oder wiederlegen?
  • Kann man jemanden anrufen?

So, nun viel Spaß beim Stöbern im World Wide Web. Und bleiben Sie kritisch.

Über den Autor

Ina

Ina ist Personalerin mit Leib und Seele und war von Juni 2012 bis Mai 2015 unsere Frau an der “Front”. Sie hat bereits in der Personalentwicklung, als Headhunter und als Personalleiterin gearbeitet. Heute ist sie auch in Sachen systemische Beratung unterwegs, coacht und begleitet Fach- und Führungskräfte. Ina hat viel erlebt, was im Personalwesen passieren kann und ist gespannt auf das, was sie noch nicht erlebt hat. Über ihre Erfahrungen berichtete sie auch hier auf dem Bewerberblog.

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