IT & Technik

Frauen in der IT

Geschrieben von Nadine

Allgemeines zu Frauen in der IT

 

Bereits im Januar und Februar wurden 822.471 offene Stellen gemeldet. Mindestens 95.000 davon sind Jobs in der IT-Branche. Laut einer Statistik von 2021 sind 83 % aller Stellen in der IT von Männern besetzt, womit Frauen lediglich 17 % ausmachen. Ebenso wird gesagt, dass größtenteils Männer den IT-Bereich aufbauen und entwickeln und Frauen eher konsumieren. In den 1980er Jahren lag der Anteil der Frauen in der IT bei 42%. Heutzutage undenkbar.

Aber wieso ist der Frauenanteil in der IT so niedrig, wenn doch die ersten Ansätze des Programmierens von einer Frau kamen?

Früher galt das Programmieren als Frauenberuf. Denn man braucht viel Konzentration, Fingerspitzengefühl sowie werden Koordination & Geduld benötigt.  Alles in Allem einfach einen Blick fürs Detail.

 

Wer hat die Grundbausteine für das Programmieren geschaffen?

 

Augusta Ada Byron, besser bekannt als Ada Lovelace. Sie war eine britische Mathematikerin, die 1815 in London geboren wurde. Sie war nicht nur die erste, die eine Programmiersprache beschrieb, sondern auch die erste Computerprogrammiererin. Auch ohne Grace Murray Hopper wäre die Informatik nicht das, was wir heutzutage kennen. Sie war eine Militärwissenschaftlerin, welche den ersten Compiler für Programmiersprachen entwickelt hat. Ohne sie würden wir die COBOL-Sprache heute vermutlich auch nicht kennen.

 

Wieso gibt es so wenige Frauen im IT oder MINT Bereich?

 

Da die offenen Stellen nicht allein durch Männer besetzt werden, setzt man auf Frauen, um den Fachkräftemängel zu bekämpfen. Daher werden seit Jahren verschiedene Kampagnen gestartet, um Frauen für die IT-Branche aufmerksam zu machen. Die größte und bekannteste Kampagne ist dabei „Komm nach MINT“. Hier werden Schülerinnen und Studentinnen darüber informiert, was MINT alles zu bieten hat. Es interessieren sich zwar immer mehr Mädchen und Frauen für die Bereiche Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT), aber lange noch nicht genug. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Informatiker oder Mathematiker, fälschlicherweise, als Nerds abgestempelt werden, die den ganzen Tag in einem dunklen Raum arbeiten, kaum sozialen Kontakte pflegen und wenig kommunikativ sind. Das ist ein überholtes Klischee, doch trotzdem schreckt es bis heute Mädchen und junge Frauen ab. Ebenso trauen sich viele nicht zu, Bereiche wie Informatik oder Physik zu vertiefen, da sie komplex sind. Auch dies ist ein Klischee, welches überholt werden sollte. Viele junge Frauen und Mädchen hatten nicht die Möglichkeit, ihre Begeisterung für den MINT-Bereich zu entdecken und wurden von der Gesellschaft in eine Rolle gedrängt, aus der sie sich nicht raustrauen. Ein weiterer Grund ist, dass Frauen das Gefühl vermittelt bekommen, mehr leisten zu müssen als Männer um sich zu beweisen oder damit sie ihnen gegenüber als gleichberechtigtes Teammitglied angesehen werden. Viele Frauen berichten davon, dass sie sich für ihr Interesse an MINT erklären müssen. Es geht nicht darum, eine bestimmte Menge an Frauen zu rekrutieren, sondern dass jeder sein Können und die Interessen ausleben kann.

Schaut man in den Vorlesungssaal eines MINT-Studienganges, kann man folgendes feststellen: Durchschnittlich sind ein Viertel der Studierenden im Hörsaal weiblich.

 

 

Was braucht es, um das zu ändern?

 

Eine taktische Heranführungen von Mädchen und einen Wandel der Rollenbilder können schon vieles ändern. In Filmen beispielsweise werden Hacker größtenteils von einem Mann verkörpert, was aber nicht der Realität oder dem Berufsbild entspricht Das ist ein veraltetes stereotypisches Klischee. Mädchen müssen früh dazu ermuntert und aufgeklärt werden, dass es nicht ausschließlich Männerberufe sind, sondern sie dieselben Chancen haben. Für Frauen (und für die Gesellschaft) sollte es selbstverständlich sein, dass dies kein von Männern dominierter Bereich bleiben muss. So sollten Mädchen von frühauf gefördert werden, um ihr Potenzial in MINT-Fächern auszuschöpfen. Man muss früh anfangen, Mädchen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen. Aber nicht etwa mit rosa Taschenrechnern oder lilafarbenen Computern, sondern mit tiefgreifenden Maßnahmen, wie beispielsweise Workshops in der Schule, bei denen das Talent erkannt wird, und junge Mädchen direkt ermutigt und gefördert werden. Zudem es ist es wichtig, auf weibliche Vorbilder in der IT aufmerksam zu machen. Denn es gibt genug Frauen, die im IT-Bereich erfolgreich sind oder waren!

Dabei ist es nicht nur wichtig, dass die Frauen berühmt sind, wie z.B. Nobelpreisträgerinnen, oder jemand sind, dem junge Mädchen nacheifern können, sondern Frauen im direkten Umfeld, an denen sie sich orientieren können. Ebenso spielen die Eltern eine wichtige Rolle in der Berufswahl. Sie haben einen großen Einfluss darauf, denn ihre Ansicht zu Geschlechterrollen im Beruf und eigene Lebensvorstellung prägen das Denken eines Kindes. Genauso können Unternehmen eines MINT-Bereichs mehr für Informationen und Aufklärung sorgen. Ein positives Beispiel hierfür ist der Girls’Day, wo junge Mädchen in die verschiedensten Berufe reinschnuppern können. Weiterhin können Unternehmen Kooperationen mit Schulen und Universitäten eingehen, bei denen sie Schnupperkurse und Praktika anbieten und das Berufsbild von Experten erklärt wird um Klischees aus der Welt zu schaffen. Es wäre doch schade, wenn sich junge Mädchen einen Job entgehen lassen, der ziemlich krisensicher ist und dazu noch sehr gut bezahlt wird.

 

 

Ein paar berühmtesten Frauen in MINT und IT:

 

Ada Lovelace (1815-1852) 1. Programmiererin

Rózsa Péter (1905-1977) hat als Mathematikerin und Logikerin wesentliche Beiträge zur Theorie der rekursiven Funktionen geleistet

Grace Hopper (1906-1992) kam Ende 1940er Jahre auf die Idee, Computersprache in einfache Sprache umzuwandeln und wurde damit zu einer Computerpionierin

Hedy Lamarr (1914-2000) Als Pionierin für Frequenzsprünge legte sie den Grundstein für Bluetooth

Betty Holberton (1917-2001) eine von sechs Programmiererinnen von ENIAC, dem ersten universell nutzbaren Digitalrechner

Jude Milhorn (1939-2003) war eine ausgezeichnete Programmiererin und hervorragende Hackerin, die den Cypherpunk prägte

Radia Perlmann (1951-heute) Softwareentwicklerin und Netzwerkingenieurin, die den STP-Standard für Netzwerkarchitekturen erfand

Carol Shaw (1955-heute) erste Computerspiele-Entwicklerin und Designerin der weltweit ersten Videospiele

Constanze Kurz (1974-heute) deutsche Informatikerin

Jade Raymond (1975-heute) Produzentin des ersten Titels aus der Reihe Assassin´s Creed

Marissa Mayer (1975-heute) eine der Top-10-Managerin weltweit für Google, Yahoo und Walmart

 

 

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Nadine