{"id":11474,"date":"2013-11-21T08:21:50","date_gmt":"2013-11-21T07:21:50","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=11474"},"modified":"2013-11-21T08:21:50","modified_gmt":"2013-11-21T07:21:50","slug":"arbeitsrecht-17-solange-sie-nicht-tot-sind-konnen-sie-auch-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2013\/11\/arbeitsrecht-17-solange-sie-nicht-tot-sind-konnen-sie-auch-arbeiten\/","title":{"rendered":"Arbeitsrecht (17): Solange sie nicht tot sind, k\u00f6nnen sie auch arbeiten"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_11475\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/495888_web_R_K_by_Thorben-Wengert_pixelio.de_.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11475\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11475\" alt=\"Thorben Wengert\/pixelio.de\" src=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/495888_web_R_K_by_Thorben-Wengert_pixelio.de_-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11475\" class=\"wp-caption-text\">Thorben Wengert\/pixelio.de<\/p><\/div>\n<p>Der Herbst bringt sie wieder, die allseits bekannten und nicht besonders beliebten Ger\u00e4usche: Husten Schn\u00e4uzen und Niesen. Wer krankheitsbedingt das Bett h\u00fcten muss, hat nicht unbedingt Nerven f\u00fcr das Thema Arbeitsrecht. Trotzdem m\u00fcssen Arbeitnehmer ein paar wichtige Punkte beachten, um sich nicht \u00c4rger mit dem Arbeitgeber einzuhandeln. Hier einmal die wichtigsten Punkte zum Thema im \u00dcberblick:<!--more--><\/p>\n<h3>Krankmeldung und Krankschreibung<\/h3>\n<p>Entgegen der g\u00e4ngigen Meinung sind das zwei verschiedene Dinge. bei der Krankschreibung handelt es sich um das \u00e4rztliche Attest der Arbeitsunf\u00e4higkeit. Die Krankmeldung ist die Meldung der Krankheit beim Arbeitgeber. Beides ist geregelt in \u00a7 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG). Die Krankmeldung erfolgt oftmals viel zu sp\u00e4t. Eine Krankmeldung muss bei Dienstbeginn vorliegen.<\/p>\n<blockquote><p><em>Beispiel:<\/em><\/p>\n<p>Unsere Chantal steht um 7:00 Uhr in der fr\u00fch auf und f\u00fchlt sich \u00fcberhaupt nicht gut. Eigentlich m\u00fcsste sie um 9:00 Uhr ihren Dienst im Kosmetikstudio beginnen. Sie geht jedoch erst zum Arzt und meldet sich um11:00 Uhr bei ihrer Chefin krank. Diese ist zu recht sauer. Chantal bekommt wegen der Verletzung ihrer Arbeitsvertraglichen Pflichten eine Abmahnung.<\/p>\n<p>Eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Krankmeldung muss bei Dienstbeginn vorliegen, hat also unverz\u00fcglich, ohne schuldhaftes Z\u00f6gern zu erfolgen. Chantal h\u00e4tte in diesem Fall ihre Chefin gleich um 7:00 Uhr \u00fcber ihre Krankheit informieren m\u00fcssen. Die Abmahnung ist somit rechtm\u00e4\u00dfig.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei wiederholter Verletzung dieser Pflicht kann es sogar zu einer verhaltensbedingten K\u00fcndigung kommen.<\/p>\n<p>Wie oben schon gesagt, handelt es sich bei der Krankschreibung um das \u00e4rztliche Attest \u00fcber die Arbeitsunf\u00e4higkeit. Dieses muss sp\u00e4testens nach drei Tagen beim Arbeitgeber vorliegen. Dabei z\u00e4hlen nicht Arbeitstage, sondern Kalendertage. Das heisst wer an einem Freitag krank geschrieben wird, muss Montags den Krankenschein beim Arbeitgeber vorlegen. Von dieser gesetzlichen Regelung kann der Arbeitgeber jedoch gem\u00e4\u00df einem Urteil des Bundersarbeitsgerichts jedoch abweichen. Die Erfurter Richter gestatten dem Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer zu verlangen, das dieser den Krankenschein bereits am ersten Tag vorlegt.<\/p>\n<h3>Entgeltfortzahlung<\/h3>\n<p>Jeder Arbeitnehmer, auch Teilzeitarbeiter und Minijobber, hat gem. \u00a73 EntgFG gegen seinen Arbeitgeber einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung f\u00fcr die Zeit der Arbeitsunf\u00e4higkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Allerdings entsteht der Anspruch erst nach vierw\u00f6chigem Bestehens des Arbeitsverh\u00e4ltnisses.<\/p>\n<h3>Krankengeld<\/h3>\n<p>Dauert die Arbeitsunf\u00e4higkeit l\u00e4nger an, muss der Arbeitgeber nach den oben genannten sechs Wochen kein Entgelt mehr zahlen. Der Arbeitnehmer erh\u00e4lt dann Krankengeld von seiner Krankenkasse f\u00fcr l\u00e4ngstens eineinhalb Jahre. Die H\u00f6he des Krankengeldes bemisst sich nach dem Einkommen des Arbeitnehmers und betr\u00e4gt\u00a0 70% des regul\u00e4ren monatlichen Arbeitsentgelts einschlie\u00dflich variabler Gehaltsbestandteile sowie 1\/12 der einmaligen Verg\u00fctungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld.<\/p>\n<h3>Urlaub<\/h3>\n<p>Erkrankt ein Arbeitnehmer w\u00e4hrend seines Urlaubes, mu\u00df er dass seinem Arbeitgeber ebenfalls melden, da er dann seinen Urlaub nicht nehmen kann. Der nicht genommene Urlaub verf\u00e4llt nicht, sondern kann zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt nachgeholt werden.<\/p>\n<h3>Erlaubte Aktivit\u00e4ten<\/h3>\n<p>Der Arbeitnehmer muss sich nicht bei jeder Krankschreiben in seine Wohnung einsperren oder das Bett h\u00fcten. Erlaubt ist jede Aktivit\u00e4t, die die Genesung des Arbeitnehmers f\u00f6rdert. Das kann auch ein Spaziergang an der frischen Luft oder Sport sein. Dabei kommt es immer auf die Krankheit an. Am besten man fragt seinen Arzt, was erlaubt und gut f\u00fcr die Genesung ist.<\/p>\n<h3>Krankheitsbedingte K\u00fcndigung<\/h3>\n<p>F\u00e4llt ein Arbeitnehmer regelm\u00e4\u00dfig krankheitsbedingt aus, steht dem Arbeitgeber unter Umst\u00e4nden ein krankheitsbedingtes K\u00fcndigungsrecht zu. Die H\u00fcrden sind daf\u00fcr jedoch extrem hoch angesetzt. Ein Arbeitnehmer muss schon \u00fcber mehrere Jahre regelm\u00e4\u00dfig mehr als sechs Wochen ausfallen, damit eine krankheitsbedingte K\u00fcndigung unzul\u00e4ssig ist. F\u00fcr den Arbeitgeber muss eine Weiterbesch\u00e4ftigung unzumutbar sein, um eine K\u00fcndigung zu rechtfertigen. Dies w\u00e4re zum Beispiel auch der Fall, wenn krankheitsbedingt ein Wiedereinstieg f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre nicht erwartet werden kann.<\/p>\n<p>So und jetzt w\u00fcnsche ich euch noch eine am besten krankheitsfreie Herbst- und Winterzeit.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b><i>Anmerk. d. Autorin:<\/i><\/b><i> Dieser Beitrag gibt die rechtliche Situation nur allgemein und verk\u00fcrzt wieder. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit und ersetzt die individuelle Beratung im konkreten Einzelfall nicht. Jegliche Haftung wird trotz sorgf\u00e4ltiger Bearbeitung ausgeschlossen.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Herbst bringt sie wieder, die allseits bekannten und nicht besonders beliebten Ger\u00e4usche: Husten Schn\u00e4uzen und Niesen. Wer krankheitsbedingt das Bett h\u00fcten muss, hat nicht unbedingt Nerven f\u00fcr das Thema Arbeitsrecht. Trotzdem m\u00fcssen Arbeitnehmer ein paar wichtige Punkte beachten, um sich nicht \u00c4rger mit dem Arbeitgeber einzuhandeln. 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