{"id":11613,"date":"2013-12-12T08:14:52","date_gmt":"2013-12-12T07:14:52","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=11613"},"modified":"2016-06-10T15:25:14","modified_gmt":"2016-06-10T13:25:14","slug":"lugen-im-berufsalltag-wichtig-oder-fehl-am-platz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2013\/12\/lugen-im-berufsalltag-wichtig-oder-fehl-am-platz\/","title":{"rendered":"L\u00fcgen im Berufsalltag \u2013 wichtig oder fehl am Platz?"},"content":{"rendered":"<p>Psychologen meinen, wir l\u00fcgen bis zu 200 Mal am Tag, und das einmal abgesehen von get\u00fcrkten Lebensl\u00e4ufen, frisierten Steuererkl\u00e4rungen und unechten Identit\u00e4ten im Internet. Die L\u00fcge ist Tabu und Faszinosum zugleich. Doch wann ist es wirklich vertretbar, nicht die Wahrheit zu sagen? Und wann ist die Notl\u00fcge sogar ein Muss?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Vor kurzem kam bei uns im B\u00fcro die Frage auf, ob wir unsere Bewerber wirklich mit der schonungslosen Wahrheit konfrontieren sollten oder nicht. Eine Referenz brachte Erstaunliches ans Tageslicht, so dass der Mitarbeiter, der den Kandidaten einstellen sollte, dankend ablehnte. Eine Kollegin wollte \u2013 ihrer ehrlichen Art entsprechend \u2013 helfen und gab dem Bewerber eine Auskunft dar\u00fcber, woran es mangele und ungl\u00fccklicherweise auch, wer das gesagt hatte. Doch was passierte in dem Moment bei dem Bewerber? Er f\u00fchlte sich in den Grundfesten seiner Pers\u00f6nlichkeit angegriffen und telefonierte dem Referenzgeber und dem anderen Mitarbeiter hinterher und lie\u00df zwischen den beteiligten Parteien somit eine peinliche Situation entstehen.\u00a0 Eine Notl\u00fcge w\u00e4re hier die intelligentere und hilfreichere und f\u00fcr den Bewerber die sch\u00fctzende L\u00f6sung gewesen.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel: Unsere Weihnachtsgeschenke f\u00fcr Kunden und Mitarbeiter sind auch heute \u2013 am 5.12. \u2013 noch nicht bei uns eingetroffen. Liefertermin war vor 2 Wochen. Nach zahlreichen Anrufen beim Werbeartikelvertrieb, wo man uns immer nur mit v\u00f6lliger Ahnungslosigkeit abwimmelte, erhielten wir dann gestern die Aussage, dass die Artikel vom LKW gefallen und dabei zerst\u00f6rt worden seien. AHA! Eine L\u00fcge? Hier spricht alles daf\u00fcr. H\u00e4tte es diesen Unfall tats\u00e4chlich gegeben, gehe ich davon aus, dass wir bei einem ordentlich funktionierenden Unternehmen dieser Art \u00fcber den Umstand informiert worden w\u00e4ren und gemeinsam nach einer L\u00f6sung gesucht h\u00e4tten; auch h\u00e4tte man schon eher von der Sache gewusst. So aber kam uns diese Aussage v\u00f6llig unwahrscheinlich vor \u2013 wir f\u00fchlen uns schlichtweg im Stich gelassen und werden bei dieser Firma nicht mehr bestellen. Hier war die L\u00fcge also kein probates Mittel. Eine ehrliche Aussage \u00fcber den tats\u00e4chlichen Grund wie z.B. Ausfall der Druckmaschinen, unerwartete gro\u00dfe Anzahl an Auftr\u00e4gen, pers\u00f6nliche Fehler w\u00e4ren zwar schmerzhaft, aber glaubhaft gewesen, man h\u00e4tte hier \u2013 vor allem bei einer zeitnahen R\u00fcckmeldung \u2013 eine Alternative finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eGutes\u201c L\u00fcgen will also gelernt sein. Dass das im Kindesalter schon eine wichtige Rolle spielt, brachte eine BBC Dokumentation ans Tageslicht, die vor ungef\u00e4hr 10 Jahren \u00fcber meinen Bildschirm flimmerte. Hier wurden 0 \u2013 10 J\u00e4hrige Kinder in gewissen Abst\u00e4nden beobachtet und verschiedene Aspekte gezielt getestet. Das Notl\u00fcgen scheint eine wesentlicher Faktor zu sein, wie erfolgreich wir sind beim Thema Bindungen. Die Kinder in der Dokumentation jedenfalls, die Notl\u00fcgen gezielt einsetzen konnten, waren beliebt und hatten einen gr\u00f6\u00dferen Freundeskreis als andere.<\/p>\n<p>L\u00fcgen, dosiert eingesetzt, scheinen also wirklich wichtig zu sein. Eine interessante Frage kam bei einer Kollegin auf: \u201eWas ist, wenn auf einmal alles erlogen ist und jeder l\u00fcgt?\u201c Ein wichtiger Hinweis kam aus einer anderen Ecke: \u201eWer viel l\u00fcgt, muss sich auch viel merken\u201c.<\/p>\n<p>Wir jedenfalls freuen uns auf ehrliche Kommentare!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Psychologen meinen, wir l\u00fcgen bis zu 200 Mal am Tag, und das einmal abgesehen von get\u00fcrkten Lebensl\u00e4ufen, frisierten Steuererkl\u00e4rungen und unechten Identit\u00e4ten im Internet. Die L\u00fcge ist Tabu und Faszinosum zugleich. Doch wann ist es wirklich vertretbar, nicht die Wahrheit zu sagen? 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