{"id":12241,"date":"2014-04-14T07:58:20","date_gmt":"2014-04-14T05:58:20","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=12241"},"modified":"2016-06-16T16:05:28","modified_gmt":"2016-06-16T14:05:28","slug":"akademisierung-in-deutschland-ein-trend-den-man-aufhalten-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2014\/04\/akademisierung-in-deutschland-ein-trend-den-man-aufhalten-muss\/","title":{"rendered":"Akademisierung in Deutschland &#8211; Ein Trend, den man aufhalten muss?!"},"content":{"rendered":"<p>Der Deutsche Industrie-und Handelskammertag\u00a0 (DIHK) warnt vor den Folgen der Akademisierung in Deutschland f\u00fcr den Arbeitsmarkt und das Wachstum der Wirtschaft. Doch die Forderung, mehr Jugendliche in die duale Ausbildung zu bringen allein, l\u00f6st nicht die Aufgaben, vor denen wir stehen.<\/p>\n<p>Deutschland ist Exportweltmeister und steht f\u00fcr ausgezeichnete Ingenieursleistungen und Innovationen. Doch wenn 25 % der Studierenden ihr Studium abbrechen, in den Ingenieurswissenschaften sogar 50 %, kann man sicher nicht von einer Akademisierung sprechen. Eine duale Ausbildung w\u00e4re bestimmt f\u00fcr den einen oder anderen Studienabbrecher eine weniger leidensvolle Alternative gewesen. Aber man sollte nicht beide Wege gegeneinander aufstellen, sondern vielmehr das Problem gesamtgesellschaftlich betrachten.<\/p>\n<h3>Was willst Du denn mal werden?<\/h3>\n<p>In unsere Gesellschaft ist der Gedanke \u201eohne Abitur bist\u2019e nix\u201c sehr verankert. Vielleicht liegt es daran, dass wir unsere Kinder den Menschen \u00fcberlassen, die nie im Leben etwas anderes gesehen haben als Schule und Universit\u00e4t &#8211; den Lehrern. Kinder bekommen nur selten Kontakt zu anderen Welten au\u00dferhalb der Schule. Hinzu kommt, dass die Statistiken hier eine ganz klare Aussage treffen: Akademiker sind weniger von <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2013\/kb0413.pdf\" target=\"_blank\">Arbeitslosigkeit<\/a> bedroht und k\u00f6nnen deutlich mehr verdienen. Das setzt die junge Generation enorm unter Druck. Auf Teufel komm raus wird der akademische Weg favorisiert. In den Schulen werden F\u00e4cher unterrichtet und nicht Kinder. Geschweige denn, dass Pers\u00f6nlichkeiten herangezogen werden, die sich \u00fcber ihre Kompetenzen im Klaren sind. Der Leistungsdruck ist an den Schulen in den letzten Jahren enorm angestiegen und immer mehr Jugendliche klagen \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.achtung-kinderseele.org\/html\/themen\/psychische%20stoerungen.html\" target=\"_blank\">psychische Probleme<\/a>.<\/p>\n<p>Nach der Schule an eine Hochschule zu gehen, und dass Eltern ihre Kinder nach der Schule noch finanziell unterst\u00fctzen, wird quasi erwartet. Also warum nicht erst einmal ein Studium probieren? Sicher sind die M\u00f6glichkeiten, die eine duale Ausbildung mit anschlie\u00dfenden Aufstiegsqualifikationen bietet, den jungen Menschen viel zu wenig bekannt und gesellschaftlich anerkannt. Bei all diesem Uniformit\u00e4tsstreben ist wenig Raum f\u00fcr pers\u00f6nliche Entfaltung und Ausprobieren, \u201ewas passt zu mir?\u201c.<\/p>\n<h3>Ver\u00e4nderung der Arbeitswelten<\/h3>\n<p>Wir ben\u00f6tigen heute f\u00fcr die Produktion unserer G\u00fcter weniger Arbeitskraft als noch vor ein paar Jahren. Arbeitsverh\u00e4ltnisse gibt es heute in vielf\u00e4ltigen Formen. Teilzeit, geringf\u00fcgige oder freie projektbezogene Arbeit usw. nehmen zu. Die digitale Welt erm\u00f6glicht neue Formen der Kooperation und der Arbeitszeitverlagerung. Neben den Risiken f\u00f6rdern die neuen Formen der Arbeit auch die vernetze Zusammenarbeit und mehr Selbstbestimmung der Arbeitnehmer. Das man sein Leben lang bei ein und demselben Arbeitgeber bleibt, wird au\u00dferdem immer seltener.<\/p>\n<p>Unternehmen, die sich zeitig auf diese Dinge einstellen, werden Wettbewerbsvorteile prognostiziert. Der Wert eines Unternehmens wird heute schon nicht mehr nur nach seinen Sachanlagen bestimmt. Das Wissen der Menschen und immaterielle Verm\u00f6genswerte in den Organisationen entscheiden \u00fcber den Marktwert.<\/p>\n<p>Die Menschen hingegen m\u00fcssen mehr Verantwortung \u00fcbernehmen, ihre Gestaltungsspielr\u00e4ume ausloten und sich auf ein lebenslanges Lernen einstellen.<\/p>\n<h3>Eine Herausforderung an unsere gesamte Gesellschaft<\/h3>\n<p>Das Bildungssystem kann nicht mehr nur als Parallelwelt im Universum existieren. Es muss unsere Kinder mehr und mehr mit Methoden und Techniken ausstatten, die f\u00fcr sie f\u00fcr einen selbstbestimmten Broterwerb von Nutzten sind. Schulen und Hochschulen m\u00fcssen sich \u00f6ffnen und die Durchl\u00e4ssigkeit in der Bildung zulassen. Es wird m\u00f6glich sein auch mit einer Berufsausbildung Expertenwissen zu generieren. Nicht mehr nur Abschl\u00fcsse, sondern Kompetenzen und Erfahrungen am Arbeitsmarkt werden nachgefragt. Unternehmen werden viel in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, um im Wettbewerb weiter zu bestehen. Die IT-Branche macht es vor. Hochschulabschl\u00fcssen sind Schall und Rauch, wenn jemand ein begnadeter Programmierer oder Datenbankexperte ist.<\/p>\n<h3>Bildung und Berufe anders denken!<\/h3>\n<p>In der Zukunft werden wir unsere Kinder fr\u00fcher lernen lassen m\u00fcssen, ihnen solide Grundlagen vermitteln und vor allem Methoden beibringen, die sie f\u00fcr einen lebenslangen Wissenserwerb ben\u00f6tigen. Vielleicht macht es sogar Sinn, jeden Sch\u00fcler praktisch einen Beruf erlernen zu lassen, um die Arbeitswelt verstehen und sich ausprobieren zu k\u00f6nnen. Bei 350 Ausbildungsberufen in Deutschland ist doch bestimmt f\u00fcr jeden etwas dabei?!<\/p>\n<p>Universalgelehrte wie Herrn Goethe gibt es nicht mehr. Wir sind alle Experten und m\u00fcssen in der Lage sein, unser Wissen mit anderen zu teilen und in Teams zu arbeiten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dfen wir mal kurz die Augen und stellen uns die Bildung der Zukunft vor&#8230;<\/p>\n<p>Wir haben noch einen weiten Weg vor uns!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Deutsche Industrie-und Handelskammertag\u00a0 (DIHK) warnt vor den Folgen der Akademisierung in Deutschland f\u00fcr den Arbeitsmarkt und das Wachstum der Wirtschaft. Doch die Forderung, mehr Jugendliche in die duale Ausbildung zu bringen allein, l\u00f6st nicht die Aufgaben, vor denen wir stehen. Deutschland ist Exportweltmeister und steht f\u00fcr ausgezeichnete Ingenieursleistungen und Innovationen. 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