{"id":12858,"date":"2014-08-13T08:31:11","date_gmt":"2014-08-13T06:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=12858"},"modified":"2016-06-16T16:06:34","modified_gmt":"2016-06-16T14:06:34","slug":"mehr-schein-als-sein-kollegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2014\/08\/mehr-schein-als-sein-kollegen\/","title":{"rendered":"Mehr-Schein-als-Sein-Kollegen und der Umgang mit ihnen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_12864\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/2dolist_400.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-12864\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-12864 \" alt=\"Kollegen\" src=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/2dolist_400-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12864\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.nichtsblog.de\/wp-content\/uploads\/2dolist_400.jpg<\/p><\/div>\n<p>Dampfplauderer und Taugenichtse gibt es wohl in allen Metiers, in einigen mehr als in anderen. Damit muss man umgehen lernen, m\u00f6chte man sich nicht permanent dar\u00fcber \u00e4rgern oder seinen Job deswegen wechseln. Besonders gern tummeln sich solche Kollegen in den mittleren Etagen. Eine Kurzgeschichte von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Suter\">Martin Suter<\/a> (findet Ihr weiter unten im Text) animierte mich dazu, das Thema aufzugreifen. Wie geht man mit diesen interessanten Kollegen um?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal sollte man sich dessen bewusst sein, dass jeder Typ Mensch zu irgendeiner Art T\u00e4tigkeit in der Lage ist und es nur darum geht, dass man die f\u00fcr sich &#8222;richtige&#8220; Arbeit und das passende Arbeitsumfeld findet. Menschen, die dampfplaudern und nichtstun k\u00f6nnen, sind an anderer Stelle also mit Sicherheit gut aufgehoben. Dies zu erkennen ist die Aufgabe des Einzelnen, unterst\u00fctzen k\u00f6nnen oft nur engste Vertraute.<\/p>\n<p>F\u00fchlen wir uns von den erw\u00e4hnten Kollegen ver\u00e4rgert, k\u00f6nnen folgende Ma\u00dfnahmen helfen:<\/p>\n<ul>\n<li>dar\u00fcber nachdenken, inwieweit man selbst Teil des Problems ist<\/li>\n<li>Kontakt vermeiden, so gut es geht<\/li>\n<li>die eigene Reaktion managen: es ist erfolgversprechender, sich auf das eigene Verhalten zu fokussieren, weil man dieses kontrollieren kann<\/li>\n<li>die Abneigung dem Kollegen gegen\u00fcber m\u00f6glichst f\u00fcr sich behalten und nicht andere Kollegen damit &#8222;anstecken&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sollten diese ersten Ma\u00dfnahmen nicht helfen und man selbst in seiner T\u00e4tigkeit beeintr\u00e4chtigt sein, sollte man Vorgesetzte daraufhin ansprechen, jedoch nur, wenn das hierf\u00fcr notwendige Vertrauensverh\u00e4ltnis besteht. Weiterhin kann man:<\/p>\n<ul>\n<li>Dem Kollegen eine R\u00fcckmeldung dar\u00fcber geben, was einen st\u00f6rt: dabei sollte man sich dar\u00fcber klar sein, dass eine Aussprache auch &#8222;nach hinten losgehen&#8220; kann und der Konflikt eskaliert, weil der Betroffene sich pers\u00f6nlich angegriffen f\u00fchlt.<\/li>\n<li>Transparenz einfordern z.B. durch das Stellen fachlicher Fragen oder Fragen \u00fcber den Arbeitsfortschritt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und hier nun die Kurzgeschichte oder: eine Anleitung zum Eindruck schinden und Nichtstun:<\/p>\n<blockquote>\n<h2>\u00a0<strong>Held der Arbeit, Schwegler<\/strong><\/h2>\n<p>Schwegler ist wieder da. Das hei\u00dft, gesehen hat ihn noch niemand, aber laut Absenzenplan ist Schwegler wieder da. Sein BMW steht in der Tiefgarage, und seine nicht Sekret\u00e4rin, sondern pers\u00f6nliche Assistentin hat gemeldet, dass schon, als sie am Morgen kam, sein Aschenbecher voll war, sechs halbleere Styroporbecher Kaffee herumstanden und sein leichter Baumwollkittel \u00fcber der Lehne des Besucherstuhls hing. Wahrscheinlich hat er schon einen Sechsst\u00fcnder hingelegt vor dem Fr\u00fchst\u00fcck. Typisch Schwegler. Jetzt ist er sicher irgendwo im Haus und l\u00e4sst sich updaten, entschlossen, noch vor Mittag die zwei Wochen Ferien ungeschehen zu machen. Schwegler, der kapitale Achtzigst\u00fcnder, ist wieder im Revier.<\/p>\n<p>Kurz nach zehn h\u00e4lt ein Taxi hinter dem Haus. Schwegler, ausgeschlafen, gebr\u00e4unt und ohne Kittel, betritt die Firma durch das Postb\u00fcro, in eine mitgebrachte Aktennotiz vertieft. Er steigt elastisch die menschenleere Treppe hinauf zum ersten Stock und wartet dort, konzentriert lesend, auf den Lift. So wird er von Frau Went, die sich mit dem neuen Mitarbeiter Weber auf einem Rundgang befindet, gesehen. \u201eDirektor Schwegler. Achtzigstundenwoche\u201c, fl\u00fcstert sie, und dem Neuen wird etwas unbehaglich. Im Vierten steigt eine Mitarbeiterin zu, gr\u00fc\u00dft erschrocken und dr\u00fcckt verlegen auf \u201e5.Stock, Rechnungswesen und Finanz\u201c. Ein Stockwerk nur. Schwegler schaut irritiert von seiner Lekt\u00fcre auf. 22 seiner Sekunden a Fr.II.- ist sie seinem vorwurfsvollen Schweigen ausgeliefert.<\/p>\n<p>Im Vorzimmer begr\u00fc\u00dft ihn die pers\u00f6nliche Assistentin. \u201eSch\u00f6n, dass Sie wieder da sind, wie waren die Ferien?\u201c \u201eDie Ferien?. Ach so, ja, die Ferien, doch, doch.\u201c Dann zieht er sich in sein B\u00fcro zur\u00fcck. \u201eKeine St\u00f6rung bis Mittag.\u201c Er setzt sich in seinen bequemen Sessel, schlie\u00dft eine Schublade auf und nimmt die Zeitschrift heraus, in der er gestern las, nachdem er sich, wie jeden Sonntag, von der Familie abgesetzt hatte, um im B\u00fcro Spuren f\u00fcr den Montagmorgen zu legen: Zigarettenstummel, Kaffeebecher, Kittel \u00fcber der Stuhllehne, Auto in der Tiefgarage.<\/p>\n<p>Um elf Uhr konsultiert er sein TimeSystem, Kapitel \u201eLokale\u201c, und entscheidet sich (nach zwei Wochen Meeresfr\u00fcchten) f\u00fcr eine Landbeiz mit Schweizer Butterk\u00fcche und einem unverkrampften Verh\u00e4ltnis zu Innereien. Er l\u00e4sst sich \u201eeinen ruhigen Zweiertisch f\u00fcr einen Arbeitslunch\u201c reservieren und beginnt mit der Evaluation seines Lunchpartners.<\/p>\n<p>Um halb drei meldet er sich vom Parkplatz aus \u00fcber sein Natel \u201eaus einem Stau\u201c und geht in die Landbeiz zur\u00fcck. Um vier ist er wieder im B\u00fcro und beraumt eine Sitzung auf sechs an. Die Zeit bis dahin arbeitet er an seinem Arbeitsrapport. Die Sitzung leitet er mit routiniert vorget\u00e4uschter Effizienz und hebt sie kurz nach halb acht mit dem Hinweis auf, dass er noch zu tun habe. Er wartet die Putzequipe ab und legt dann die Spuren f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen: Zigarettenstummel, f\u00fcnf halbleere Kaffeebecher. Dann geht er den Kittel f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag aus dem Kofferraum holen und h\u00e4ngt ihn \u00fcber die Lehne des Besucherstuhls.<\/p>\n<p>Bevor er ins Taxi steigt, wirft Schwegler einen letzten Blick zum B\u00fcrohaus hinauf. Alles dunkel. Nur bei Schwegler brennt nat\u00fcrlich noch Licht.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dampfplauderer und Taugenichtse gibt es wohl in allen Metiers, in einigen mehr als in anderen. Damit muss man umgehen lernen, m\u00f6chte man sich nicht permanent dar\u00fcber \u00e4rgern oder seinen Job deswegen wechseln. Besonders gern tummeln sich solche Kollegen in den mittleren Etagen. 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