{"id":15753,"date":"2015-06-02T07:57:40","date_gmt":"2015-06-02T05:57:40","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=15753"},"modified":"2015-05-29T11:07:50","modified_gmt":"2015-05-29T09:07:50","slug":"ist-die-generation-ue40-wirklich-zu-alt-fuer-den-arbeitsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/06\/ist-die-generation-ue40-wirklich-zu-alt-fuer-den-arbeitsmarkt\/","title":{"rendered":"Ist die Generation \u00dc40 wirklich zu alt f\u00fcr den Arbeitsmarkt?"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>In den kommenden 15 Jahren werden ca. zehn Millionen Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden und fehlen damit u.a. als Wertsch\u00f6pfer, die das Inlandsprodukt mehren. Die L\u00fccken, die dadurch in der Belegschaft entstehen, werden massive Folgen f\u00fcr die Struktur des Wirtschaftslebens haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Spiegel Nr. 12, 2015, \u201e2030 Es kommen h\u00e4rtere Jahre\u201c, S. 27).<\/p>\n<p>Somit sollte man davon ausgehen, dass die Demographie die Unternehmen zwingt, sich intensiver als bisher um die erfahrenen Kr\u00e4fte in der Belegschaft zu k\u00fcmmern: sie zu motivieren, sich auch jenseits von 40 Jahren weiterzuentwickeln und neue Ziele zu setzen. Denn es darf nicht vergessen werden, dass diese Generation oft noch \u00fcber zwei Arbeitsjahrzehnte vor sich hat und nicht, wie es vor wenigen Jahren h\u00e4ufig der Fall war, mit knapp 60 als Vorruhest\u00e4ndler ausscheidet.<\/p>\n<p>Doch ist dem wirklich so?<\/p>\n<h3>Forderung nach dem Ende des Jugendwahns<\/h3>\n<p>Besch\u00e4ftigte im Alter von etwa 40 Jahren stellen laut einer Studie des Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle \u201edie am st\u00e4rksten treibende Kraft im Innovationsprozess\u201c dar. Wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter der Erwerbst\u00e4tigen jenseits von 40 Jahren liegt, bedeutet das f\u00fcr die deutschen Unternehmen einen negativen Verlauf f\u00fcr ihre Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Doch die \u00e4lteren Jahrg\u00e4nge &#8211; in diesem Fall \u00dc40 &#8211; durch j\u00fcngere zu ersetzen, ist in der heutigen Zeit nicht mehr so einfach m\u00f6glich wie in der Vergangenheit. Diesem Jugendwahn zu fr\u00f6nen, k\u00f6nnen sich immer weniger Firmen leisten.<\/p>\n<p>Studien haben gezeigt, dass \u00e4ltere Arbeitnehmer nicht schlechter arbeiten als j\u00fcngere, nur anders. Sie machen mehr kleine, aber weniger gro\u00dfe Fehler. Sie sind langsamer und haben weniger Ideen, verf\u00fcgen aber \u00fcber die Umsicht und Erfahrung, wie die Ideen der j\u00fcngeren umzusetzen sind. Arbeitsgruppen gemischten Alters, so zeigen Untersuchungen, k\u00f6nnen sogar die Produktivit\u00e4t eines Unternehmens steigern. (Spiegel Nr. 15, 2015, \u201eDie Demokalypse bleibt aus\u201c, S. 46)<\/p>\n<p>In der Praxis finden sich bereits vermehrt Unternehmen, die gezielt ihre \u00e4lteren Mitarbeitenden leistungsf\u00e4hig halten und deren Wissen sichern. So \u00e4u\u00dferte sich z.B. die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin eines Duisburger Technologieunternehmens folgenderma\u00dfen: \u201eEs ist Unsinn, dass Mitarbeiter in gewissen Lebensphasen nur bestimmte Dinge lernen. Wesentlich ist vielmehr die pers\u00f6nliche Motivation, ganz egal welches Alter.\u201c<\/p>\n<h3>Gewonnene Jahre als Ressource betrachten<\/h3>\n<p>Solche Beispiele zeigen, dass \u00e4ltere Arbeitnehmer ein wesentlicher Eckpfeiler im Unternehmen sind.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIndem wir, die Mehrheit der Zukunft, unser Altern neu \u00fcberdenken, k\u00f6nnen wir die Einstellung einer ganzen Gesellschaft zum Altern \u00e4ndern. \u2026 Altern ist Ver\u00e4nderung, nicht Verh\u00e4ngnis.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(Frank Schirrmacher, Methusalem-Komplott, S. 63f)<\/p>\n<p>Trotz vieler positiver Beispiele erlebt ein Gro\u00dfteil der Generation \u00dc40 bei einem Jobwechsel oder bei der Jobsuche zu oft das Gegenteil. Noch immer gibt es viele Branchen, die sich \u2013 trotz bereits bestehenden Fachkr\u00e4ftemangels &#8211; die Ablehnung von geeigneten Kandidaten aufgrund ihres Alters leisten. \u00c4ltere Arbeitnehmer werden noch nicht \u00fcberall als wertvolle Ressource betrachtet. Als Paradebeispiele gelten die IT- und Medienbranche. Man m\u00f6chte hip sein, flache Hierarchien und selbstbestimmtes Arbeiten bieten. Man stellt gern junge, unabh\u00e4ngige, \u201ehungrige\u201c Menschen ein, die auch wesentlich weniger kosten als erfahrene, \u00e4ltere. Dieses Vorgehen wirkt der langj\u00e4hrigen Demographiediskussion entgegen. Es existieren sogar Empfehlungen, dass man sich mit Ende 30, Anfang 40 in diesen Branchen Alternativen \u00fcberlegen sollte. Ein Ende des Jugendwahns ist also in diesem Bereich noch nicht in Sicht.<\/p>\n<p>Jedoch ist fraglich, wie lange es auch in solchen Branchen gelingt, geeignetes, gut qualifiziertes und junges Fachpersonal zu finden. Gerade in der IT-Branche ist der Fachkr\u00e4ftemangel am meisten pr\u00e4sent. Auch diese Unternehmen sollten umgehend beginnen, ihre Belegschaft \u2013 auch die Generation \u00dc40 \u2013 fit, qualifiziert und gesund zu halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den kommenden 15 Jahren werden ca. zehn Millionen Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden und fehlen damit u.a. als Wertsch\u00f6pfer, die das Inlandsprodukt mehren. Die L\u00fccken, die dadurch in der Belegschaft entstehen, werden massive Folgen f\u00fcr die Struktur des Wirtschaftslebens haben. (Spiegel Nr. 12, 2015, \u201e2030 Es kommen h\u00e4rtere Jahre\u201c, S. 27). 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