{"id":15819,"date":"2015-06-10T08:03:01","date_gmt":"2015-06-10T06:03:01","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=15819"},"modified":"2015-06-10T08:15:55","modified_gmt":"2015-06-10T06:15:55","slug":"stehaufmaennchen-im-job-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/06\/stehaufmaennchen-im-job-2\/","title":{"rendered":"Stehaufm\u00e4nnchen im Job"},"content":{"rendered":"<p>\u2026jeder kennt sie: Menschen, die sich von Krisen und Belastungen im Arbeitsleben nicht unterkriegen lassen, sondern diese scheinbar m\u00fchelos wegstecken. Der Fachterminus f\u00fcr die \u201eseelische Widerstandsf\u00e4higkeit\u201c lautet Resilienz. Er leitet sich vom lateinischen <em>resilio<\/em> (zur\u00fcckspringen) ab und bezeichnet in der Physik die Elastizit\u00e4t von Materialien, mit der sie nach einer \u00e4u\u00dferen Krafteinwirkung zu ihrer urspr\u00fcnglichen Form zur\u00fcckkehren. Heute geht es um Resilienz aus dem Blickwinkel der Psychologie.<\/p>\n<h3>Anf\u00e4nge der Resilienzforschung<\/h3>\n<p>Den ersten Beitrag zur Erforschung von Resilienz lieferte die amerikanische Psychologieprofessorin Emmy Werner. In einer gro\u00dfangelegten Langzeitstudie, die 1955 begann und 40 Jahre dauerte, beobachtete sie die Entwicklung von fast 700 Kindern, die auf einer hawaiianischen Insel geboren waren. Etwa ein Drittel dieser Kinder war ung\u00fcnstigen Entwicklungseinfl\u00fcssen wie chronischer Armut, Geburtskomplikationen oder der psychischen Erkrankung eines Elternteils ausgesetzt und dadurch besonders gef\u00e4hrdet f\u00fcr sp\u00e4tere Lern- oder Verhaltensprobleme. Werner konnte feststellen, dass trotzdem ca. 30% dieser betroffenen Kinder zu gesunden, zuversichtlichen und leistungsf\u00e4higen Erwachsenen heran wuchsen. Sie verf\u00fcgten offenbar \u00fcber eine besondere Widerstandsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber den Risikofaktoren; die Resilienz.<\/p>\n<h3>Wodurch entsteht Resilienz?<\/h3>\n<p>Werner identifizierte verschiedene sch\u00fctzende Faktoren, die diesen Kindern eine positive Entwicklung trotz der widrigen Umst\u00e4nde erm\u00f6glicht hatten. Zum Einen hatten Temperamentseigenschaften der Kinder einen g\u00fcnstigen Einfluss, die von Mitmenschen tendenziell positiv aufgenommen werden, wie Ausgeglichenheit, Aktivit\u00e4t, Intelligenz und geringe \u00c4ngstlichkeit. Zum Anderen gab es sch\u00fctzende Faktoren von au\u00dfen, wie eine stabile Bindung an die Mutter oder einen anderen Erwachsenen, eine hohe Schulbildung und gute erzieherische Kompetenz der Bindungsperson sowie eine verl\u00e4ssliche Gemeinschaft von anderen Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Diese Schutzfaktoren wirkten sich nicht nur auf Kindheit und Jugend aus, sondern hatten auch im Erwachsenenalter noch positive Auswirkungen.<\/p>\n<h3>Bedeutung von Resilienz im Arbeitsleben<\/h3>\n<p>Die Ergebnisse aus Werners Langzeitstudie wurden nach ihrer Publikation zun\u00e4chst auf Personen\u00a0\u00fcbertragen, die Krebserkrankungen, Terroranschl\u00e4ge oder Kriegsgefangenschaft \u00fcberlebt hatten und aus dieser Erfahrung nicht nur unversehrt, sondern sogar gest\u00e4rkt hervor gegangen waren. In den letzten Jahren r\u00fcckten auch die eher schleichenden Belastungen des Arbeitslebens immer st\u00e4rker in den Fokus der Resilienzforschung. Stress, hohe Anforderungen und wachsende Jobunsicherheit gef\u00e4hrden das seelische Gleichgewicht \u2013 insbesondere, wenn dem Arbeitnehmer wenig eigene Gestaltungsm\u00f6glichkeiten zur Strukturierung der Arbeit zur Verf\u00fcgung stehen oder die T\u00e4tigkeit nicht angemessen entlohnt wird.<\/p>\n<h3>Die eigene Resilienz steigern<\/h3>\n<p>Die gute Nachricht ist, dass sich die psychische Widerstandsf\u00e4higkeit st\u00e4rken l\u00e4sst. Welche Faktoren im Arbeitsleben zum Beispiel vor Burnout sch\u00fctzen k\u00f6nnen und wie sich die eigene Widerstandsf\u00e4higkeit erh\u00f6hen l\u00e4sst, thematisieren inzwischen viele Coaches, die sogar spezifische Resilienztrainings anbieten. Sie setzen vor allem am Aufbau der eigenen inneren bzw. \u00e4u\u00dferen Ressourcen an. Nach einem \u00a0Modell des Osnabr\u00fccker Resilienzzentrums steht Resilienz auf sieben S\u00e4ulen: Akzeptanz, Verantwortungs\u00fcbernahme, L\u00f6sungsorientierung, Zukunftsplanung, Selbstregulation, Optimismus und sozialen Beziehungen. Zu ihrer St\u00e4rkung werden Techniken vermittelt, die dabei helfen, die Opferrolle in einer Belastungssituation zu verlassen, und statt dessen aktiv die Kontrolle zur\u00fcckzugewinnen. Ein weiterer hilfreicher Ansatz liegt in der Reflexion von Krisen, die man bereits \u00fcberstandenen hat und in der Frage: Wie habe ich die Situation damals gemeistert?<\/p>\n<p>Egal, ob man sich neue Strategien anliest oder Unterst\u00fctzung in einem Workshop mit anderen findet \u2013 es ist in jedem Fall sinnvoll, auch pr\u00e4ventiv, seine pers\u00f6nlichen Resilienzquellen und \u2013reserven aufzusp\u00fcren und bewusst zu st\u00e4rken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026jeder kennt sie: Menschen, die sich von Krisen und Belastungen im Arbeitsleben nicht unterkriegen lassen, sondern diese scheinbar m\u00fchelos wegstecken. Der Fachterminus f\u00fcr die \u201eseelische Widerstandsf\u00e4higkeit\u201c lautet Resilienz. Er leitet sich vom lateinischen resilio (zur\u00fcckspringen) ab und bezeichnet in der Physik die Elastizit\u00e4t von Materialien, mit der sie nach einer \u00e4u\u00dferen Krafteinwirkung zu ihrer urspr\u00fcnglichen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":15820,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[98],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15819"}],"collection":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15819"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15819\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15820"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}