{"id":16019,"date":"2015-07-27T08:16:28","date_gmt":"2015-07-27T06:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=16019"},"modified":"2015-07-21T16:55:19","modified_gmt":"2015-07-21T14:55:19","slug":"ich-arbeite-also-bin-ich-warum-wir-auch-mal-abschalten-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/07\/ich-arbeite-also-bin-ich-warum-wir-auch-mal-abschalten-sollten\/","title":{"rendered":"Ich arbeite, also bin ich?!"},"content":{"rendered":"<h3>Warum wir auch mal abschalten sollten<\/h3>\n<p>In Sachen Selbstbeobachtung und -deutung bin ich an vorderster Front dabei. Der ein oder andere mag unterstellen: \u201etypisch Frau oder typisch Psychologiestudent\u201c, aber darauf m\u00f6chte ich nicht hinaus. Mir ist in der letzten Zeit etwas an mir aufgefallen, was mir nicht gef\u00e4llt: Ich spreche \u00fcber meine Arbeit und den Berufsalltag. Oft. Mit Jedem. Egal zu welchem Anlass man sich trifft, am Ende geht es grob um dieses Thema. Doch es geht nicht nur mir so. Die meisten meiner Gegen\u00fcber steigen sofort ein. Schnell sind ein, zwei Stunden rum, man schneidet thematisch alles mal an, oberfl\u00e4chlich, so richtig in die Tiefe geht es meist nur, wenn es sich um den Joballtag dreht. Als w\u00fcrde man sich nur dar\u00fcber definieren k\u00f6nnen. Ich arbeite, also bin ich?<\/p>\n<h3>Zeit &#8211; kostbar und oft verschwendet<\/h3>\n<p>Einen Job zu haben ist wichtig, keine Frage. Schlie\u00dflich zahlen sich Wohnung, Essen und die Kleinigkeiten, die sich jeder f\u00fcr sich g\u00f6nnt, nicht von allein. Zu Studiumszeiten dachte ich immer, ein Job stellt sp\u00e4ter mal eine massive Einschr\u00e4nkung der eigenen Zeit, sogar <a title=\"Work-Life-Verquickung\" href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2014\/07\/work-life-verquickung-fruher-hatten-wir-freunde-heute-haben-wir-kollegen\/\" target=\"_blank\">Lebensqualit\u00e4t<\/a>, dar. Mal hochgerechnet, abz\u00fcglich Schlaf, verbringt ein Vollbesch\u00e4ftigter hier auch die meiste Zeit in der Woche. Mein Wunsch war fr\u00fcher immer, in der freien Zeit etwas f\u00fcr mich tun zu k\u00f6nnen, unabh\u00e4ngig von den Menschen und Aufgaben meines Jobs. Irgendwie kontraproduktiv, wenn man auch dann das Thema mit sich rumtr\u00e4gt bzw. mit anderen teilt?!<\/p>\n<p>\u00dcber berufliche Themen zu sprechen, ist zu meiner Komfortzone geworden. Irgendwas gibt es immer, was ich oder mein Gegen\u00fcber gelernt haben oder was (mit) einem Kollegen \u201epassiert\u201c ist. Ein neues Tool, welches entdeckt und ausprobiert wurde, eine zwischenmenschliche Begebenheit, die einem wiederfahren ist oder schlicht und einfach eine Situation, die \u00e4rgerlich war. Ist das immer so berichtenswert? Nein. Ist das alles, was in meinem Leben geschieht? Um Himmelswillen, nein! Was ist mit den Filmen, die ich gesehen habe, mit den St\u00e4dten, die ich besucht oder interessanten Artikeln, die ich gelesen habe? W\u00e4ren das und noch mehr nicht viel spannendere Themen, die es zu bereden gibt? Irgendwie schon. Eines haben alle gemeinsam: eine eigene Meinung. Und mehr noch ben\u00f6tigen alle eines: Zeit. Zeit, die man sich daf\u00fcr nehmen muss und Zeit zu reflektieren. Zeit, die wir oft nicht bereit sind <em>wahrzunehmen<\/em>.<\/p>\n<h3>Beruf als Definition<\/h3>\n<p>Lernt man neue Menschen kennen, kommt die Frage nach dem Job meist relativ am Anfang. Die Berufswahl sagt viel \u00fcber einen Menschen aus, bietet sie uns doch die M\u00f6glichkeit, schnell und einfach etwas (hinein) zu interpretieren. Sag mir, womit du dein Geld verdienst und ich sage dir, wer du bist \u2013 schnell erhalten wir einen Einblick darin, wie kommunikativ jemand ist bzw. sein muss, in welche Richtung seine Interessen gehen und wie viel Zeit er mit Arbeit verbringt. Mich selbst beispielsweise nervt das Klischee des taffen Marketing-Hipsters, Entschuldigung <a href=\"http:\/\/mashable.com\/2015\/06\/09\/post-hipster-yuccie\/\" target=\"_blank\"><em>Yuccies<\/em><\/a>, einfach nur und ich identifiziere mich in keinster Weise mit diesem. Ich glaube zu wissen, dass mich mehr ausmacht, als einer, wie gern angenommen, rein kreativen T\u00e4tigkeit nachzugehen, die nicht viel Wissen erfordert.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich steht das \u201e\u00dcberleben\u201c im Fokus, aber jeder kann w\u00e4hlen, f\u00fcr wen und als was er arbeiten will. Beruf gleich Berufung ist das Ideal. Unser Job ist Teil der Selbstverwirklichung. Klingt gut, nicht wahr? Hier sehen wir, dass wir etwas leisten (sei es nur am Monatsende das erarbeitete Gehalt). Glaubt man Medien, Coaches und Psychologen, in Zeiten von \u00dcberstunden und Burn-out, wohl eher nicht. Wer sich mehr oder zu sehr mit seinem Job identifiziert, tut sich schwerer, auch mal loszulassen. Klingt einleuchtend, wenn man an das Selbst und Selbstverwirklichung denkt. St\u00fctzt sich das eigene Dasein zu sehr auf Erfolg im Job, setzt man sich schnell unter Druck. Den eigenen Erwartungen gerecht zu werden, ist dann schwierig \u2013 zumal man ja nicht nur im Job funktionieren muss. Kreisen die eigenen Gedanken oft um dieses eine Thema, f\u00e4llt das Abschalten schwer. Nur zu verst\u00e4ndlich, dass man sich dann auch mal dar\u00fcber austauschen muss.<\/p>\n<h3>Abschalten &#8211; ein Pl\u00e4doyer<\/h3>\n<p>Aus meiner Sicht, definiere ich mich nicht nur \u00fcber meinen Job. Es ist eine T\u00e4tigkeit, die mir Spa\u00df macht, aber sicher nur ein kleiner Teil, der Einfluss auf meine Pers\u00f6nlichkeit nimmt. Offensichtlich m\u00fcssen meine Umwelt und ich lernen, auch mal abzuschalten. Die Gedanken in andere Bahnen lenken, die sicher auch ein wenig positiver stimmen. Ein Mangel an Hobbies kann ein Grund sein, dass die Gedanken nur um den Beruf kreisen, muss es aber nicht. Manchmal ist man so eingespannt, dass es einfach schwer f\u00e4llt, an etwas anderes zu denken. Mit ein paar Tricks kann man die eigenen Gedanken jedoch beeinflussen &#8211; und da kommt er nun doch durch, der ehemalige Psychologiestudent. \ud83d\ude09<\/p>\n<ol>\n<li>Abschalten erlaubt<br \/>\nManchmal hilft es schon, sich daran zu erinnern, dass Feierabend oder Wochenende ist und man diese Zeit gern nutzen <em>darf<\/em>, auch mal an was anderes zu denken.<\/li>\n<li>Gedankenstopp<br \/>\nEs klingt im ersten Moment etwas l\u00e4cherlich, aber es hilft. Laut Stopp sagen, wenn die Gendanken beginnen zu kreisen. Schon mal probiert?<\/li>\n<li>Gedanken aufschreiben<br \/>\nSobald man die eigenen Gedanken in Worte fasst, werden sie klarer. Das Aufschreiben hilft dabei und ist eine Art Prozess, Negatives aus dem Kopf \u201eherauszubekommen\u201c.<\/li>\n<li>Ist es sinnvoll zu gr\u00fcbeln?<br \/>\nSofern ein Thema so pr\u00e4sent ist, dass man es nicht einfach \u201ebei Seite legen kann\u201c, sollte man nat\u00fcrlich versuchen, eine L\u00f6sung daf\u00fcr zu finden. Auch hier kann Aufschreiben hilfreich sein: Wer kann helfen? Was ist zu tun? Je konkreter, desto besser. Mit einem L\u00f6sungsweg vor Augen sollte es dann auch einfach sein, an etwas anderes zu denken.<\/li>\n<li>Bewegen<br \/>\nSei es durch ein Hobby oder schlicht und einfach ein bisschen Bewegung zur Lieblingsmusik \u2013 Bewegung hilft dabei, auf positive Gedanken zu kommen. Also einfach mal probieren. \ud83d\ude09<\/li>\n<\/ol>\n<p>Seit ich versuche, meine Gedanken ein wenig zu kontrollieren bzw. bewusst positiv einzustimmen, f\u00fchle ich mich besser und bin vor allem auch f\u00fcr mich selbst mehr als nur der Kollegen X im Bereich Y. Sch\u00f6ne, positive Gedanken erzeugen eine positive Stimmung. Strahlt man diese aus, steckt das nicht zu letzte auch die Gespr\u00e4chspartner an. Und was regt mehr zum Abschalten an, als ein angenehmer Plausch \u00fcber die sch\u00f6nen Dinge des Lebens?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum wir auch mal abschalten sollten In Sachen Selbstbeobachtung und -deutung bin ich an vorderster Front dabei. Der ein oder andere mag unterstellen: \u201etypisch Frau oder typisch Psychologiestudent\u201c, aber darauf m\u00f6chte ich nicht hinaus. 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