{"id":16113,"date":"2015-09-09T08:30:01","date_gmt":"2015-09-09T06:30:01","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=16113"},"modified":"2015-11-04T16:55:38","modified_gmt":"2015-11-04T15:55:38","slug":"ich-du-er-sie-es-richtig-siezen-und-duzen-im-job","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/09\/ich-du-er-sie-es-richtig-siezen-und-duzen-im-job\/","title":{"rendered":"Ich, Du, er, Sie, es \u2013 Richtig Siezen und Duzen im Job"},"content":{"rendered":"<p>Teilweise ist es Geschmackssache, oft aber einfach Knigge, wann man jemanden im Berufsalltag duzt oder siezt. In der IT-Branche, aber auch in der Medienbranche, duzen sich viele von der ersten Begegnung an. Selbst in machen Bewerbungsgespr\u00e4chen ist es mir schon untergekommen, dass mein Bewerber gleich mit einem Du begr\u00fc\u00dft wurde. Das ist sicherlich Geschmackssache. Ich selbst tue mich mit dem Du auch manchmal ein bisschen schwer. Das Sie zeugt meiner Meinung nach von mehr Respekt, den ich bestimmten Personen gern erweisen m\u00f6chte bzw. ist ein Du f\u00fcr mich irgendwie bedeutungsvoller, wenn es erst im passenden Moment angeboten wird.<\/p>\n<p>Es gibt Situationen, da ist das Sie mehr als erw\u00fcnscht, aber eben auch Grauzonen, wie beispielsweise das Party-Du. Welche Faustregeln gibt es also zum richtigen Duzen im Job und wann muss man die Situation entscheiden lassen?<\/p>\n<h3>Richtig Duzen im Job<\/h3>\n<p>Am einfachsten ist es nat\u00fcrlich, wenn ein Unternehmen klare Vorgaben zum Du oder Sie gibt. Mittlerweile ist es, auch au\u00dferhalb der T\u00fcren IKEA\u2019s, Teil der Kultur vieler Firmen, sich (inklusive Chef) zu duzen. Das Du vermittelt eine Art Zusammengeh\u00f6rigkeit und stellt alle Beteiligten auf Augenh\u00f6he. Ob das im Falle von Konflikten\/Unstimmigkeiten von Vorteil ist, sei mal dahingestellt. Ich sage nur \u201eLiebe Siglinde, hiermit spreche ich dir eine Abmahnung aus&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Gibt es kein Duz-Gebot, gelten allgemein folgende Regeln zum Duzen im Job:<\/p>\n<ul>\n<li>Der rangm\u00e4\u00dfig H\u00f6herstehende bietet zuerst das Du an<\/li>\n<li>Bei gleichem \u201eRang\u201c geht der \u00c4ltere in die Initiative<\/li>\n<li>Der Dienst\u00e4ltere bietet dem Neuen das Du an<\/li>\n<li>Ein angebotenes Du darf auch abgelehnt werden<\/li>\n<li>Das Du sollte jedoch NIE eingefordert werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn man jemandem das Du anbietet, sollte man diese Entscheidung sehr bewusst treffen, ehrlich meinen und signalisieren, dass es auch abgelehnt werden kann. Der Gegen\u00fcber sollte diese Absichten sp\u00fcren k\u00f6nnen und nicht in Zwang geraden. Eine M\u00f6glichkeit ist z.B.:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDa wir jetzt schon eine Weile zusammenarbeiten, wollte ich fragen, ob wir uns nicht einfach duzen wollen? Wenn Ihnen das unangenehm ist, ist das f\u00fcr mich aber auch in Ordnung.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcbers Knie brechen sollte man das Du nicht und schon gar nicht einfordern. Letzteres signalisiert nicht unbedingt Professionalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das Geschlecht spielt bei allen Regeln heutzutage \u00fcbrigens keine Rolle mehr und generell scheinen die genannten Normen im Zeitalter flacher Hierarchien und Work-Life-Verflechtungen immer mehr zu verwischen. Dies steigert im Ernstfall nat\u00fcrlich die Gefahr, dass man einen Fettnapf mitnimmt.<\/p>\n\n<h3>Das Du zum Chef<\/h3>\n<p>\u2026 kann ganz schnell zu einem solchen werden. Kommt man neu in ein Unternehmen, bietet, wenn \u00fcberhaupt, der Chef das Du als Rangh\u00f6herer und Dienst\u00e4lterer an. Egal wann und von wem man das Du angeboten bekommt, man darf es nat\u00fcrlich auch ablehnen. Allerdings sollte man gerade dann auf Etikette achten, um seinem Gegen\u00fcber, welcher ja eigentlich Wertsch\u00e4tzung signalisieren wollte, nicht vor den Kopf zu sto\u00dfen. Eine Begr\u00fcndung ist zwar nicht verpflichtend, entspannt die Situation aber und erleichtert die k\u00fcnftige Zusammenarbeit. Die Bitte um Verst\u00e4ndnis, dass Verh\u00e4ltnis beruflich\/professionell halten zu wollen, verbunden mit Dank f\u00fcr das Angebot hilft beim herauslavieren. Zum Beispiel so:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch freue mich \u00fcber das Angebot, m\u00f6chte es jedoch nicht annehmen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich w\u00fcrde im Beruf gern eine professionelle Distanz wahren und daher beim Sie bleiben. Bitte haben Sie Verst\u00e4ndnis.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Falle des Chefs ist die Ablehnung sicherlich besonders vorsichtig anzugehen. Sagt man zu, k\u00f6nnte sich das Verhalten der Kollegen \u00e4ndern, je nachdem, wer den Chef noch alles duzen darf. Zur\u00fcckweisung kommt aber sicher auch nicht gut an. Ein Mienenfeld. :\/<\/p>\n<h3>Wir sind keine Freunde mehr \u2013 Vom Du zur\u00fcck zum Sie<\/h3>\n<p>Ist eher schwierig. Im Eifer der Weihnachtsfeier oder im Impuls \u00fcber den erfolgreich laufenden Firmenempfang, gern in Verbindung mit einem Glas Sekt, nimmt man auch mal ein Du an, welches man am n\u00e4chsten Morgen lieber wieder ablehnen w\u00fcrde. Generell sollte zu jeder Zeit und in jedem \u201eZustand\u201c genau dar\u00fcber nachgedacht werden, ob das Du wirklich angemessen ist. F\u00fchlt man sich am Morgen danach doch nicht wohl mit der Entscheidung, hei\u00dft es schnell handeln. Mehr als 24 Stunden sollten bis zum R\u00fcckzug nicht vergehen und dieser selbst sollte mit viel Feingef\u00fchl durchgef\u00fchrt werden. Wer erst nach Tagen mit der Sprache rausr\u00fcckt und doch wieder Abstand gewinnen will, distanziert sich enorm und erleichtert die k\u00fcnftige Zusammenarbeit ganz sicher nicht. Im Einzelfall gilt als also zu entscheiden, ob man ein Risiko eingeht oder eine Sache einfach aussitzt.<\/p>\n<p>Wer sich umgekehrt nicht sicher ist, ob das angebotene Du, z.B. vom Chef, auch am \u201eMorgen danach\u201c noch gilt, sollte abwarten, wie er angesprochen wird. Ergibt sich keine passende Situation, einfach weiter Siezen. Wendet die andere Person dann ein: \u201eAber wir waren doch beim Du\u201c ist man auf der sicheren Seite und kann leicht \u00fcberspielen: \u201eStimmt ja, es ist noch so frisch.\u201c \ud83d\ude09<\/p>\n<h3>Und am Ende: Z\u00e4hlt doch das Fingerspitzengef\u00fchl<\/h3>\n<p>Eine Antwort auf die Frage \u201eDuzen oder Siezen?\u201c l\u00e4sst sich oft aus Umgangsformen und den Gewohnheiten innerhalb einer Gemeinschaft oder eines Unternehmens ableiten. Aber, sie ist immer auch eine Sache der pers\u00f6nlichen Einstellung und jeweiligen Situation. Knigge hin oder her, es werden einem immer wieder Menschen begegnen, die sowohl die eigene, pers\u00f6nliche Auffassung als auch die allgemeing\u00fcltigen Empfehlungen zum h\u00f6flichen Umgang gewollt oder ungewollt ignorieren. Zur richtigen Du- oder Sie-Entscheidung geh\u00f6rt immer etwas Feingef\u00fchl und ganz sicher auch Erfahrung.<\/p>\n<p><em>Du m\u00f6chtest regelm\u00e4\u00dfig Informationen \u00fcber Bewerbungstrends erhalten? <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/bewerberblog-newsletter\/\">Melde dich jetzt f\u00fcr unseren Newsletter an!<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teilweise ist es Geschmackssache, oft aber einfach Knigge, wann man jemanden im Berufsalltag duzt oder siezt. In der IT-Branche, aber auch in der Medienbranche, duzen sich viele von der ersten Begegnung an. Selbst in machen Bewerbungsgespr\u00e4chen ist es mir schon untergekommen, dass mein Bewerber gleich mit einem Du begr\u00fc\u00dft wurde. Das ist sicherlich Geschmackssache. Ich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":38,"featured_media":16115,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[99],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16113"}],"collection":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/38"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16113\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}