{"id":16636,"date":"2016-01-08T08:45:04","date_gmt":"2016-01-08T07:45:04","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=16636"},"modified":"2016-01-12T16:04:54","modified_gmt":"2016-01-12T15:04:54","slug":"big-five-auf-die-persoenlichkeit-kommt-es-an-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/01\/big-five-auf-die-persoenlichkeit-kommt-es-an-22\/","title":{"rendered":"\u201eAuf die Pers\u00f6nlichkeit kommt es an!\u201c (2\/2)"},"content":{"rendered":"<p>Im <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/10\/auf-die-persoenlichkeit-kommt-es-an-12\/\" target=\"_blank\">ersten Teil<\/a> dieser Reihe wurden die Big Five, die f\u00fcnf gro\u00dfen S\u00e4ulen der Pers\u00f6nlichkeit, bereits beschrieben: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit f\u00fcr Erfahrungen, Vertr\u00e4glichkeit und Gewissenhaftigkeit. Heute wird es endlich konkret: Warum sind die Big Five f\u00fcr Personaler so interessant? Welche Eigenschaft hat sich als besonders &#8222;karrieredienlich&#8220; heraus gestellt? Und wie verhalte ich mich nun am besten im Interview?<\/p>\n<h3>Die Big Five in der Personalarbeit<\/h3>\n<p>Neben der Anwendung in Beratung und Therapie haben die Big Five auch im beruflichen Kontext einen festen Platz. Einsatzfelder liegen in der Personalauswahl, Personalentwicklung und im Coaching. Die m\u00f6glichen Herangehensweisen sind vielf\u00e4ltig:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcblich ist zum Beispiel der Vergleich von Pers\u00f6nlichkeitsprofilen mehrerer Kandidaten \u2013 Wer passt am besten auf eine offene Stelle?<\/li>\n<li>Umgekehrt k\u00f6nnen Personaler auch anhand der Big Five ein \u201eIdealprofil\u201c f\u00fcr eine bestimmte Position definieren und anhand dessen gezielt Kandidaten suchen.<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/08\/das-360-grad-feedback\/\" target=\"_blank\">360\u00b0-Feedback<\/a> oder in Assessmentcentern kann zus\u00e4tzlich zur Selbsteinsch\u00e4tzung auch die Fremdeinsch\u00e4tzung einer Person durch Kollegen oder externe Beobachter vorgenommen werden. Selbst- und Fremdwahrnehmung k\u00f6nnen dadurch verglichen werden.<\/li>\n<li>Auch bei der Teamentwicklung k\u00f6nnen Pers\u00f6nlichkeitsprofile hilfreich sein. Konflikte sind vorprogrammiert, wenn zwei Mitarbeiter mit niedriger Vertr\u00e4glichkeit aufeinander treffen, oder wenn Kollegen eine sehr gegens\u00e4tzliche Auspr\u00e4gung in ihrer Offenheit f\u00fcr Erfahrung oder ihrer Gewissenhaftigkeit haben. Dagegen liegt der klare Vorteil von bunt gemischten Teams in einer gr\u00f6\u00dferen Vielfalt an Herangehensweisen und L\u00f6sungswegen, die bei der Arbeit bei zur Verf\u00fcgung stehen. Hier muss ein passender Kompromiss gefunden werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Welche Big Five-Eigenschaften sind im Job entscheidend?<\/h3>\n<p>Aus der eigenen Erfahrung im Alltag hat man h\u00e4ufig bereits ein gutes Gef\u00fchl daf\u00fcr, welche Eigenschaften eher als karrieredienlich einzustufen sind und welche nicht. Tats\u00e4chlich belegt auch die Wissenschaft in unz\u00e4hligen Studien, wie Big Five-Faktoren und beruflicher Erfolg zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Die wichtigste Erkenntnis der Forschung: Der Big Five-Faktor mit der gr\u00f6\u00dften Bedeutung f\u00fcr beruflichen Erfolg, ist die <em>Gewissenhaftigkeit<\/em> (Judge et al., 1999). Sie wirkt sich positiv auf alle Berufsgruppen aus. Allerdings gilt nicht \u201eje mehr desto besser\u201c \u2013 ab einem gewissen Ausma\u00df werden ausschweifende Planung und gro\u00dfe Detailverliebtheit kontraproduktiv.<\/p>\n<p>Der zweitwichtigste Faktor ist der <em>Neurotizismus<\/em>: Wer wenig neurotisch, sondern eher emotional stabil und ausgeglichen ist, ist im Job erfolgreicher (Judge et al., 1999). Das gilt ganz besonders f\u00fcr Berufe, in denen es darauf ankommt \u201edie Nerven zu behalten\u201c, z.B. Chirurgen, Piloten oder Polizisten. Ein mittleres Ausma\u00df an Neurotizismus ist dagegen von Vorteil f\u00fcr Berufe, in denen sensibel und feinf\u00fchlig auf Andere eingegangen werden muss, wie z.B. Au\u00dfendienstmitarbeiter, Berater und Therapeuten.<\/p>\n<p>Die anderen drei Big Five-Faktoren liegen in ihrer Relevanz f\u00fcr den Joberfolg hinter den bereits genannten. F\u00fcr spezifische Berufsgruppen haben sie dennoch gro\u00dfe Bedeutung. <em>Extraversion<\/em> ist sicherlich das erste Merkmal, an welches man bei einem guten Verk\u00e4ufer denkt. Ein \u00fcberdurchschnittlich introvertierter Mensch wird dagegen eher selten F\u00fchrungskraft oder Spitzenpolitiker, sondern eher Schriftsteller, Biologe oder Buchhalter.<\/p>\n\n<p><em>Offenheit f\u00fcr Erfahrungen<\/em> ist besonders wichtig f\u00fcr alle kreativen Berufe, wie K\u00fcnstler, Wissenschaftler und Entwickler. Personen mit hoher Auspr\u00e4gung sind offen f\u00fcr neue Impulse und werfen Altbew\u00e4hrtes auch mal um. Personen mit geringerer Offenheit f\u00fcr Erfahrungen finden sich in Berufen, in welchen sich Pragmatismus und Konservativit\u00e4t auszahlen, wie z.B. Verwaltungsberufe.<\/p>\n<p><em>Vertr\u00e4glichkeit<\/em> w\u00fcnscht sich wohl jeder bei seinen Kollegen, denn vertr\u00e4gliche Menschen sind besonders angenehme Zeitgenossen. In den meisten sozialen Berufen (Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Grundschullehrer) arbeiten sehr vertr\u00e4gliche Personen w\u00e4hrend weniger vertr\u00e4gliche Menschen sich in Positionen wiederfinden, in denen es auf Konkurrenzkampf und Durchsetzung ankommt, z.B. Anw\u00e4lte, Politiker, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<h3>Was hei\u00dft das f\u00fcrs Vorstellungsgespr\u00e4ch?<\/h3>\n<p>L\u00e4sst sich aus alldem eine Empfehlung f\u00fcr das Jobinterview ableiten? Ja und Nein. Nat\u00fcrlich kann man sich \u00fcberlegen, welche Eigenschaften f\u00fcr die angestrebte Position besonders wichtig sind und im Vorstellungsgespr\u00e4ch darauf achten, genau diese Punkte in den Mittelpunkt der Selbstpr\u00e4sentation zu r\u00fccken. Das kann die Jobchancen tats\u00e4chlich erh\u00f6hen, allerdings nur dann, wenn man die angepriesenen Eigenschaften auch tats\u00e4chlich besitzt, d.h. an Verhaltensbeispielen aus der Vergangenheit belegen und auch nonverbal ausdr\u00fccken kann.<\/p>\n<p>Eine Position, f\u00fcr die man sich im Interview verstellen m\u00fcsste, w\u00e4re h\u00f6chstwahrscheinlich nicht die richtige. Zwar schafft man es eventuell durchs Bewerbungsverfahren und bekommt den Job; wie lange man ihn aber beh\u00e4lt oder wie zufrieden man damit ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Am erfolgreichsten sind Menschen nachweislich, wenn sie ihren wahren St\u00e4rken und Talenten folgen. Und um diese f\u00fcr sich selbst einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, k\u00f6nnen die Big Five wiederum ein guter Anhaltspunkt sein.<\/p>\n<h3>Selbsttest<\/h3>\n<p>Wer sich nun f\u00fcr seine pers\u00f6nliche Auspr\u00e4gung der Big Five interessiert, f\u00fcr den stehen im Internet zahlreiche <a href=\"http:\/\/www.big-five.biz\" target=\"_blank\">Kurzfrageb\u00f6gen<\/a> zur Verf\u00fcgung. Bei den meisten dieser \u201eTests\u201c handelt es sich um Abwandlungen der deutlich l\u00e4ngeren und kostenpflichtigen Originalversion (NEO-F\u00fcnf-Faktoren-Inventar von Costa und McCrae). Obwohl diese Kurztests wissenschaftlich weniger fundiert sind, erm\u00f6glichen sie doch einen neuen und spannenden Blick auf die eigene Pers\u00f6nlichkeit&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n<p><em>Du m\u00f6chtest regelm\u00e4\u00dfig Informationen zum Bewerbungsprozess erhalten? <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/bewerberblog-newsletter\/\">Melde dich jetzt f\u00fcr unseren Newsletter an!<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ersten Teil dieser Reihe wurden die Big Five, die f\u00fcnf gro\u00dfen S\u00e4ulen der Pers\u00f6nlichkeit, bereits beschrieben: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit f\u00fcr Erfahrungen, Vertr\u00e4glichkeit und Gewissenhaftigkeit. Heute wird es endlich konkret: Warum sind die Big Five f\u00fcr Personaler so interessant? Welche Eigenschaft hat sich als besonders &#8222;karrieredienlich&#8220; heraus gestellt? 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