{"id":16860,"date":"2016-04-14T08:19:09","date_gmt":"2016-04-14T06:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=16860"},"modified":"2016-05-12T11:43:15","modified_gmt":"2016-05-12T09:43:15","slug":"lesen-nehmen-wir-uns-noch-ausreichend-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/04\/lesen-nehmen-wir-uns-noch-ausreichend-zeit\/","title":{"rendered":"Lesen \u2013 Nehmen wir uns noch ausreichend Zeit?"},"content":{"rendered":"<h2>Wir sind \u00fcberall (Teil 3)<\/h2>\n<h3>Lesestrategien im 21. Jahrhundert<\/h3>\n<p>Es zeigt sich im beruflichen und privaten Alltag, dass Jugendliche ihr Leseverhalten an ihr Computer- und Fernsehverhalten angepasst haben. Sie \u00fcberfliegen nur noch Textstellen und k\u00f6nnen so den Zusammenhang nicht richtig erschlie\u00dfen. Einen starken Einfluss auf das Leseverhalten haben dabei Smartphones, Tablets, E-Book-Reader und die besonderen Anforderungen, die das Internet an die Medienkompetenz seiner Nutzer stellt. Es ist festzustellen, dass sich in unserem Jahrhundert das Leseverhalten fundamental ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Das Lesen im 21. Jahrhundert wird durch die neuen Medien bestimmt, deren Ergebnis immer k\u00fcrzere Texte mit geringerer Halbwertzeit sind. Aus Briefen werden E-Mails, Facebook-Mitteilungen oder Whats App-Nachrichten. Zwar werden durchaus komplexe Texte am Bildschirm gelesen, jedoch ist die Entwicklung eines neuen Lesestils zu beobachten. Immer mehr Menschen tendieren dazu, Texte zu \u00fcberfliegen, Abschnitte zu \u00fcberspringen und kleinere \u201eH\u00e4ppchen\u201c zu lesen. Das Internet verf\u00fchrt zu unkonzentrierter Informationssuche, die das selbst\u00e4ndige Denken untergr\u00e4bt (siehe auch Artikel <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/03\/perspektivwechsel-erwuenscht\/\">Wir sind \u00fcberall (Teil 2) \u2013 Perspektivwechsel<\/a>).<\/p>\n<h3>Keine Zeit mehr f\u00fcr intensives, l\u00e4ngeres Lesen<\/h3>\n<p>Es stellt sich beim Thema Lesen sofort folgende Frage: Bei der Schnelllebigkeit, den M\u00f6glichkeiten, die das Internet bietet, und wie wir unsere Freizeit gestalten k\u00f6nnen, liest dann \u00fcberhaupt noch jemand intensiv und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum ein Buch? Ja, doch leider mit sinkender Anzahl der Leser, denn die neuen Medien machen den klassischen B\u00fcchern zunehmend Konkurrenz. Das traditionelle Lesen verschwindet immer mehr zugunsten des Lesens im Internet, auf dem Tablet, auf dem Smartphone. Die gute Nachricht ist allerdings, dass nicht weniger gelesen wird. Im Gegenteil! Es wird heutzutage durch die digitalen Medien sogar mehr gelesen. Doch geht die Tendenz zu k\u00fcrzeren Texten. So modifiziert das neue Leseverhalten auch die Texte.<\/p>\n<p>Bei der Planung des Tagesablaufs spielt das klassische Lesen immer seltener eine wichtige Rolle. Es wird zunehmend lieber im Urlaub oder in der Freizeit gelesen. Im Alltag planen wir f\u00fcr das Lesen immer seltener feste Zeiten ein. Vielmehr nimmt das Lesen in kleineren Abschnitten zu. B\u00fccher werden in mehreren Etappen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum gelesen.<\/p>\n\n<h3>Lesen vs. Ausschreiben von Jobangeboten<\/h3>\n<p>Das ver\u00e4nderte Leseverhalten (kurze Texte, oberfl\u00e4chliches Erfassen von Inhalten) hat auch Auswirkungen auf die Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Viele Anschreiben deuten auf eine oberfl\u00e4chliche Besch\u00e4ftigung mit dem ausgeschriebenen Job. Fragt man bei dem Bewerber nach, wird schnell klar, dass er die Anzeige nicht bis zum Schluss oder auch nur punktuell gelesen hat. Einzelne Schlagworte wurden wahrgenommen und f\u00fchrten dazu, eine Bewerbung ausgerichtet auf einzelne Anforderungen\/Voraussetzungen zu verschicken. Geht man jedoch ins Detail, wird auch seitens der Bewerber schnell klar, dass es Punkte gibt, die der Bewerber nicht oder nicht ausreichend erf\u00fcllen kann.<\/p>\n<p>Doch sollte nicht nur das Leseverhalten der Bewerber kritisch betrachtet werden. Auch Personalabteilungen und Personaldienstleister m\u00fcssen sich fragen, ob die geschalteten Jobangebote noch zeitgem\u00e4\u00df und auf das ver\u00e4nderte Leseverhalten ausgerichtet sind. Sind sie visuell ansprechend mit Bildern\/Grafiken gestaltet? Sind sie auf einen Blick erfassbar oder zeichnen sie sich durch lange Texte mit blasser Farbe und wenig ansprechendem Design aus?<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Die neuen Lesestrategien haben zu einem starken Anstieg der \u201eH\u00e4ppchen-Leser\u201c gef\u00fchrt. Jugendliche \u00fcberfliegen beim Lesen nur noch die Seiten oder lesen nur die interessantesten Passagen. Das zeigen die Ergebnisse der Studien und Umfragen, die im Auftrag der Stiftung Lesen seit 1992 wiederholt durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Leser passen sich immer st\u00e4rker an das Informations\u00fcberangebot in der Mediengesellschaft an.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>schlie\u00dft Prof. Klaus Ring, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/www.stiftunglesen.de\/\" target=\"_blank\">Stiftung Lesen<\/a>, aus der Studie. Positiv ist dabei, dass nicht weniger sondern mehr gelesen wird und dass ein anderes Leseverhalten unser digitales Zeitalter bestimmt. Jedoch sind noch nicht alle Beteiligten ausreichend auf die Anforderungen des Informationszeitalters vorbereitet. So sind hier vor allem die Eltern und auch die Schulen gefragt, hinreichend auf die Jungend einzuwirken, dass man sich wieder ausreichend Zeit zum Lesen nehmen kann und muss, denn \u201edas Betriebssystem der neuen Medien ist das Lesen.\u201c betont Prof. Klaus Ring.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind \u00fcberall (Teil 3) Lesestrategien im 21. Jahrhundert Es zeigt sich im beruflichen und privaten Alltag, dass Jugendliche ihr Leseverhalten an ihr Computer- und Fernsehverhalten angepasst haben. Sie \u00fcberfliegen nur noch Textstellen und k\u00f6nnen so den Zusammenhang nicht richtig erschlie\u00dfen. 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