{"id":16864,"date":"2016-05-12T08:04:46","date_gmt":"2016-05-12T06:04:46","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=16864"},"modified":"2016-05-12T11:18:21","modified_gmt":"2016-05-12T09:18:21","slug":"multitasking-tugend-oder-untugend-der-informationsgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/05\/multitasking-tugend-oder-untugend-der-informationsgesellschaft\/","title":{"rendered":"Multitasking &#8211; Tugend oder Untugend der Informationsgesellschaft?"},"content":{"rendered":"<h2>Wir sind \u00fcberall (Teil 4)<\/h2>\n<p>Unsere Berufswelt ist gepr\u00e4gt von Schnelllebigkeit, Stress und steigendem Druck. Immer \u00f6fter m\u00fcssen mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt werden. Die st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit von Internet und digitalen Medien, das Umschalten von einer Aufgabe auf eine andere f\u00f6rdern den Trend zum Multitasking. Man arbeitet am Computer, wird von einem Telefonat unterbrochen und wendet sich anschlie\u00dfend wieder der Computerarbeit zu, l\u00e4sst sich von einem E-Mail unterbrechen und geht wieder zur\u00fcck zur Computerarbeit.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAlle sind sich einig: die gr\u00f6\u00dfte Tugend der Informationsgesellschaft hei\u00dft Multitasking. Sie wird von M\u00fcttern, Managern, Arbeitern, Akademikern, Schulkindern, Eltern, Gro\u00dfeltern verlangt, und sie ist die nachweislich erste Verhaltensweise, die uns die Computer aufzwangen, nachdem sie selbst gelernt hatten, mehrere Aufgaben gleichzeitig auszuf\u00fchren.\u201c Frank Schirrmacher, Payback, 2009, S. 69<\/p><\/blockquote>\n<h3>Doch ist Multitasking \u00fcberhaupt m\u00f6glich?<\/h3>\n<blockquote><p>\u201eWenn man die Funktionsweise des menschlichen Gehirns auch nur ein wenig kennt, so wei\u00df man, dass es unm\u00f6glich ist, zwei Aufgaben mit gleich hoher Konzentration zu erledigen. Es ist eher so, dass man eine Aufgabe automatisiert erledigt, w\u00e4hrend man sich auf die andere konzentrieren kann.\u201c www.die-frau.at \u2013 Multitasking ist eine L\u00fcge, 12.03.2011 \u2013 23.03.2016<\/p><\/blockquote>\n\n<p>Verfolgt man mehrerer Informationsfl\u00fcsse, verliert man seine F\u00e4higkeit zu geistiger Tiefe und Nachhaltigkeit. Man verliert allm\u00e4hlich das, was uns Menschen noch immer von den Computern unterscheidet: Kreativit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t, Individualit\u00e4t und Spontanit\u00e4t. Wir funktionieren nach den Vorgaben des Internets, der Computer und sind kaum noch in der Lage, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Multitasking f\u00fchrt dazu, dass man bereit ist, beim kleinsten Informationsreiz alles stehen und liegen zu lassen. Der Stanford-Forscher Clifford Nass fand in seinen Studien heraus, dass man damit nicht effizienter wird, sondern <a href=\"http:\/\/news.stanford.edu\/news\/2009\/august24\/multitask-research-study-082409.html\" target=\"_blank\">in einigen Bereichen die geistigen Leistungen sogar fehlerhafter werden<\/a>. Im Ergebnis wird sogar langsamer gearbeitet.<\/p>\n<h3>Stressfaktor Multitasking<\/h3>\n<p>Multitasking belastet unsere Konzentrationsf\u00e4higkeit. Jeder dritte B\u00fcroangestellte leidet bereits unter der Informations\u00fcberflutung. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK hervor. Arbeitnehmer m\u00fcssen t\u00e4glich immer mehr Informationen pro Tag verarbeiten und werden mit immer komplexeren Aufgaben konfrontiert. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. F\u00fcr viele Menschen bedeutet Multitasking Stress und wirkt gesundheitsgef\u00e4hrdend. Jedoch gibt es auch Arbeitnehmer, die gern mehrere Aufgaben nebeneinander bearbeiten. Sie bew\u00e4ltigen Multitasking-Aufgaben nicht schneller oder besser als andere, aber sie sind zufriedener mit ihrer Arbeitsweise. Von daher muss jeder einzelne f\u00fcr sich entscheiden, welche Arbeitsweise f\u00fcr ihn passt. Diese gilt es dann zu optimieren.<\/p>\n\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Zusammenfassend stellt man fest, dass durch die permanente Ablenkung die <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/02\/abhandenkommen-der-aufmerksamkeit\/\">Aufmerksamkeit<\/a> auf die wichtigen Dinge verloren geht. Wir richten uns nach den Vorgaben des Computers und reagieren nicht mehr spontan, individuell. Wir sind nicht mehr in der Lage, die <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/03\/perspektivwechsel-erwuenscht\/\">Perspektive<\/a>, die Sichtweise zu wechseln. Aufgrund der Informationsf\u00fclle \u00fcberfliegen wir nur noch Texte ohne den Inhalt intensiv zu erfassen und nachhaltig in unserem Gehirn abzuspeichern. Durch das Erledigen mehrerer Aufgaben gleichzeitig, fehlt die Konzentration und korrekte Erledigung einer Sache. Somit ist die anfangs gestellte Frage: \u201eMultitasking \u2013 Tugend oder Untugend?\u201c dahingehend hinreichend beantwortet, als dass Ergebnisse diverser Studien zeigen, dass die neuen Technologien geistige Anforderungen stellen, die man nicht erlernen kann \u2013 im Gegenteil:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIntensive Multitasker werden selbst im Multitasken schlechter, je l\u00e4nger sie ihm nachgehen.\u201c (Frank Schirrmacher, Payback, 2009, S. 72)<\/p><\/blockquote>\n<p>Multitasking ist also nur in begrenztem Ma\u00dfe sinnvoll, f\u00fchrt nicht zu Zeitersparnis und mehr Resultaten. Vielmehr empfiehlt sich, die Besch\u00e4ftigung mit den Themen Zeitmanagement und Selbstorganisation, denn komplexe Aufgaben lassen sich nicht durch Multitasking l\u00f6sen, sondern durch Konzentration, Aufmerksamkeit, Setzen von Priorit\u00e4ten, Abschalten von Ablenkungen und Zeiten, in denen man ohne St\u00f6rungen arbeiten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind \u00fcberall (Teil 4) Unsere Berufswelt ist gepr\u00e4gt von Schnelllebigkeit, Stress und steigendem Druck. Immer \u00f6fter m\u00fcssen mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt werden. Die st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit von Internet und digitalen Medien, das Umschalten von einer Aufgabe auf eine andere f\u00f6rdern den Trend zum Multitasking. 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