{"id":16868,"date":"2016-04-13T08:07:18","date_gmt":"2016-04-13T06:07:18","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=16868"},"modified":"2017-08-08T12:45:11","modified_gmt":"2017-08-08T10:45:11","slug":"was-ist-dran-am-burnout-syndrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/04\/was-ist-dran-am-burnout-syndrom\/","title":{"rendered":"Was ist dran am Burnout-Syndrom?"},"content":{"rendered":"<h2>\u00dcberbelastung ernst nehmen<\/h2>\n<h3>Der Begriff <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/06\/psychohygiene-am-arbeitsplatz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eBurnout\u201c<\/a><\/h3>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts vor allem als Bezeichnung f\u00fcr stressbedingtes \u201eAussteigen\u201c aus dem Beruf definiert. F\u00fcr \u00c4rzte, die sich f\u00fcr ihre Patienten verausgaben. Sp\u00e4ter f\u00fcr stressgeplagte Manager.<br \/>\nHeute ist der Begriff allgegenw\u00e4rtig, wenn wir von \u00dcberlastung, Antriebslosigkeit und Ersch\u00f6pfung im Alltag sprechen. Er findet bereits Anwendung bei Studenten, jungen Leuten, die dem Lerndruck nicht mehr gewachsen sind, zu viel in zu kurzer Zeit erreichen wollen, aber motivationslos und schlaflos sind. Machen sich Burnout-Patienten selbst etwas vor, wenn sie sich \u00fcberarbeitet f\u00fchlen oder hat sich unsere t\u00e4gliche Belastungsgrenze tats\u00e4chlich von den k\u00f6rperlichen Beschwerden auf die Mentalen verlagert? Wird im Job und im Studium zu viel von uns gefordert? Oder achten Arbeitgeber nicht gut genug auf die Bed\u00fcrfnisse ihrer Mitarbeiter?<\/p>\n<h3>Die Zahlen l\u00fcgen nicht<\/h3>\n<p>Wenn wir einen Blick auf die Ursachen der Krankschreibungen im letzten Jahr werfen (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dak.de\/dak\/download\/Vollstaendiger_bundesweiter_Gesundheitsreport_2015-1585948.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">DAK Gesundheitsreport 2015<\/a>), stellen wir fest: Arbeitsunf\u00e4higkeit aufgrund psychischer Erkrankungen ist l\u00e4ngst ein gegenw\u00e4rtiges Problem und neben Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und der Atemwege eine der Hauptursachen f\u00fcr Arbeitsunf\u00e4higkeit. Wie kann das sein?<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob uns im Alltag tats\u00e4chlich zu viel abverlangt wird und \u00fcber den Begriff \u201eLeistungsgesellschaft\u201c l\u00e4sst sich diskutieren. Tats\u00e4chlich sind unbezahlte Praktika und Teilzeitvertr\u00e4ge nach abgeschlossenem Studium keine Seltenheit mehr. Dem gegen\u00fcber steht, nach dem Bologna Prozess 1999, die k\u00fcrzere Regelstudienzeit, die vielleicht strafferen Stundenpl\u00e4ne und die h\u00e4rtere Arbeit f\u00fcr die Credit Points an den europ\u00e4ischen Universit\u00e4ten. Des Weiteren sind es die Unsicherheit des eigenen Arbeitsplatzes und die mittlerweile nicht mehr strikte Trennung von Job und Privatleben, die offensichtliche Stressverursacher sind. Aber soll das tats\u00e4chlich die gr\u00f6\u00dfere Belastung sein, wenn wir uns mit den Generationen vor uns vergleichen?<\/p>\n<h3>Fr\u00fcher Cholera und Malaria. Heute alles nur Tralala.<\/h3>\n<p>Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche <a href=\"http:\/\/www.hilfe-bei-burnout.de\/burnout-test\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Burnout-Selbsttests<\/a>, die ebenfalls zwei verschiedene Positionen erlauben. Zum einen, die Selbsterkenntnis f\u00fcr tats\u00e4chlich Betroffene, ihren Alltag umzustrukturieren, sich mehr Pausen und Schlaf zu g\u00f6nnen, mehr Eigenverantwortung f\u00fcr die eigene Gesundheit zu \u00fcbernehmen und sich gegebenenfalls Beratung zu suchen. Zum andern den beinah schon als Manipulation zu verstehenden Versuch, aus jeder M\u00fcdigkeit, jedem lustlosen Aufstehen und jedem in Frage stellen des eigenen Berufs oder Alltags ein psychisches Problem zu machen und den Kliniken die Patienten in die Arme zu spielen. Wo genau also liegt hier die Relation? Und wann werden Antriebslosigkeit und Alltagsstress wirklich zur Gefahr f\u00fcr die eigene Psyche?<br \/>\nIn diesem Zusammenhang f\u00e4llt oft der Begriff \u201eDepression\u201c. Auch wenn Burnout und Depression auf den ersten Blick \u00e4hnlich erscheinen, so gibt es doch einen Unterschied. Das Burnout-Syndrom ist nach ICD (<em>International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) <\/em>keine anerkannte Krankheit, sondern lediglich eine Diagnose. Das macht es Burnout-Patienten nat\u00fcrlich oft schwer, ernst genommen zu werden.<\/p>\n<h3>St\u00e4ndiger Stress,<\/h3>\n<p>Druck und das Gef\u00fchl etwas zu m\u00fcssen und es nicht zu wollen. Ist Stress in unserer Gesellschaft vielleicht l\u00e4ngst zu einer Art Statussymbol geworden, das unseren Erfolg und unsere Pr\u00e4senz suggeriert? Selbst dann ist es f\u00fcr Betroffene und damit f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der Arbeitnehmer und Studenten, sicher wenig hilfreich, sie als Simulanten und Dr\u00fcckeberger abzutun. Denn die Frage, ob eine Krankheit ernst zu nehmend ist oder nicht, stellt sich h\u00f6chstens, solange sie noch Einzelfall ist. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse behauptet jeder zweite der Deutschen von sich, gestresst zu sein. Stress bedeutet sicher bis zu einem gewissen Grad auch Antrieb. Aber nicht, wenn er zum Dauerzustand im Alltag wird.<\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir unsere Ziele nicht so verbissen verfolgen. Und vielleicht sollten wir, w\u00e4hrend wir in der Bibliothek arbeiten, nicht auf Facebook chatten. Dann haben wir vielleicht auch kein schlechtes Gewissen, wenn wir in unserer Freizeit nicht arbeiten. Wahrscheinlich sollten wir auch geregelter Schlafen, Essen, uns bewegen und uns einen Ausgleich zur Arbeit schaffen. Mit Sicherheit jedenfalls, sollten wir Probleme nicht tabuisieren, nur weil sie uns nicht direkt betreffen und im Gegenzug keine Probleme machen, wo keine sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberbelastung ernst nehmen Der Begriff \u201eBurnout\u201c In der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts vor allem als Bezeichnung f\u00fcr stressbedingtes \u201eAussteigen\u201c aus dem Beruf definiert. 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