{"id":16871,"date":"2016-04-19T07:40:35","date_gmt":"2016-04-19T05:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=16871"},"modified":"2016-04-18T08:55:10","modified_gmt":"2016-04-18T06:55:10","slug":"sexismus-medienecho-oder-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/04\/sexismus-medienecho-oder-realitaet\/","title":{"rendered":"Sexismus \u2013 Medienecho oder Realit\u00e4t?"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema Sexismus ist derzeit in aller Munde. Verst\u00e4rkt durch die Ereignisse in K\u00f6ln, in der Silvesternacht, aber auch schon vorher durch Themen wie Frauenquote, Teilzeitarbeit, etc. Ich m\u00f6chte nicht das F\u00fcr und Wider von Frauen in F\u00fchrungspositionen abhandeln, dazu sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden. Meiner Ansicht nach, ist dies generell keine Frage f\u00fcr pauschale Aussagen. Was mich allerdings besch\u00e4ftigt, ist die mehr oder weniger latente Diskriminierung von Frauen, die mir Tag f\u00fcr Tag im Berufsalltag bzw. in Gespr\u00e4chen mit Freunden begegnet. Offensichtlich wird noch immer in starken Klischees und Schubladen zwischen M\u00e4nnern und Frauen gedacht. Damit einhergehend, habe ich manchmal das Gef\u00fchl, ich m\u00fcsste mich entscheiden. Entweder ich mache Karriere oder ich werde \u201eMutter\u201c. Wieso eigentlich, wo mir als <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/01\/generation-y-welche-ansprueche-sie-an-die-unternehmen-stellt\/\" target=\"_blank\">Generation Y<\/a>-Individuum doch so viele M\u00f6glichkeiten offen stehen?<\/p>\n<h3>M\u00e4nner sind flei\u00dfig, Frauen emotional<strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/h3>\n<p>2016, Digitalisierung, Work-Life-Balance \u2013 Noch immer werden Frauen in manchen Unternehmen nur bestimmte Aufgaben zugeteilt, weil sie Frauen sind, es ihnen angeblich an H\u00e4rte und\/oder analytischem Denkverm\u00f6gen fehlt und sie mit ggf. aufkommender Kritik nicht klar kommen. Noch immer werden in bestimmten Branchen vorrangig M\u00e4nner eingestellt, weil diese nicht stutenbissig sind und eher rational. Noch immer werden M\u00e4nner bevorzugt, weil sie im Falle von \u00dcberstunden angeblich nicht auf die Uhr schauen und bereitwillig l\u00e4nger im B\u00fcro bleiben. Und auch mit Ende 20 wird man ungewollt noch mit M\u00e4dchen\/M\u00e4del angesprochen. Ist das nur ein Ausschnitt aus der Realit\u00e4t?<\/p>\n<p>Vielen von euch fallen auf Anhieb bestimmt Beispiele ein, die sie selbst miterlebt haben und die best\u00e4tigen, dass ich hier nicht auf einen feministischen Trip aufspringe. Die Ansprache als \u201eM\u00e4dchen\u201c ist sicher Geschmackssache. Da diese Formulierung jedoch gern von \u00e4lteren Kollegen genutzt wird, empfinde ich das pers\u00f6nlich als Herabsetzung: die Kleine, die noch so viel lernen muss.<\/p>\n<p>Wir leben im 21. Jahrhundert, auch Frauen steht die Welt offen, z.B. f\u00fcr analytische\/technische Berufe. Vielleicht sind die Vorlieben f\u00fcr bestimmte Berufe zwischen den Geschlechter unterschiedlich verteilt, aber eigentlich wissen wir doch, dass Erfolg im Beruf keine Frage des Geschlechts ist. Sondern viel mehr eine Frage des Talents und nicht selten der Chancen, die man ergreifen kann.<\/p>\n<h3>Erfolg = Stress = M\u00e4nnlich?<\/h3>\n<p>Ich bin sehr f\u00fcr Familie und zu diesem Bild geh\u00f6ren nicht getrennte Urlaube und Hotels mit Kinderanimation. Als Hausfrau sehe ich mich dennoch nicht, eigentlich noch nicht mal in Teilzeit. Trotzdem f\u00fchle ich mich, wenn ich an die Zukunft denke, vor die Wahl gestellt: Karriere oder Kind. Beides ist mit bestimmten Klischees behaftet. Kind geht, gef\u00fchlt, nur Hand in Hand mit Teilzeit und Stechuhr-Mentalit\u00e4t. Oder uns wird das Bild der \u201e\u00dcberfrau\u201c vermittelt, die perfekt ist, beides kann und dabei nat\u00fcrlich auch noch sch\u00f6n und ungestresst ist.<\/p>\n<p>Wieso eigentlich? Gibt es nicht auch M\u00e4nner, die p\u00fcnktlich das B\u00fcro verlassen und Frauen, die sich nicht zu schade sind f\u00fcr \u00dcberstunden? Gibt es nicht auch V\u00e4ter, die so viel Zeit wie m\u00f6glich mit ihren Kindern verbringen wollen, auch zwischen den Wochenenden? Und Frauen, die so oft es geht, l\u00e4nger im B\u00fcro bleiben und ihre Kinder trotzdem lieb haben? Wenn man Kinder hat, muss man die Zeit nat\u00fcrlich besser einteilen und will auch etwas von seinen Kindern haben. Muss man sich daf\u00fcr sch\u00e4men? Ich kenne M\u00fctter, die in Teilzeit arbeiten und vermutlich mehr schaffen, als andere in 8 Stunden \u2013 einfach, weil sie es m\u00fcssen. Wo kommen wir denn hin, wenn wir Arbeitskraft nach der Bereitschaft werten, immer mal ein paar Stunden l\u00e4nger zu bleiben, weil eben kein Kind abgeholt werden muss? Z\u00e4hlt nicht das Resultat am Ende des Tages? Und noch viel wichtiger: ist erfolgreich nur, wer Tag f\u00fcr Tag \u00dcberstunden sammelt, Stress hat?<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/www.bento.de\/art\/twentysomething-fotografen-zeigen-das-leben-junger-menschen-weltweit-83581\/\" target=\"_blank\">Twentysomething<\/a> Frauen sind anders<\/h3>\n<p>Nein, es folgt nun keine weitere Beschreibung der Generation Y und ihrer Erwartungen an die Arbeitswelt. Ja, wir sind anders. Das sp\u00fcre ich im Vergleich mit meinen Eltern, das lese ich Tag f\u00fcr Tag in Blogs und Magazinen und merke es auch in der Zusammenarbeit mit \u00e4lteren Kollegen. Der Bildungsweg ist heute anders, die Auswahlm\u00f6glichkeiten sind gr\u00f6\u00dfer und die Zeit ist (gef\u00fchlt) schnelllebiger. Man sagt uns nach, wir seinen generell unverbindlicher, in der Liebe und in Freundschaften. Die Freizeit und der Spa\u00df seien uns das Wichtigste im Leben. Sehr pauschal, zu sehr.<\/p>\n<p>Gerade das \u201eman sagt uns nach\u201c und die Idealbilder &#8211;\u00a0 Studium, Auslandsaufenthalt (am besten allein), Berufsaufstieg, feste Partnerschaft und Kinder &#8211; die wir erreichen sollen, eben weil wir es k\u00f6nnen, erzeugen Druck. Was ist, wenn ich das gar nicht m\u00f6chte? Nat\u00fcrlich wei\u00df ich nicht, was mir ohne Zeit im Ausland entgangen ist, aber wohl f\u00fchle ich mich dennoch in meiner Haut. Ich will nicht sofort Kinder und ich muss auch kein CEO an meiner T\u00fcr stehen haben. Das Reihenhaus mit Garten ist f\u00fcr mich eher Albtraum, als ertr\u00e4umtes Ziel. Ich habe keine herausragenden k\u00fcnstlerischen oder naturwissenschaftlichen Begabungen, trotzdem ging es in der Vergangenheit beruflich immer voran. Das Leben ist nicht planbar. Ich hoffe einfach, dass sich die Dinge mit ein bisschen Offenheit irgendwie f\u00fcgen werden und ich aus der Vielzahl von Wahlm\u00f6glichkeiten die richtigen ausw\u00e4hle. Oder zumindest das Beste aus den gew\u00e4hlten mache.<\/p>\n<h3>\u2026 auch ein bisschen selbstverschuldet?<\/h3>\n<p>Nat\u00fcrlich wird jungen Frauen nicht alles von \u201eder Gesellschaft\u201c aufgedr\u00fcckt. Mache \u00c4ngste (wieder so ein Wort der Literatur zur Generation Y) entstehen auch durch den Druck, den man sich selbst macht. Eigentlich muss ich mich bzw. \u201efrau\u201c sich ja nicht sofort entscheiden. Wir haben f\u00fcr so vieles Zeit. Zeit zum Arbeiten und Karriere machen, aber auch Zeit f\u00fcr die Familienplanung. Die Zeit, alles auf uns zukommen zu lassen und noch einmal zu \u00fcberdenken, die sollten wir uns nehmen. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir auch nicht alles haben, nur weil theoretisch die M\u00f6glichkeit besteht. Die Rahmenbedingungen dazu (Teilzeit ohne Diskriminierung, Anerkennung von Leistung unabh\u00e4ngig vom Geschlecht, etc.), die w\u00fcnsche ich mir von Arbeitgebern hierzulande. F\u00fchrungsetagen, die nicht den demographischen Wandel verfluchen und dennoch steinzeitliche M\u00e4nner- und Frauenbilder verk\u00f6rpern, sondern offen sind f\u00fcr neue Modelle. Damit zumindest der Sexismus des Arbeitsalltags nicht mehr f\u00fcr alle Frauen zur Realit\u00e4t geh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema Sexismus ist derzeit in aller Munde. Verst\u00e4rkt durch die Ereignisse in K\u00f6ln, in der Silvesternacht, aber auch schon vorher durch Themen wie Frauenquote, Teilzeitarbeit, etc. Ich m\u00f6chte nicht das F\u00fcr und Wider von Frauen in F\u00fchrungspositionen abhandeln, dazu sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden. 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