{"id":17719,"date":"2016-07-22T08:02:08","date_gmt":"2016-07-22T06:02:08","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=17719"},"modified":"2019-08-09T10:58:23","modified_gmt":"2019-08-09T08:58:23","slug":"unzufrieden-im-job-deine-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/07\/unzufrieden-im-job-deine-entscheidung\/","title":{"rendered":"Unzufrieden im Job? \u2013 Deine Entscheidung!"},"content":{"rendered":"<p>Mal ehrlich, wer von uns ist in seinem Job tats\u00e4chlich zufrieden? Und wie viele unserer Freunde und Bekannten sind es? Aktuelle Karriereblogs und -coaches raten uns wahlweise zu Aktionismus (Jobhopping, <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/03\/sabbatical-auszeit-vom-job\/\">Sabbatical<\/a>, eigene Firma gr\u00fcnden) oder zu Achtsamkeit (Yoga, Zu-Haus-Handy-Aus, Soulfood). Keinen Soforthilfe-Tipp dagegen, daf\u00fcr aber einen erfrischenden Denkansatz bietet der deutsche \u201eManagement-Guru\u201c Reinhard K. Spengler in seinem Buch \u201eDie Entscheidung liegt bei dir\u201c. Darin benennt er unter anderem zwei Un(!)zufriedenheitsfaktoren, die \u00fcberraschen d\u00fcrften: <strong>Belohnungen<\/strong> und die <strong>Work-Life Balance<\/strong>. Und er leitet ab, die eigene Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit sei vor allem eins: <strong>Entscheidungssache<\/strong>!<\/p>\n<h3>Unzufriedenheit durch Belohnung<\/h3>\n<p>Was ist der Grund, aus dem wir Tag f\u00fcr Tag zur Arbeit gehen? F\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung lautet die schlichte Antwort: um Geld zu verdienen. Doch gerade die Be- und Entlohnung von Arbeit sieht Sprengler in Bezug auf die Arbeitszufriedenheit kritisch. Gehaltserh\u00f6hungen, Boni, ein Lob vom Chef oder zus\u00e4tzlicher Urlaub erh\u00f6hen zwar kurzzeitig die Motivation, erzeugen aber auch eine Erwartungshaltung: F\u00fcr dieselbe Leistung soll zuk\u00fcnftig auch wieder dieselbe Belohnung erfolgen \u2013 und um weiterhin zu motivieren, muss die \u201eDosis\u201c st\u00e4ndig erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Studien zeigen, dass Belohnung auch Folgen f\u00fcr die Freude an der eigentlichen Aufgabe hat. In einem <a href=\"http:\/\/psycnet.apa.org\/journals\/psp\/28\/1\/129\/\">Experiment<\/a> durften Kinder mit Filzstiften malen. Einige Kinder wurden anschlie\u00dfend f\u00fcr das Malen belohnt, die anderen nicht. Als allen Kindern einige Wochen sp\u00e4ter die Filzstifte erneut angeboten wurden, hatten die Kinder, die f\u00fcrs Malen belohnt worden waren, nachweislich weniger Lust, sich nochmals damit zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n<p>Die T\u00e4tigkeit selbst wird durch Belohnung als weniger sinnstiftend und befriedigend erlebt, w\u00e4hrend in den Fokus r\u00fcckt, was \u201edanach\u201c kommt: der Feierabend, das Wochenende, das Gehalt am Monatsende und schlie\u00dflich, endlich (!) die Rente.<\/p>\n<h3>Unzufriedenheit durch Work-Life-Balance<\/h3>\n<p>Eine weitere Gef\u00e4hrdung der Arbeitszufriedenheit sieht Sprengler in der sogenannten <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2014\/07\/work-life-verquickung-fruher-hatten-wir-freunde-heute-haben-wir-kollegen\/\">Work-Life-Balance<\/a>. Dieses Konzept suggeriert, dass Arbeit und Leben in zwei verschiedenen \u201eWaagschalen\u201c geh\u00f6ren und ein \u00e4hnliches Gewicht haben sollten. Mit anderen Worten: \u201eDu kannst und solltest alles haben\u201c. Diese Idee, in der viele ein Heil- und Pr\u00e4ventionsmittel gegen <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/04\/was-ist-dran-am-burnout-syndrom\/\">Burnout<\/a> sehen, ist nach Sprengler vielmehr dessen Ursache.<\/p>\n<p>Burnout definiert er nicht als zu hohe Arbeitsbelastung, sondern als die Ersch\u00f6pfung, die resultiert, wenn man sich nicht konsequent entscheidet. Wer auf ein reiches Privatleben <em>und<\/em> einen erf\u00fcllten Job besteht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er ausbrennt. Seine Schlussfolgerung lautet: \u201eStress ist der Orden der Unentschiedenen\u201c. Der gef\u00e4hrliche Stress entsteht durch die \u00e4u\u00dferliche Anpassung an die Anforderungen des Alltags, w\u00e4hrend man in Wirklichkeit noch etwas anderes will (wenn man beispielsweise \u00dcberstunden zustimmt, obwohl man eigentlich nach Hause zur Familie m\u00f6chte oder umgekehrt, Zeit zu Hause verbringt, obwohl man lieber noch am Projekt weiterfeilen w\u00fcrde).<\/p>\n<h3>Zufriedenheit durch bewusste Entscheidungen<\/h3>\n<p>Zufriedenheit ist ein spannungsfreier Zustand, in dem man sich mit sich selbst und seiner Umwelt im Frieden befindet und nichts begehrt, was man nicht hat. Erreichen l\u00e4sst sich dieser Zustand nur durch die ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Motiven und durch die Konsequenz, nach diesen auch zu leben.<\/p>\n<p>Letztlich tun Menschen immer genau das, was sie tun wollen. Sie bleiben in einem Job ohne Herausforderungen, weil ihnen das gesicherte Einkommen wichtiger ist. Sie treten die verlockende Weltreise nicht an, da ihnen der Preis, daf\u00fcr festen Job und Wohnsitz aufzugeben, zu hoch ist. Sie machen keine steile Karriere in Politik oder Wissenschaft, weil sie lieber mehr Zeit mit der Familie verbringen.<\/p>\n<p>Wie sich der Einzelne auch entscheidet \u2013 Die wichtigste Einsicht f\u00fcr mehr Zufriedenheit im Job (und im Leben) ist nach Sprengler, dass eben nicht &#8222;alles&#8220; m\u00f6glich ist. Dass man sich die <strong>eigene Wahl<\/strong>, die in jedem Handeln oder Nicht-Handeln steckt, ganz bewusst vor Augen f\u00fchrt. Dass man zu seiner Wahl steht und auch akzeptiert, was damit gleichzeitig abgew\u00e4hlt wird. Und sollte sich eine Entscheidung (irgendwann) als falsch herausstellen, so bleibt das bewusste Um- oder Neuentscheiden immer eine Option. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><em>Du m\u00f6chtest regelm\u00e4\u00dfig &#8222;Post&#8220; von uns erhalten? <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/bewerberblog-newsletter\/\">Melde dich jetzt f\u00fcr unseren Newsletter an!<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mal ehrlich, wer von uns ist in seinem Job tats\u00e4chlich zufrieden? Und wie viele unserer Freunde und Bekannten sind es? Aktuelle Karriereblogs und -coaches raten uns wahlweise zu Aktionismus (Jobhopping, Sabbatical, eigene Firma gr\u00fcnden) oder zu Achtsamkeit (Yoga, Zu-Haus-Handy-Aus, Soulfood). Keinen Soforthilfe-Tipp dagegen, daf\u00fcr aber einen erfrischenden Denkansatz bietet der deutsche \u201eManagement-Guru\u201c Reinhard K. 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