{"id":17752,"date":"2016-08-03T07:53:58","date_gmt":"2016-08-03T05:53:58","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=17752"},"modified":"2016-08-01T18:10:52","modified_gmt":"2016-08-01T16:10:52","slug":"der-netzwerkeffekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/08\/der-netzwerkeffekt\/","title":{"rendered":"Der Netzwerkeffekt"},"content":{"rendered":"<h2>Warum man grade mit Software steinreich werden kann<\/h2>\n<p>Kaum eine Branche besitzt so viele Monopole wie die IKT-Branche. Doch woran liegt das eigentlich? Die Antwort lautet \u201eNetzwerkeffekt\u201c. Was darunter zu verstehen ist, wisst ihr sp\u00e4testens am Ende dieses Beitrags.<\/p>\n<h3>Der Kunde gibt dem Produkt seinen Wert<\/h3>\n<p>Der Netzwerkeffekt bezeichnet, dass ein Produkt an Wert gewinnt, je mehr Nutzer es hat bzw. je weniger Alternativen es dazu gibt. Er l\u00e4sst sich sowohl bei Unternehmen, als auch ganzen Technologien beobachten. Das <a href=\"http:\/\/fa.ltings.de\/files\/2011\/02\/netzwerkeffekt.png\">Telefon<\/a> zum Beispiel ist ein simples Beispiel. Wer kauft sich ein Telefon, wenn niemand anderes eins hat? Kaum jemand, schlie\u00dflich kann er damit niemanden anrufen. Es hat ja keiner ein Telefon. Je mehr Menschen sich nun aber doch eines kaufen, desto mehr Nutzen hat das Produkt. Schlie\u00dflich w\u00e4chst die Zahl m\u00f6glicher Verbindungen mit jedem neuen Telefon \u00fcberproportional an. Also kaufen sich noch mehr Menschen ein Telefon und nutzen es. Der Wert steigt weiter. Die E-Mail ist ein anderes Beispiel. <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/technik\/it-internet\/netzwerkeffekt-warum-facebook-der-konkurrenz-keine-chance-laesst\/3498904.html\">Auch Facebook<\/a>, Whatsapp, Microsoft oder ebay sind genau durch diesen Effekt so gro\u00df geworden, wie sie es sind. \u00a0Myspace hingegen wurde derselbe Effekt zum Verh\u00e4ngnis, weil niemand verschiedene Netzwerke nutzen m\u00f6chte, um alle Freunde beisammen zu haben.<\/p>\n<h3>Standards setzen<\/h3>\n<p>Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten, wie Netzwerkeffekte entstehen k\u00f6nnen. Nehmen wir zum Beispiel Microsoft. Bill Gates hat es geschafft, mit Windows einen Standard zu setzen. F\u00fcr Software bietet es sich schlie\u00dflich an, dass jede dasselbe Betriebssystem nutzt, da ansonsten auf jedem Rechner mehrere Betriebssysteme installiert sein m\u00fcssten. Die meisten Menschen nutzen heute Windows, weshalb vor allem f\u00fcr dieses System neue Software entwickelt wird. Und davon profitiert wiederum Microsoft mit Windows. Gut zu beobachten war der Kampf um den Netzwerkeffekt auch in der <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/webwelt\/article1783205\/Wie-Blu-Ray-den-Formatkrieg-gewann.html\">Beanspruchung um die Nachfolge der DVD<\/a>. Die Bluray Disc setzte sich schlie\u00dflich 2008 gegen die HD DVD durch. Nachdem Time Warner bekannt gab, nur noch auf Bluray zu setzen, folgten viele weitere R\u00fcckschl\u00e4ge innerhalb kurzer Zeit, so dass mit Toshiba der wichtigste HD-DVD-Entwickler wenig sp\u00e4ter ausstieg und der Kampf entschieden war.<\/p>\n<h3>Kundengruppen voneinander profitieren lassen<\/h3>\n<p>Eine andere Ursache <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/wirtschaft\/ebay-feiert-20-geburtstag-aid-1.5362960\">verdeutlicht Ebay<\/a>. Ebay betreibt eine mehrseitige Plattform, auf der sich mehrere Kundengruppen auf einem Marktplatz treffen \u2013 K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer. Nun sucht sich jeder K\u00e4ufer naturgem\u00e4\u00df den Marktplatz aus, auf dem das Angebot am gr\u00f6\u00dften und die Preise durch den Wettbewerb (vermeintlich) am niedrigsten sind. Jeder Verk\u00e4ufer will dagegen m\u00f6glichst viele potentielle Kunden. F\u00fcr beide Seiten ist das letztendlich Ebay geworden. Meist wird blo\u00df von einer Seite eine Geb\u00fchr verlangt. Bei Ebay sind das die Verk\u00e4ufer, bei Facebook die Werbekunden. Google besitzt sogar drei Kundengruppen: Websurfer, Webseitenbetreiber und Werbetreibende. Die ersten beiden Gruppen d\u00fcrfen den Dienst kostenlos nutzen, die Werbetreibenden m\u00fcssen bezahlen.<\/p>\n<h3>Auch indirekt profitieren<\/h3>\n<p>Doch auch der indirekte Netzwerkeffekt hat einen Einfluss. So gibt es bei Facebook neben den Nutzern und den Werbetreibenden noch die Entwickler von Spielen wie Farmville oder Webseitenbetreiber, die die Facebook-Registrierung nutzen. Obwohl sie nicht direkt Teil der Kernplattform sind, entwickeln sie immer mehr, je mehr Nutzer die Plattform hat. Auch dadurch steigt der Nutzen f\u00fcr die Kunden wiederum, wodurch sich noch mehr neue Nutzer anmelden.<\/p>\n<h3>Wie gewonnen, so zerronnen<\/h3>\n<p>Allerdings gibt es auch eine Schattenseite, denn der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2013-04\/schuelervz-ende\">Netzwerkeffekt kann genauso zu einem Fluch werden<\/a>. So kann es f\u00fcr eine Plattform auch in die andere Richtung gehen, wenn ein anderer Anbieter das eigene Angebot qualitativ \u00fcberholt. So beschleunigt sich der Niedergang, je mehr Mitglieder ein Angebot verlassen. Allerdings k\u00f6nnen durch den Netzwerkeffekt qualitative Nachteile auch ausgeglichen werden. Je gr\u00f6\u00dfer der bisher erzielte Netzwerkeffekt ausf\u00e4llt, desto gr\u00f6\u00dfer auch der Ausgleich. So gibt es <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/netzwerk-in-der-kritik-die-dunklen-seiten-von-facebook-a-845127.html\">gg\u00fc. Facebook viel Kritik<\/a> wegen dem Datenschutz. Doch andere kleine und unter Umst\u00e4nden neue Anbieter, die soziale Netzwerke mit besserem Datenschutz anbieten, haben dennoch <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/alternative-netzwerke-raus-aus-facebook-nur-wohin\/11301978.html\">kaum eine Chance<\/a>.<\/p>\n\n<h3>Was Pinguine damit zu tun haben<\/h3>\n<p>Ein Bereich, der ganz entscheidend diesem Effekt unterliegt, ist neben sozialen Netzwerken und virtuellen Marktpl\u00e4tzen der Bereich Multiplayer-Spiele. Denn wie schon im Namen deutlich geschrieben steht, stehen und fallen diese mit der Zahl der Spieler. Deshalb ist es wichtig, eine gewisse Mindestmenge an Nutzern f\u00fcr das eigene Produkt zu begeistern. Hier l\u00e4sst sich auch der sogenannte Pinguin-Effekt besonders gut verdeutlichen. Angelehnt ist er an Pinguinen, die auf Eisschollen stehen und sich wegen der Angst vor Fressfeinden nicht ins Wasser trauen. Erst wenn einer sich trotz des h\u00f6heren Risikos \u00fcberwindet und als Erster ins Wasser springt folgen die anderen. \u00dcbertragen beschreibt der Effekt, dass die ersten Nutzer einer neuen Sache (hier eines neuen Spiels) besonders wenig Nutzen daraus ziehen, solange es nicht mehr Nutzer gibt. Erst wenn die ersten Nutzer sich dennoch dazu entschlie\u00dfen, einen Dienst in Anspruch zu nehmen folgen die Anderen und der Nutzen steigt f\u00fcr alle. Trauen sich aber nicht gen\u00fcgend Personen, kann ein Angebot scheitern. Steht nun in den ersten Kritiken zu einem Multiplayer-Spiel, dass es kaum andere Spieler auf den Servern gibt, mit denen man spielen k\u00f6nnte, kaufen sich besonders wenig Menschen dieses Spiel. Es gilt also, grade am Anfang eine sogenannte kritische Masse an Nutzern zu erreichen, ab der der Netzwerkeffekt einsetzt. Dazu gibt es <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=mjNQAgAAQBAJ&amp;pg=PA106&amp;lpg=PA106&amp;dq=pinguineffekt&amp;source=bl&amp;ots=ONw5bqfjab&amp;sig=z8M6BOvPCBburx1PLRNB6Zeu3vg&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiSyfqv_MfNAhUMOhQKHeuZBiE4ChDoAQgpMAM#v=onepage&amp;q=pinguineffekt&amp;f=false\">verschiedene M\u00f6glichkeiten<\/a>.<\/p>\n<h3>Gutes Monopol, schlechtes Monopol<\/h3>\n<p>Im Netzwerkeffekt liegt auch der Grund f\u00fcr so einige Wettbewerbsverbote. So kritisierten die EU-W\u00e4chter bereits Microsoft wegen seines Internet Explorers. Schlie\u00dflich sind Monopole grunds\u00e4tzlich nicht gewollt. Allerdings gibt es auch Nutzen in manchen Monopolen. F\u00fcr den Nutzer ist es schlie\u00dflich viel einfacher, wenn er alle Kontakte in einem Netzwerk b\u00fcndeln oder technische Standart-Infrastruktur nutzen kann. Hier m\u00fcssen andere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um nicht die Entstehung, sondern die Ausnutzung eines Monopols zu verhindern. Das ist auch wegen dem sogenannten <a href=\"http:\/\/42he.com\/de\/blog\/2014-06-der-lock-in-effekt-lockt-mal-wieder\">Lock-In-Effekt<\/a> wichtig. Dieser bezeichnet die Tatsache, dass der Wechsel mancher Angebote mit hohen Kosten einhergeht, wodurch der Netzwerkeffekt gest\u00e4rkt wird.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eEs sind die Wechselkosten, die den Kunden die Geduld gaben bei Windows zu bleiben trotz all unseren Fehlern, unseren fehlerhaften Treibern, unseren hohen Gesamtbetriebskosten, unserem Mangel an einer sexy Vision hin und wieder und vielen anderen Schwierigkeiten \u2026 Kunden probieren st\u00e4ndig andere Desktopplattformen, aber es w\u00fcrde so viel Arbeit machen, zu wechseln, dass sie hoffen, dass wir einfach Windows verbessern anstatt sie zu zwingen zu wechseln.\u201c Aaron Contorer, ehemaliger Microsoft Manager f\u00fcr C++-Entwicklung<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es liegt also in der Natur der Sache, dass sowohl im Hardware- als auch im Software-Bereich so viele Monopole entstehen. Deswegen bietet diese Branche ein so hohes Potential reich zu werden, doch nur wenn man es schafft, den Netzwerkeffekt f\u00fcr sich nutzen zu k\u00f6nnen. Andernfalls geht es ganz schnell in die andere Richtung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum man grade mit Software steinreich werden kann Kaum eine Branche besitzt so viele Monopole wie die IKT-Branche. Doch woran liegt das eigentlich? Die Antwort lautet \u201eNetzwerkeffekt\u201c. Was darunter zu verstehen ist, wisst ihr sp\u00e4testens am Ende dieses Beitrags. 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