{"id":17956,"date":"2016-10-13T08:09:39","date_gmt":"2016-10-13T06:09:39","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=17956"},"modified":"2016-09-15T17:45:00","modified_gmt":"2016-09-15T15:45:00","slug":"die-loesung-von-case-studies-im-bewerbungsgespraech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/10\/die-loesung-von-case-studies-im-bewerbungsgespraech\/","title":{"rendered":"Die L\u00f6sung von Case Studies im Bewerbungsgespr\u00e4ch"},"content":{"rendered":"<p>Mein letzter Artikel handelte von Case Studies. Mit diesen m\u00f6chten Unternehmen herausfinden, wie Bewerber auf schwierige Aufgaben reagieren und deren L\u00f6sung angehen. Die genannten Beispiele waren zugegeben nicht ganz leicht, doch f\u00fcr alle, die nicht selbst auf die L\u00f6sung gekommen sind, erkl\u00e4re ich hier das Vorgehen.<\/p>\n<h3>Der Brainteaser<\/h3>\n<blockquote><p><em>Welches Land fehlt? \u2013 a) Japan b) Mali c) Israel d) Kroatien e) ???<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die erste Assoziation, die sich mit L\u00e4ndern aufdr\u00e4ngt, ist Geographie mit all den Kennzahlen aus dem Schulunterricht. Als n\u00e4chstes vielleicht Gro\u00dfereignisse wie die letzte Fu\u00dfballweltmeisterschaft oder Olympia. Tats\u00e4chlich geht es hier aber gar nicht um die L\u00e4nder selbst, sondern um die Namen.<\/p>\n<p>Japan hat 5 Buchstaben, Mali 4, Israel 6, Kroatien 8 und das letzte&#8230; muss 7 Buchstaben haben. Tats\u00e4chlich ist jedes Land mit 7 Buchstaben richtig, so wie Nigeria oder die Ukraine zum Beispiel. Dann ist die Reihe vervollst\u00e4ndigt. Allerdings ist das nicht die einzige L\u00f6sung. All die L\u00e4nder haben auch mindesten ein \u201ea\u201c im Namen. Deutschland k\u00f6nnte also ebenfalls richtig sein. Bei den Case Studies gilt schlie\u00dflich immer, auf die Begr\u00fcndung kommt es an. Stimmt die, sollte auch der Personaler gl\u00fccklich sein. Eine L\u00f6sung, auf die selbst er noch nicht gekommen ist richtig begr\u00fcndet, sollte sogar einen Extrapunkt einbringen. In diesem Fall w\u00e4re die erste L\u00f6sung aber sicher eleganter.<\/p>\n<h3>Der Absch\u00e4tzung-Case<\/h3>\n<p><em>Wie viel Umsatz machen die Hersteller von Tierfutter in Deutschland?<\/em><\/p>\n<p>Es ist sehr unwahrscheinlich, dass jemand die Frage auf Anhieb beantworten kann. Im Grunde w\u00fcrde demjenigen das auch gar nichts n\u00fctzen, da er wahrscheinlich eine andere Aufgabe gestellt bekommen w\u00fcrde. Wir wissen ja, es geht um den L\u00f6sungsweg, wie fr\u00fcher in der Mathearbeit.<\/p>\n<p>Im ersten Schritt kann der Bewerber zeigen, dass er das Problem konkretisieren kann. Er unterteilt die tierischen Verbraucher in Haustiere und Nutztiere. Der erste Schritt ist damit gemeistert und der Interviewer grenzt die Frage zur Vereinfachung auf Haustiere ab. Auch hier erfolgt dann wieder die Unterteilung der Verbraucher: Hunde, Katzen, Fische, V\u00f6gel und Sonstige. Der Personaler ist gn\u00e4dig und schr\u00e4nkt wieder ein, auf Hunde und Katzen.<\/p>\n\n<p>Nun folgt der zweite Schritt, es wird die ben\u00f6tigte Formel aufgestellt. Anzahl der Tiere einer Verbrauchsgruppe * Verbrauchte Einheiten\/Jahr * Preis\/Einheit. Um auf die Zahl der Tiere zu kommen, m\u00fcssen logische \u00dcberlegungen angestellt werden.<\/p>\n<p>Die Zahl der Haushalte liegt in Deutschland bei etwa 40 Millionen, in jedem f\u00fcnften gibt es mind. eine Katze. Diese werden des \u00d6fteren auch zusammen gehalten. Rechnen wir mit im Durchschnitt 1,5 Tieren je Haushalt mit Katze kommen wir auf 12 Millionen Katzen. Hunde gibt es in weniger Haushalten und sie werden eher alleine gehalten, sch\u00e4tzen wir also 8 Millionen. Rechnen wir mit 0,50 \u20ac\/Tag f\u00fcr Hunde- und 0,35 \u20ac\/Tag f\u00fcr Katzenfutter (schlie\u00dflich fressen nicht alle Tiere nur spezielle Tiernahrung), kommen wir bei 365 Tagen auf: 1,46 Mrd. \u20ac (Hunde) + 1,533 Mrd. \u20ac (Katzen) = 2,993 Mrd. \u20ac Gesamtumsatz. Dieser Wert ist <a href=\"http:\/\/www.ivh-online.de\/de\/der-verband\/daten-fakten.html\">zwar nicht ganz korrekt<\/a>, ist aber realistisch und begr\u00fcndet gesch\u00e4tzt. Die Aufgabe ist bestanden.<\/p>\n<h3>Der Business Case<\/h3>\n<blockquote><p><em>Das Unternehmen \u201eStreams for Kids\u201c bietet einen Streaming-Dienst an, der Kindern (bzw. deren Eltern) Filme und Serien kostenlos, aber durch regelm\u00e4\u00dfige Werbebl\u00f6cke unterbrochen, anbietet. Da die Werbung nicht sehr rentabel ist, m\u00f6chte das Unternehmen ein kostenpflichtiges Angebot einf\u00fchren. Wie k\u00f6nnte dies ganz konkret aussehen? Welcher Preis ist f\u00fcr das Unternehmen optimal?<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Zun\u00e4chst einmal gilt es, das Angebot des Anbieters genauer zu analysieren. Bisher gibt es ein einziges Angebot f\u00fcr alle Nutzer, weder im Preis noch im Leistungsumfang wird differenziert. M\u00f6chte man nun ein kostenpflichtiges Angebot einf\u00fchren ist es wahrscheinlich, dass es verschiedene Kundengruppen mit unterschiedlichen Preisvorstellungen und Pr\u00e4ferenzen gibt. Es empfiehlt sich folglich Angebotsvarianten zu erstellen, die sich in Preis und Umfang unterscheiden.<\/p>\n<p>Ist dieser erste Schritt getan, muss eine geeignete Methode gefunden werden, um die unterschiedlichen Kundentypen zu identifizieren. Hierzu werden die verschiedenen M\u00f6glichkeiten vom Bewerber aufgez\u00e4hlt, etwa Daten aus der Vergangenheit, Expertenmeinungen, Befragungen und Markttests. Da es sich hier um ein neues Angebot handelt beschr\u00e4nkt der Interviewer das Vorgehen auf die Befragungen und Tests. Abschlie\u00dfend z\u00e4hlt der Bewerber noch auf, was f\u00fcr Differenzierungsm\u00f6glichkeiten es f\u00fcr das Angebot gibt, z. B. exklusive Inhalte oder die M\u00f6glichkeit, Inhalte zu speichern.<\/p>\n<p>Damit ist der erste Teil abgeschlossen und der Personaler gibt ein Angebotsmodell vor, das die Markttests ergeben haben. Zu diesem soll der Bewerber zun\u00e4chst seine Meinung er\u00f6rtern und ebenso die Vor- und Nachteile des neuen Modells. Was f\u00e4llt auf und was war der Grund f\u00fcr die Entscheidungen? Dabei kann der Bewerber sein volles Wissen pr\u00e4sentieren, dass er sich im Studium angeeignet hat.<\/p>\n<p>Zum Schluss fehlt noch die letzte Frage, welcher ist der optimale Preis? Dazu gibt der Interviewer vor, dass es keine Konkurrenz und nur einen Preis gibt. Er m\u00f6chte wissen, welche Informationen von ihm ben\u00f6tigt werden, damit der Bewerber den Preis ausrechnen kann. Dieser m\u00f6chte gerne die Marktnachfrage und die Kostenstruktur erfahren. Abschlie\u00dfend folgt die Berechnung und eventuell einige weitere Nachfragen des Interviewers. Damit ist die Aufgabe erfolgreich \u00fcberstanden.<\/p>\n<p>Wie man sieht wirken die Aufgaben oft schwieriger, als sie sind. Au\u00dferdem gibt es durchaus meist die M\u00f6glichkeit, weitere Informationen zu erhalten. Es geht einfach nur darum, die ben\u00f6tigten Informationen zu identifizieren, strukturiert vorzugehen und ein gewisses Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Aufgabenstellung zu zeigen. Gelingt das, ist auch der Personalverantwortliche \u00fcberzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein letzter Artikel handelte von Case Studies. Mit diesen m\u00f6chten Unternehmen herausfinden, wie Bewerber auf schwierige Aufgaben reagieren und deren L\u00f6sung angehen. 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