{"id":17990,"date":"2016-09-28T07:58:25","date_gmt":"2016-09-28T05:58:25","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=17990"},"modified":"2018-02-08T13:59:30","modified_gmt":"2018-02-08T12:59:30","slug":"das-bedeutet-der-gleichbehandlungsgrundsatz-im-arbeitsalltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/09\/das-bedeutet-der-gleichbehandlungsgrundsatz-im-arbeitsalltag\/","title":{"rendered":"Das bedeutet der Gleich<wbr>behandlungs<wbr>grundsatz im Arbeitsalltag"},"content":{"rendered":"<p>Der Kollege erh\u00e4lt eine Bonuszahlung und Lohnerh\u00f6hung. Ist das gerechtfertigt, wenn allen anderen diese Posten verweigert werden? Und was ist mit der Kollegin aus dem Sekretariat, die regelm\u00e4\u00dfig weniger Stunden arbeitet, w\u00e4hrend alle anderen bis weit nach Feierabend im B\u00fcro sitzen? Diese und weitere Fragen kl\u00e4rt der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz. Doch nicht alle F\u00e4lle sind gesetzlich geregelt und nicht jeder Wunsch kann per Anwalt eingeklagt werden.<\/p>\n<h3>Was sagt der Gleichbehandlungsgrundsatz aus?<\/h3>\n<p>Der Grundsatz ist im Arbeitsrecht verankert und besagt, dass bei Regelungen im Unternehmen, die f\u00fcr alle Mitarbeiter gelten, niemand schlechter gestellt werden darf. Dies gilt zumindest f\u00fcr willk\u00fcrliche Begr\u00fcndungen, oder Unterschlagungen. Nehmen wir etwa an, es wurde beschlossen, f\u00fcr alle Arbeitnehmer einen Weihnachtsbonus auszuzahlen. Arbeitnehmer X erf\u00e4hrt davon nichts, weil er am Tag der Betriebsversammlung nicht anwesend war und seine Vorgesetzten ihn daf\u00fcr bewusst ausschlie\u00dfen wollen. Dieses Vorgehen w\u00e4re unrechtm\u00e4\u00dfig und Arbeitnehmer X k\u00f6nnte das Weihnachtsgeld per Anwalt durchsetzen. Was aber geschieht, wenn die gesamte Buchhaltung einen Weihnachtsbonus zugesprochen bekommt und die IT-Abteilung, in der Arbeitnehmer X besch\u00e4ftigt ist, nicht? Hier greift der Grundsatz nicht, denn nicht ein Arbeitnehmer ist ausgeschlossen, sondern alle Angestellten, die nicht in der Buchhaltung besch\u00e4ftigt sind.<\/p>\n\n<h3>Schlechterstellung und Geh\u00e4lter<\/h3>\n<p>Der Gleichbehandlungsgrundsatz greift also nur bei Schlechterstellung. Eine Besserstellung einzelner Mitarbeiter ist jederzeit m\u00f6glich. Sonderzahlungen k\u00f6nnen etwa bei effizienterer Leistung oder h\u00f6herem Umsatz des Angestellten erfolgen. Auch Regelungen wie die der Kollegin, welche oft fr\u00fcher heim darf, sind zul\u00e4ssig. Der Grundsatz regelt au\u00dferdem keine individuellen Geh\u00e4lter, sehr wohl jedoch, dass unbegr\u00fcndete Lohnunterschiede auszugleichen sind. Verdienen etwa alle M\u00e4nner einer Abteilung bei gleicher T\u00e4tigkeit 30% mehr im Stundensatz, als die besch\u00e4ftigten Frauen, erf\u00fcllt dies den Bestand der Diskriminierung aufgrund von Geschlecht. Auch Angestellte, die allein aufgrund von Behinderungen, besonderer Religionszugeh\u00f6rigkeit, Herkunft oder Alter diskriminiert werden, k\u00f6nnen einen Anwalt mit der Pr\u00fcfung des Gehaltsniveaus beauftragen. Auch hier ist es jedoch durchaus zul\u00e4ssig, wenn einzelne Kollegen f\u00fcr sich h\u00f6here L\u00f6hne aushandeln. Au\u00dferdem spielt die Qualifikation eine Frage dabei, in welchen Lohnbereich Unternehmen die Mitarbeiter einordnen.<\/p>\n<h3>Verschiedene Wirkbereiche des Gleichbehandlungsgrundsatzes<\/h3>\n<p>Die Gleichbehandlung reicht in alle Bereiche der Anstellung hinein. Angefangen vom Arbeitsvertrag, \u00fcber die Regelung von Bonuszahlungen, \u00fcber den K\u00fcndigungsschutz, Mutterschutz, aber zum Beispiel auch die Frage des Mobbings innerhalb der Betriebe, greift der Schutz, der eine Br\u00fccke zwischen Grundgesetz und Arbeitsrecht herstellt. Zus\u00e4tzliche Fragen dieser Bereiche werden im AGG, dem Gleichbehandlungsgesetz, behandelt. Beide Regelungen erg\u00e4nzen einander. Im AGG oder auf Informationsplattformen rund um Arbeitsrecht wie <a href=\"http:\/\/www.anwaltarbeitsrecht.com\/\">www.anwaltarbeitsrecht.com finden Arbeitnehmer Antworten zu Diskriminierung aus sexistischen oder rassistischen Gr\u00fcnden<\/a>, aber auch Bel\u00e4stigungen, Schikanen und Ausgrenzung. Jeder Fall ist dennoch individuell zu betrachten. Ein Rechtsbeistand kann dabei mit einem neutralen, sachlichen Blick helfen, auf Missst\u00e4nde hinzuweisen, oder Schadensersatzforderungen durchzusetzen. Arbeitnehmer, welche sich diskriminiert f\u00fchlen, haben im Zweifel das Recht auf ihrer Seite und k\u00f6nnen sich gegen den Arbeitgeber mit Forderungen durchsetzen, wenn der Anspruch begr\u00fcndet ist.<\/p>\n<p>Du m\u00f6chtest regelm\u00e4\u00dfig Informationen zum Arbeitsrecht in Deutschland erhalten? <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/bewerberblog-newsletter\/\">Melde dich jetzt f\u00fcr unseren Newsletter an!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kollege erh\u00e4lt eine Bonuszahlung und Lohnerh\u00f6hung. Ist das gerechtfertigt, wenn allen anderen diese Posten verweigert werden? Und was ist mit der Kollegin aus dem Sekretariat, die regelm\u00e4\u00dfig weniger Stunden arbeitet, w\u00e4hrend alle anderen bis weit nach Feierabend im B\u00fcro sitzen? Diese und weitere Fragen kl\u00e4rt der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz. 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