{"id":18489,"date":"2017-05-16T10:42:01","date_gmt":"2017-05-16T08:42:01","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=18489"},"modified":"2017-07-27T12:45:04","modified_gmt":"2017-07-27T10:45:04","slug":"die-arbeitswelt-im-wandel-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/05\/die-arbeitswelt-im-wandel-der-zeit\/","title":{"rendered":"Die Arbeitswelt im Wandel der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>M\u00f6chte ich mich f\u00fcr eine neue Arbeitsstelle entscheiden, stehe ich vor der Qual der Wahl. Die verschiedenen Arbeitskonzepte sind schier ungreifbar. Von klassischen Arbeitspl\u00e4tzen bis hin zu hochmodernen Arbeitspl\u00e4tzen wie bei Google und Facebook ist alles zu finden. Heutzutage ist die Arbeit nicht einfach nur eine M\u00f6glichkeit, Geld zu verdienen, sondern dient vielmehr der <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/01\/individualisierung-der-arbeitswelt-ein-trend-gesellschaftlicher-veraenderung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Selbstverwirklichung<\/a>. Viele Menschen definieren sich heutzutage \u00fcber ihre Arbeit. Allerdings war das nicht immer so. Unsere Arbeitswelt hat in relativ kurzer Zeit einen erstaunlichen Wandel erlebt. Dabei ist die Entwicklung des Arbeitsmarktes eng mit verschiedenen Menschenbildern verkn\u00fcpft, die Unternehmen zu den Zeiten von ihren Mitarbeitern hatten.<\/p>\n<h3>Economic Man<\/h3>\n<p>Anfang des 20. Jahrhunderts begann das Zeitalter der Massenproduktion. Der Mensch musste nun nicht mehr alle Arbeiten alleine ausf\u00fchren, sondern konnte in gro\u00dfen Teilen von Maschinenarbeit unterst\u00fctzt werden, wodurch Arbeit schneller und effektiver ausgef\u00fchrt werden konnte. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie die Arbeit des Menschen optimiert werden k\u00f6nne, um die Produktivit\u00e4t weiter zu steigern. Der Mensch wurde als Economic Man, \u00f6konomischer Mensch, angesehen. Er sei grunds\u00e4tzlich verantwortungsscheu und nur durch monet\u00e4re Reize, wie Bezahlung, motivierbar. Um die Produktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen, sollte der Mensch so gut wie m\u00f6glich an den Betrieb angepasst werden. Dazu f\u00fchrte Winston Taylor 1911 Zeit- und Bewegungsstudien in handwerklichen Massenbetrieben durch. Er ma\u00df die Zeit f\u00fcr einzelne T\u00e4tigkeiten, um zu schauen, auf welche Art und Weise sich die schnellste T\u00e4tigkeit ausf\u00fchren lie\u00dfe. Daraufhin wurde jede Arbeitsaufgabe in einzelne Elemente gegliedert, wobei jeder Einzelne nur f\u00fcr einen kleinen Teil der Gesamtaufgabe zust\u00e4ndig war. Nutzlose und zeitraubende T\u00e4tigkeiten wurden komplett weggelassen. Zudem trennte er den Arbeitsprozess strikt in Kopf- und Handarbeit: Nur das Management war f\u00fcr die Planung und \u00dcberwachung der Arbeit zust\u00e4ndig. Der Arbeiter war nur der ausf\u00fchrende Teil. Henry Ford entwickelte dieses Modell 1922 weiter, indem er die ersten Flie\u00dfbandarbeiten einf\u00fchrte. Eine allgemeine Taktung der Arbeit sollte \u00dcberwachung \u00fcberfl\u00fcssig machen und Kosten reduzieren. Die Folge war, dass die Produktivit\u00e4t deutlich stieg und Produkte billiger hergestellt werden konnte.<br \/>\nGleichzeitig stiegen die L\u00f6hne, um die gro\u00dfe Unzufriedenheit und Fluktuation der Arbeiter zu kompensieren.<\/p>\n<h3>Social Man<\/h3>\n<p>In den 1930er Jahren r\u00fcckte vermehrt das Bild des sozialen Menschen (Social Man) in den Fokus, <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftslexikon24.com\/d\/hawthorne-experimente\/hawthorne-experimente.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ausgel\u00f6st durch die Hawthorne Studien<\/a>. In den Studien wurde der Einfluss unterschiedlicher Umweltbedingungen auf die Arbeitsleistung gepr\u00fcft. Dabei wurde unter anderem die Beleuchtung oder die Arbeitszeit variiert. \u00dcberraschenderweise f\u00fchrte jegliche Ver\u00e4nderung zu einer Verbesserung der Arbeitsleistung, auch wenn die Ver\u00e4nderung wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurde. Die Verbesserungen lie\u00dfen sich nur dadurch erkl\u00e4ren, dass das Arbeitsverhalten der Arbeiter durch andere Personen beeinflusst wurde. Demzufolge k\u00f6nnen Beziehungen und Kommunikation die Produktivit\u00e4t beeinflussen. Aufgrund dieser Studien entstand in den 1940er Jahren die Human-Bewegung. In ihr wurde die soziale Motivation der Menschen in den Vordergrund gestellt und angenommen, dass das Arbeitsverhalten des Menschen haupts\u00e4chlich von den Normen seiner Arbeitsgruppe bestimmt wird. Als Folge dieser Bewegung wurde Teamarbeit st\u00e4rker gef\u00f6rdert und Arbeitszufriedenheit gr\u00f6\u00dfere Bedeutung beigemessen, um die Produktivit\u00e4t zu steigern. Au\u00dferdem wurden Flie\u00dfbandarbeiten in vielen Fabriken halbkreisf\u00f6rmig angeordnet, damit die Arbeiter miteinander sprechen konnten.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Self-actualizing Man<\/h3>\n<p>In den 1950er Jahren stieg die <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/07\/unzufrieden-im-job-deine-entscheidung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Unzufriedenheit<\/a> mit den Arbeitsbedingungen, was zu hohen Fluktuationen, Streiks und Fehlzeiten f\u00fchrte. Das Menschenbild des Self-actualizing Man war nun, dass der Mensch selbstbestimmt ist und nach Selbstverwirklichung strebt durch eigenverantwortliche, situationsangepasste T\u00e4tigkeiten, um seine F\u00e4higkeiten optimal nutzen zu k\u00f6nnen. Zum ersten Mal wurde angenommen, dass Menschen nicht nur extrinsisch, also durch Belohnungen in Form von Geld, sondern auch intrinsisch zu motivieren sind, dadurch, dass sie ihre Arbeit als sinnvoll erleben und das Gef\u00fchl haben, einen n\u00fctzlichen Beitrag zu leisten. Der Human-Resources Ansatz, der sich in den 1970er Jahren entwickelte, nimmt an, dass Menschen wichtige Ressourcen des Unternehmens sind und daher gef\u00f6rdert werden sollten. Sie sollten mehr Verantwortung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen und die M\u00f6glichkeit haben, sich kreativ und innovativ in das Unternehmen einbringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Complex Man<\/h3>\n<p>Die Menschenbilder zuvor haben die betriebliche Umwelt sehr vereinfacht dargestellt. Die Wirklichkeit ist jedoch viel komplexer. Das Bild des vielschichtigen Menschen oder Complex Man besagt, dass sich Menschen hinsichtlich ihrer F\u00e4higkeiten, Motive, Werte und Ziele unterscheiden. Au\u00dferdem k\u00f6nnen sich die Bed\u00fcrfnisse des Einzelnen durch Erfahrungen und unterschiedliche Entwicklungen im Arbeitsleben ver\u00e4ndern. Demzufolge gibt es keine allgemeing\u00fcltige Managementstrategie, sondern die Menschen reagieren auf unterschiedliche Art und Weise auf dieselbe Strategie. Es gibt also kein Patentrezept daf\u00fcr, wie Menschen gef\u00fchrt werden sollten. Heute schlagen sich diese unterschiedlichen und flexiblen Modelle in vollkommen verschiedenen Arbeitskonzepten nieder. Das klassische Modell einer lebenslangen Besch\u00e4ftigung wurde aufgegeben und es kam zu verschiedenen Erwerbsbesch\u00e4ftigungen wie Kurzarbeit, Teilzeitarbeit oder <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2013\/05\/zeitarbeit-als-einstieg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leiharbeit<\/a>.<\/p>\n<p>Diese komplexe Umwelt steht f\u00fcr unser heutiges Menschenbild. Es bleibt spannend zu beobachten, wie es sich im Laufe der Jahre weiterentwickeln und unsere Arbeitswelt ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chte ich mich f\u00fcr eine neue Arbeitsstelle entscheiden, stehe ich vor der Qual der Wahl. Die verschiedenen Arbeitskonzepte sind schier ungreifbar. Von klassischen Arbeitspl\u00e4tzen bis hin zu hochmodernen Arbeitspl\u00e4tzen wie bei Google und Facebook ist alles zu finden. Heutzutage ist die Arbeit nicht einfach nur eine M\u00f6glichkeit, Geld zu verdienen, sondern dient vielmehr der Selbstverwirklichung. 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