{"id":18657,"date":"2017-07-04T09:45:55","date_gmt":"2017-07-04T07:45:55","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=18657"},"modified":"2021-02-26T13:53:34","modified_gmt":"2021-02-26T12:53:34","slug":"fristvertraege-frustvertraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/07\/fristvertraege-frustvertraege\/","title":{"rendered":"Fristvertr\u00e4ge = Frustvertr\u00e4ge? &#8211; Befristete Anstellung an der Uni"},"content":{"rendered":"<p>Das Studium neigt sich langsam dem Ende zu und der Abschluss kommt in Sicht. Sp\u00e4testens jetzt stellt sich die Frage: <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/05\/studium-beendet-was-nun\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie geht\u2019s dann weiter<\/a>? Sucht man den Weg in ein Unternehmen oder bleibt man an der Universit\u00e4t? Diese Entscheidung will wohl \u00fcberlegt sein.<br \/>\nEine Karriere an der Universit\u00e4t bedeutet in vielen F\u00e4llen eine Folge von Fristvertr\u00e4gen. Diese belaufen sich in der Regel auf zwei bis drei Jahre, in Abh\u00e4ngigkeit der Dauer des Forschungs-Projektes. Nachdem das eine Projekt beendet ist, steht der n\u00e4chste Vertrag f\u00fcr das n\u00e4chste Projekt an. Folgevertr\u00e4ge an der gleichen Universit\u00e4t sind allerdings die Seltenheit, so hei\u00dft es Standort, Wohnort und Universit\u00e4t wechseln.<\/p>\n<h2>Vorteile der Fristvertr\u00e4ge<\/h2>\n<p>Spricht man mit Professoren, dann bekommt man eine Vielzahl guter Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Art des Systems. Auf der einen Seite zeigt man Flexibilit\u00e4t und Engagement f\u00fcr die Karriere. Der Wechsel des Standortes bringt zudem fachlich gesehen viele Vorteile. Neben neuem Equipment und Software bringt auch der Austausch zwischen den neuen Kollegen oft viel Zugewinn. Ein Wechsel der Universit\u00e4t bedeutet also neuen fachlichen Input sowie neue Chancen und M\u00f6glichkeiten, sowohl f\u00fcr die eigene Person als auch f\u00fcr die Universit\u00e4ten. In der heutigen Zeit ist das gerne genutzte Vitamin B (B wie Beziehung) letztlich auch nicht zu verachten. Man arbeitet immer wieder mit anderen Wissenschaftlern zusammen. Da die Kollegen ebenfalls (aufgrund von Fristvertr\u00e4gen) nach ein paar Jahren weiterziehen, ergibt sich schnell ein weites, nicht selten international <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2013\/11\/richtig-netzwerken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aufgestelltes Netzwerk<\/a>. Und bekanntlich schaden Kontakte nur dem, der keine hat. Einen gut bekannten Insider an einer m\u00f6glichen neuen Arbeitsstelle zu kennen, ist nie schlecht. Zudem kann ein Freund an einer anderen Uni mit einer bestimmten Software oder speziellem Equipment ja mal die eigenen Daten durchlaufen lassen. Im Tausch gegen eine Co-Autorenschaft in der n\u00e4chsten Publikation l\u00e4sst sich da oftmals was drehen.<br \/>\nAlles in allem doch eigentlich keine schlechte Sache, so ein Wechsel der Universit\u00e4t&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Nachteile der Fristvertr\u00e4ge<\/h2>\n<p>Wie das im Leben oft so ist, hat jede Medaille auch eine Kehrseite:<br \/>\nDiese gew\u00fcnschte Flexibilit\u00e4t bringt immer auch eine gewisse Unsicherheit mit sich. Wann startet das n\u00e4chste Projekt? Wo wird das sein? Wie lange wird es gehen? Planungssicherheit sieht eindeutig anders aus! Irgendwann kommt mit steigendem Alter der Wunsch nach Familie, sprich einem Partner, <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/09\/macht-ein-kind-den-unterschied\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kind<\/a> oder Kindern. Wenn man jetzt nicht mehr nur alleine plant, sondern gleich f\u00fcr drei oder mehr, macht das die Situation nat\u00fcrlich nicht einfacher. Wie l\u00f6st man das Dilemma?<br \/>\nEiner wandert mit den Projekten und Vertr\u00e4gen durch die Welt, der andere bleibt an einem festen Standort, um f\u00fcr die Kinder ein stabiles Umfeld zu schaffen. Das bedeutet dann allerdings auch, im besten Fall, eine Wochenendbeziehung. Die Kinder sehen ein Elternteil recht selten, w\u00e4hrend das andere den L\u00f6wenanteil der Betreuung stemmen muss. Zieht die<br \/>\nFamilie jedes Mal mit, bedeutet dies, alle zwei bis drei Jahre eine neue Wohnung, ein neuer Kindergarten- und\/oder Schulplatz und Verabschieden von den Freunden \u2013 jedes Mal ein neues Umfeld f\u00fcr die Kinder. Keine leichte Entscheidung. Ein langfristiges Arrangement an einem Standort kommt meist erst mit h\u00f6herer Position zu Stande, oftmals erst als Professor\/in. Dann sind die lieben Kinderchen vielleicht schon aus dem Gr\u00f6bsten raus, vielleicht schon selbst in Ausbildung oder Studium. Was ist allerdings, wenn beide Partner in die Forschung wollen oder bereits an der Universit\u00e4t t\u00e4tig sind? In diesem Fall muss man auf die <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/08\/dual-career-karriere-im-doppelpack\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dual-Career-Option<\/a> setzen. Diese erm\u00f6glicht es, bei Berufung an eine Universit\u00e4t den Partner mitzunehmen. Der findige Insider merkt direkt: bei Berufung! Die Option greift meist erst bei der Anstellung als Professor\/in, an einem fr\u00fcheren Punkt der Karriere kann man sich darauf leider nicht st\u00fctzen.<br \/>\nAlles in allem ist keine der Optionen f\u00fcr junge Akademiker optimal. Ein Teil im Leben, egal ob Familie oder Karriere, zieht gef\u00fchlt immer den K\u00fcrzeren.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Tja, da hat man nun die Qual der Wahl. Ein klassisches Dilemma: Familie oder Karriere? Als junger Mensch ist das alles nicht unbedingt einfach zu stemmen. Wo setzt man den Schwerpunkt im Leben? Wann startet man zwischen den Forschungs-Projekten das Projekt Familie? Gibt es den richtigen Zeitpunkt daf\u00fcr? Fragen \u00fcber Fragen! Das Problem ist, dass es daf\u00fcr leider keine allgemein g\u00fcltige Antwort gibt. Letztlich muss jeder seinen Weg selbst finden, wie auch immer der aussehen mag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Studium neigt sich langsam dem Ende zu und der Abschluss kommt in Sicht. Sp\u00e4testens jetzt stellt sich die Frage: wie geht\u2019s dann weiter? Sucht man den Weg in ein Unternehmen oder bleibt man an der Universit\u00e4t? Diese Entscheidung will wohl \u00fcberlegt sein. 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