{"id":18811,"date":"2017-09-19T10:10:42","date_gmt":"2017-09-19T08:10:42","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=18811"},"modified":"2017-09-19T11:36:23","modified_gmt":"2017-09-19T09:36:23","slug":"bewerbung-per-messenger-zukunftsmusik-oder-realistische-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/09\/bewerbung-per-messenger-zukunftsmusik-oder-realistische-alternative\/","title":{"rendered":"Bewerbung per Messenger &#8211; Zukunftsmusik oder realistische Alternative?"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem wir im Blog schon einige neue Bewerbungsmethoden untersucht haben (vor kurzem erst <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/05\/e-recruiting-mit-snapchat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">E-Recruiting \u00fcber Snapchat<\/a>) widme ich mich heute einem anderen Kommunikationsmedium: Neulich erhielt ich zum ersten Mal eine Bewerbung per Messenger &#8211; in diesem Falle \u00fcber Whatsapp &#8211; und war \u00fcberrascht. Innerhalb von kurzer Zeit konnten Fragen schnell gekl\u00e4rt werden, was dazu f\u00fchrte, dass die Kandidatin den Entschluss fasste, ihre Bewerbung doch nicht weiterzuverfolgen. Ihre urspr\u00fcngliche Absicht erschien mir im Nachhinein nicht sonderlich gefestigt, aber positiv war nat\u00fcrlich, dass wir die Sache schnell gekl\u00e4rt hatten und kein zeitraubender Anruf- und anschlie\u00dfender Absageprozess folgte.<\/p>\n<p>Googelt man <em>Bewerbung per WhatsApp<\/em> kommen einige interessante Sachen zum Vorschein:<\/p>\n<p>Wurden in einem Artikel von 2015 auf der Seite Absatzwirtschaft.de Bewerbungsverfahren \u00fcber WhatsApp noch als Tabu bezeichnet, gibt es nun erste Unternehmen, die genau diesen Weg verfolgen.<\/p>\n<p>Beim Stromanbieter Yello beispielsweise h\u00e4lt man potentielle Bewerber dazu an, an einem aufgelockerten und simplen Prozess Teil zu haben, anstatt \u201enervige\u201c Bewerbungen schreiben zu lassen. Schlie\u00dflich ginge es doch \u201enur\u201c um einen Job.<\/p>\n<h2><strong>Die Vorteile der Bewerbung per Messenger<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>Fast jeder nutzt bzw. kennt den Messenger.<\/li>\n<li>Das Smartphone hat man immer und \u00fcberall dabei.<\/li>\n<li>Die Bedienung ist intuitiv.<\/li>\n<li>Der Austausch findet in einer lockeren und entspannten Chat-Atmosph\u00e4re statt.<\/li>\n<li>Text, Sprachnachrichten und sogar Videos sind einfach zu verschicken.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Bewerbung so einfach wie m\u00f6glich gestalten<\/strong><\/h2>\n<p>Karola Wegner, die Yello Talentsucherin meint, es ginge darum, den Bewerbungsprozess so einfach wie m\u00f6glich zu gestalten. Einen Punkt teile ich:<\/p>\n<p>Wenn sich zum Beispiel jemand nicht sicher ist, ob er auf die Stelle passt und deshalb den Aufwand einer klassischen Bewerbung scheut, kann er sich in einem kurzen Whatsapp Chat n\u00e4her informieren. Das finde ich gut.<\/p>\n<p>Genauso k\u00f6nnte es interessant sein, erst einmal nachzufragen, ob die Stelle tats\u00e4chlich noch vakant ist, ob schon andere sehr gute Bewerbungen vorliegen und ob es dementsprechend noch sinnvoll ist, sich zu bewerben.<\/p>\n<h2><strong>Keinerlei Formalien bei der Bewerbung per Messenger<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Die Idee \u201eKeinerlei Formalien\u201c \u2013 sollen es dem Bewerber erm\u00f6glichen auch Nachrichten, Videos oder Sprachnachrichten zu senden. Statt <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/09\/erfolgreicher-lebenslauf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebenslauf<\/a> und Zeugnissen also erst einmal ein \u201eHallo, ich bin der Stefan und bewerbe mich auf die Stelle des Stromz\u00e4hlers\u2026\u201c oder wie? Dass ein Gespr\u00e4ch so locker und nat\u00fcrlich ablaufen soll, wie m\u00f6glich, finde ich gut \u2013 aber das machen wir als Personalberater auch so und es sollte auch f\u00fcr unsere Kundenunternehmen Ziel sein, im Gespr\u00e4ch einen sympathischen Eindruck zu vermitteln und im Bewerber den potentiellen Mitarbeiter und auch den Menschen zu sehen.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Wie geht es weiter, wenn Interesse am Job besteht?<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn sich nun herausstellt, dass ein Job zu den Vorstellungen des Bewerbers passt, soll er lediglich den Lebenslauf per Mail an Yello senden, um anschlie\u00dfend ein erstes Telefonat oder pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren. Durch die Kontaktaufnahme per Messenger werde das \u00fcbliche <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/08\/das-anschreiben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anschreiben<\/a> nicht mehr ben\u00f6tigt.<\/p>\n<h2><strong>Wahrnehmung der Bewerbung per Messenger <\/strong><\/h2>\n<p>Laut Yello sei das Feedback von Bewerbern, die sich per WhatsApp beworben haben, durchweg positiv. Die lockere und schnelle Art, sich \u00fcber Stellen zu informieren, komme bei den Bewerbern sehr gut an. Es werde jedoch noch nicht durchweg als Alternative wahrgenommen. Laut einer Umfrage des E-Recruiting Software Herstellers softgarden von 2015 hielten 69 % der befragten Bewerber ein Kontakt- bzw. Bewerbungsangebot \u00fcber WhatsApp f\u00fcr nicht sinnvoll. Innerhalb von zwei Jahren kann sich diese Zahl jedoch zu Gunsten des Einsatzes von Messengern im Bewerbungsprozess verschoben haben \u2013 trotz des nicht sicheren Datentransfers von WhatsApp.<\/p>\n<h2><strong>Was sich Bewerber wirklich w\u00fcnschen<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>Vor allem w\u00fcnschen sie sich eine z\u00fcgige R\u00fcckmeldung zu den gesandten Unterlagen bzw. zu ihren Fragen.<\/li>\n<li>Sie m\u00f6chten sich wahr- und ernst genommen f\u00fchlen.<\/li>\n<li>Eine Absage ist immer hart, auch wenn die Gr\u00fcnde nichts mit dem Bewerber selbst zu tun haben. Anstatt eines schroffen Beziehungsabbruchs ist es empfehlenswert, weiter mit den Kandidaten in Kontakt zu bleiben, ihnen beispielsweise andere Stellen anzubieten oder sie zu einer Veranstaltung wie etwa zu einer Unternehmenspr\u00e4sentation auf einer Messe einzuladen. Das kostet das Unternehmen nichts bzw. nicht viel, f\u00f6rdert aber das Image und wird weitergesagt.<\/li>\n<li>Auch w\u00fcnschen sich die Bewerber von heute Transparenz, was den Prozess angeht. Eine Aussage wie: \u201eNach Sichtung Ihrer Unterlagen melden wir uns wieder bei Ihnen.\u201c Sollte ersetzt werden durch z.B. \u201eNach jetzigem Kenntnisstand melden wir uns in 10-12 Tagen wieder bei Ihnen.\u201c<\/li>\n<li>Einen pers\u00f6nlichen Draht zum zuk\u00fcnftigen Arbeitgeber erm\u00f6glicht man am besten per Telefon.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese W\u00fcnsche erf\u00fcllt eine Bewerbung \u00fcber Messenger nat\u00fcrlich nicht und ob man WhatsApp und Facebook bei einer so vertraulichen Aktivit\u00e4t wie dem Sich-Bewerben vertrauen m\u00f6chte, sei aus meiner Sicht in Frage zu stellen.<\/p>\n<p>Der einzige wirkliche Vorteil liegt bei Bewerbungen mit Messenger-Systemen in der direkten und z\u00fcgigen Frage-Antwort-Situation. Zumindest die Geschwindigkeit kann man jedoch auch mit dem herk\u00f6mmlichen Prozedere gew\u00e4hrleisten, vorausgesetzt, man hat als Unternehmen erkannt, dass der Trend zum Arbeitgeber als Kandidaten-Dienstleister geht. Personaler sollten also vom hohen Ross absteigen und die Chauffeurs-Handschuhe anziehen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir im Blog schon einige neue Bewerbungsmethoden untersucht haben (vor kurzem erst E-Recruiting \u00fcber Snapchat) widme ich mich heute einem anderen Kommunikationsmedium: Neulich erhielt ich zum ersten Mal eine Bewerbung per Messenger &#8211; in diesem Falle \u00fcber Whatsapp &#8211; und war \u00fcberrascht. 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