{"id":18817,"date":"2017-09-12T10:20:31","date_gmt":"2017-09-12T08:20:31","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=18817"},"modified":"2017-09-01T11:27:08","modified_gmt":"2017-09-01T09:27:08","slug":"macht-ein-kind-den-unterschied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/09\/macht-ein-kind-den-unterschied\/","title":{"rendered":"Macht ein Kind den Unterschied?"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mein Kind w\u00e4hrend des Studiums bekommen. Als mein Studium geschafft war und die Bewerbungsphase losging, stellte ich fest, dass ein Kind die Jobsuche nicht vereinfacht, gerade als Berufseinsteiger.<\/p>\n<p>Wenn man in einem Bewerbungsgespr\u00e4ch sitzt, werden einem ja gerne auch <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/06\/fiese-fragen-im-vorstellungsgespraech-und-wie-man-sie-meistert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fiese Fragen<\/a> gestellt, einfach um zu testen, wie man sich in Stresssituationen verh\u00e4lt oder an Probleme herangeht. Manchmal \u00fcbersteigen solche Fragen allerdings die Grenze, besonders dann, wenn sie sich auf sehr private Bereiche beziehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Bewerbungsgespr\u00e4che war mein Kind stets Thema, was ok ist, denn es geh\u00f6rt ja auch zu mir. \ud83d\ude42 Einige Fragen sind aus Sicht des Arbeitgebers durchaus berechtigt. Fragen nach dem Alter des Kindes geben Aufschluss dar\u00fcber, ob es sich um ein Kindergarten- oder Schulkind handelt. Auch Fragen nach der Betreuungssituation sind nicht dramatisch. Den meisten ist sicherlich bekannt, dass einige Fragen in einem Bewerbungsgespr\u00e4ch nicht gestellt werden d\u00fcrfen, soweit sie nicht zwingend relevant sind. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2013\/04\/arbeitsrecht-3-rechte-und-pflichten-im-bewerbungsprozess\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fragen nach einer Schwangerschaft und der Familienplanung<\/a>.<\/p>\n<p>Mir wurde in einem Bewerbungsgespr\u00e4ch (wohl gemerkt von einer Frau, die selbst Mutter ist) die Frage gestellt: \u201eSie haben ja bereits ein Kind, wann kriegen Sie das n\u00e4chste?\u201c Aus Erfahrung war ich auf \u00e4hnliche Fragen gefasst, aber die Direktheit meiner Gespr\u00e4chspartnerin hat mich doch kurz aus der Fassung gebracht.<\/p>\n<p>Im Laufe meiner Bewerbungen wurde ich immer wieder mit \u00e4hnlichen Fragen zu diesem Thema konfrontiert. Fragen wie das funktionieren soll, mit einem \u201ekleinen Kind\u201c Vollzeit arbeiten zu wollen blieben mitunter nicht aus. Bekannte aus meinem Umfeld berichteten mir von Arbeitgebern, die Frauen ab einem bestimmten Alter ohne Kinder ungern einstellen. Denn wenn die Familiengr\u00fcndung bis zu einem bestimmten Punkt noch nicht passiert ist, wird diese wohl bald nachgeholt werden. Die Themen Kind und Karriere scheinen sich f\u00fcr einige Arbeitgeber immer noch nicht so richtig vereinbaren zu lassen\u2026<\/p>\n<h2>Welchen Einfluss hat ein Kind auf die Arbeit?<\/h2>\n<p>Ohne Kinder kann man sich die Arbeitszeit freier einteilen\/w\u00e4hlen. Gerade in Berufen des Dienstleistungsgewerbes oder im Servicebereich sind die Arbeitszeiten oft so ausgelegt, dass auch nach dem klassischen Feierabend noch jemand als Ansprechpartner zur Verf\u00fcgung steht. Da die Kunden ja in der Regel selbst arbeiten, liegen die eigenen Arbeitszeiten dann nat\u00fcrlich so, dass die Kundschaft auch Zeit hat anzurufen oder vorbei zu kommen. Mit einem Kind ist dies allerdings oftmals schwer und bedarf guter Planung und Organisation. Da m\u00fcssen sich die Eltern entweder gut absprechen oder ein gutes Netzwerk mit zus\u00e4tzlicher Unterst\u00fctzung aufgebaut haben. \u00c4hnlich sieht es mit Berufen aus, in denen Schichtarbeit notwendig ist. Ob es im Bereich Produktion ist, die gerne im 3-Schicht-System abl\u00e4uft, oder im medizinischen Bereich, mit 24-Stunden-, Wochenend- und Feiertagsdienst &#8211; mit Kind ist auch hier viel mehr Planung notwendig. Aus meinem eigenen Umfeld kenne ich mehrere Beispiele dieser Art. Eltern die beide im 3-Schichtsystem arbeiten und keine Gro\u00dfeltern zur Unterst\u00fctzung vor Ort haben. Es ist f\u00fcr mich immer wieder beeindruckend, wie reibungslos dies mit zwei Kindern funktionieren kann.<\/p>\n<p>Man muss an diesem Punkt allerdings auch die Arbeitgeber lobend erw\u00e4hnen, die von dem Umstand wissen und dies bei der Schichtplanung ber\u00fccksichtigen. Auf diese Weise k\u00f6nnen die Arbeitszeiten untereinander so gut abgestimmt werden, dass immer jemand da ist, um die Kinder in die Kita zu bringen, abzuholen und nat\u00fcrlich nachts bei ihnen zu sein. Bei Berufen mit einer hohen Reisebereitschaft sieht die Lage \u00e4hnlich schwierig aus. Auch hier ist gute Organisation entscheidend.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem: die lieben Kleinen werden ja auch mal krank. F\u00fcr den Arbeitgeber hei\u00dft es dann kurzfristig umzudisponieren, <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2012\/02\/job-und-familie-ein-erfahrungsbericht-aus-dem-team-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">denn sowas l\u00e4sst sich ja in der Regel nicht planen<\/a>. Ein Kollege\/ Kollegin muss f\u00fcr den kindkranken Mitarbeiter einspringen, Termine m\u00fcssen kurzfristig umgelegt oder vertreten werden. Alles in allem eher suboptimal.<\/p>\n<p>Da fragt man sich nat\u00fcrlich, warum sollten Arbeitgeber \u00fcberhaupt Menschen mit Kindern einstellen?<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Vorteile von Arbeitnehmern mit Kind<\/h2>\n<p>Viele Eltern sind oftmals regelrechte Organisationstalente. Sie m\u00fcssen es ja auch sein, denn es bedarf viel Abstimmung und Planung, um alles unter einen Hut zu bekommen. Wenn man Kinder hat, plant man nicht mehr nur f\u00fcr sich. Das geht schon bei Arztterminen los. Die eigenen und die des Partners m\u00fcssen so gelegt werden, dass trotzdem einer f\u00fcr die Kinder da ist oder diese mitgenommen werden k\u00f6nnen. Die Termine der Kinder m\u00fcssen nat\u00fcrlich begleitet werden. Und so verh\u00e4lt es sich mit Terminen aller Art. Eltern sind es gewohnt ihren Alltag zu organisieren und auf andere abzustimmen. Dies ist nicht die schlechteste Eigenschaft auch im Beruf. Eine gute Terminplanung im B\u00fcro und eine gute Kommunikation der Termine mit und f\u00fcr die Kollegen f\u00f6rdert einen reibungslosen Ablauf des Tagesgesch\u00e4fts. Eine durchaus erstrebenswerte Sache!<\/p>\n<p>Eltern sind in der Regel multitaskingf\u00e4hig. Mit Kind laufen oftmals viele Dinge parallel ab und trotzdem muss man den \u00dcberblick behalten. Noch beim aktuellen Termin schon die Schritte f\u00fcr den n\u00e4chsten in Kopf haben und gleichzeitig die momentan auftretenden Probleme h\u00e4ndeln. Im Beruf kommen solche Situationen auch nur zu oft vor. Auf einmal muss alles gleichzeitig passieren und bearbeitet werden. Da gilt es einen k\u00fchlen Kopf und die \u00dcbersicht zu behalten. Was muss wann fertig sein, was kann vielleicht kurz warten und wo liegt die Priorit\u00e4t? F\u00fcr Eltern quasi das t\u00e4glich Brot.<\/p>\n<p>Wer Kinder hat zeigt, dass er Verantwortung \u00fcbernimmt. Sicherlich gibt es viele Wege, dies zu beweisen und es gibt auch viele sehr verantwortungsbewusste Menschen ohne Kinder. Aber ein Kind bedeutet Verantwortung f\u00fcr ein anderes Leben zu haben und das lebenslang. Klar, die Kleinen werden gro\u00df und selbstst\u00e4ndig, ziehen irgendwann aus und stehen auf eigenen Beinen, aber als Eltern f\u00fchlt man sich trotzdem immer verantwortlich f\u00fcr die Kinder, oder? \ud83d\ude42<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Es wird immer Arbeitgeber geben, die den Fokus auf die schlechten Seiten des Arbeitnehmers mit Kindern legen. Ich denke, das einzig Relevante ist, dass Arbeitgeber und Mitarbeiter einen offenen Dialog zu diesem Thema f\u00fchren, Probleme ansprechen und gemeinsam nach L\u00f6sungen suchen, die f\u00fcr alle Parteien sinnvoll und realisierbar sind. Es gibt Berufe, die mit Kind komplizierter auszu\u00fcben sind und es gibt Berufe, in denen es kein Problem ist. Hier kommt es ganz auf die Bed\u00fcrfnisse der einzelnen Parteien und auf das Netzwerk und den R\u00fcckhalt an.<\/p>\n<p>Eine Welt ohne Kinder wird nicht funktionieren, w\u00e4re ja auch traurig! Zum Gl\u00fcck gibt es auch Arbeitgeber, die wirklich \u201ekinderfreundlich\u201c sind. Solche, die Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben, dass man als Mama oder Papa f\u00fcr sein krankes Kind da sein muss und m\u00f6chte. Sie wissen, dass Kinderg\u00e4rten und Schulen irgendwann schlie\u00dfen. Und die sich dar\u00fcber freuen, wenn der Nachwuchs mal als Besuch im B\u00fcro vorbeischaut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mein Kind w\u00e4hrend des Studiums bekommen. Als mein Studium geschafft war und die Bewerbungsphase losging, stellte ich fest, dass ein Kind die Jobsuche nicht vereinfacht, gerade als Berufseinsteiger. 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