{"id":18903,"date":"2017-10-17T10:21:39","date_gmt":"2017-10-17T08:21:39","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=18903"},"modified":"2017-10-18T12:02:40","modified_gmt":"2017-10-18T10:02:40","slug":"bildung-eine-vernachlaessigte-ressource-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/10\/bildung-eine-vernachlaessigte-ressource-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Bildung &#8211; eine vernachl\u00e4ssigte Ressource in Deutschland"},"content":{"rendered":"<h2>Bildung und der Fachkr\u00e4ftemangel<\/h2>\n<p>Nicht nur in den Medien auch in Gespr\u00e4chen mit Unternehmern, Vertretern \u00f6ffentlicher Institutionen, Hochschulen, Schulen sprechen alle von dem bereits existierenden massiven Fachkr\u00e4ftemangel in Deutschland. Dabei bezieht man sich immer auf gewisse Branchen und Berufe. Gemeint ist hier das <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/05\/fachkraeftemangel-in-der-it-neue-linkedin-studie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fachwissen wie z.B. f\u00fcr IT-Fachkr\u00e4fte<\/a> wie Entwickler und Programmierer. Doch Personalberater und Personalentwickler sehen diesen Mangel nicht nur an branchenspezifischen Fachkr\u00e4ften sondern f\u00fcr sie beginnt der Mangel bereits viel fr\u00fcher \u2013 n\u00e4mlich in der Beherrschung der deutschen Sprache, ihrer Rechtschreibung und ihrer Grammatik, also in der Grundlagen-Ausbildung. Dabei sind hier nicht ausl\u00e4ndische Mitb\u00fcrger oder Personen gemeint.<\/p>\n<p>Ein erster Blick in die Bewerbungsunterlagen reicht h\u00e4ufig v\u00f6llig aus, um sofort die Qualit\u00e4t des Dokumentes zu erkennen. Man ist oft gewillt, dem Bewerber mangelnde Sorgfalt bei der Erstellung vorzuwerfen. Doch setzt das Problem meines Erachtens viel fr\u00fcher an: in den Schulen.<\/p>\n<h2>Bildung, mehr Bildung, noch mehr Bildung = ein Wahlversprecher?<\/h2>\n<p>Alle Jahre wieder vor einer Landtags- oder Bundestagswahl (so wie im September diesen Jahres) thematisieren die Politiker aller Parteien die Bildung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. In den Programmen und auf den Plakaten finden sich wohlklingende Worte dazu. Das Ziel hei\u00dft \u2026 \u201eNr. 1 in Europa\u201c (SPD) oder \u201eweltbeste Bildung f\u00fcr jeden\u201c (FDP), das Mittel soll eine \u201eDigitale Bildungsoffensive\u201c (CDU\/CSU) oder eine \u201eNationale Bildungsallianz\u201c (SPD) sein. So sollen die Schulen \u201efit f\u00fcr die Zukunft\u201c (Gr\u00fcne) werden, denn \u201eBildung ist Menschenrecht\u201c (Linke) sowie \u201edie Supermacht des 21. Jahrhunderts\u201c (FDP).\u201c (Der Spiegel 39\/2017, S. 13)<\/p>\n<p>Die Bundestagswahl ist Vergangenheit und was passiert mit dem Thema Bildung? Antwort der Politik: Das ist L\u00e4ndersache! Man zieht sich zur\u00fcck und verweist auf den F\u00f6deralismus. Ohne F\u00f6deralismus k\u00f6nnten Bund und L\u00e4nder das Thema Bildung gemeinsam angehen. Bereits 2008 hat Angela Merkel als Bundeskanzlerin die \u201eBildungsrepublik\u201c ausgerufen. Bis heute sind die Ziele wie z.B. die Halbierung der Schulabbrecherquote nicht erreicht. Es mangelt an modernen Ausbildungsst\u00e4tten. Schulen sind in Deutschland immer noch eher Bildungsanstalten als ein Ort, an dem Kreativit\u00e4t und Konzentration eine Rolle spielen. Die Lehrerausbildung konzentriert sich noch immer in erster Linie auf die Wissensvermittlung statt auf den Umgang mit Kindern verschiedener sozialer Herkunft. Auch in Bezug auf die Digitalisierung liegt Deutschland unter dem Durchschnitt in der Welt. In den meisten Bildungseinrichtungen (schulisch, beruflich) sieht man sie als zus\u00e4tzliche Herausforderung. Das didaktische Potenzial wird bisher nur in wenigen F\u00e4llen erkannt und genutzt.<\/p>\n<p>Diese Vers\u00e4umnisse in der Bildung lassen sich sp\u00e4ter nicht mehr aufheben. Das zeigt sich f\u00fcr uns im Personalbereich u.a. in der mangelhaften Ausgestaltung von Texten und in fehlerhaften Bewerbungsunterlagen. Oft entsteht der Eindruck, dass die Kandidaten den Inhalt der Stellenanzeigen nicht so verstehen, dass sie in der Lage sind, ein individuelles, sprich auf die Ausschreibung passendes <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/08\/das-anschreiben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anschreiben<\/a> zu verfassen. Sp\u00e4testens hier kommen die Vers\u00e4umnisse in der Vermittlung grundlegender F\u00e4higkeiten (Lesen, Schreiben) zu Tage. Doch kann sich ein Land wie Deutschland das leisten? Ich denke nicht! Warum gehen Deutschland und seine Politiker dann so sch\u00e4ndlich mit dieser Ressource um? Warum wird nur geredet und geredet und die Chancen f\u00fcr die Zukunft verspielt?<\/p>\n<h2>Abitur \u2260 hohe Bildungsqualit\u00e4t<\/h2>\n<p>Den \u00fcberwiegenden Anteil an Bewerbungen auf unsere Stellenanzeigen erhalten wir von Studenten &#8211; also Personen mit Abitur und einer wissenschaftlichen Ausbildung. Zumindest bei dieser Zielgruppe sollte man davon ausgehen k\u00f6nnen, dass sie in der Lage sind, fehlerfrei und ansprechend zu formulieren. Doch leider ist dem nicht immer so. Die Defizite in den Bereichen Rechtschreibung und Interpunktion irritieren. Man hat den Eindruck, dass Kommasetzung out ist. F\u00fcr Hochschulen und sp\u00e4ter f\u00fcr die Unternehmen sorgt das f\u00fcr gro\u00dfes Erstaunen bis zum Erschrecken. Nicht einmal mehr Gymnasiasten beherrschen die deutsche Sprache in ihrer schriftlichen Ausf\u00fchrung. Doch die Schuld ist nicht nur bei den Sch\u00fclern zu suchen. Sie sind nicht d\u00fcmmer als die Generationen vor ihnen.<\/p>\n<p>Vielmehr bremst ein Dreigestirn von leeren Politikversprechen, mangelhafter Lehrerausbildung und anma\u00dfendem Verhalten von Eltern, die nur noch Genies in die Welt setzen, eine vern\u00fcnftige und nachhaltige Grundlagenausbildung unserer Sch\u00fcler und Jugendlichen aus.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Tr\u00e4gt die Digitalisierung die Schuld am Bildungsstand?<\/h2>\n<p>Zu oft liegen auch die Schwerpunkte der Ausbildung immer noch woanders. Hier spielt erneut das Thema Digitalisierung eine Rolle. Diese wird in der Ausbildung noch nicht gen\u00fcgend ber\u00fccksichtigt. So k\u00f6nnen die Jugendlichen hundert WhatsApp Nachrichten senden, einen Text erfassen und verarbeiten k\u00f6nnen sie aufgrund ihrer Unruhe und den damit einhergehenden Konzentrationsproblemen nicht.<\/p>\n<p>Martin Wagner, Professor f\u00fcr Politikwissenschaften an der Hochschule des Bundes f\u00fcr \u00f6ffentliche Verwaltung in Br\u00fchl und Haar hat es so formuliert: \u201eDie neuen Medien vertiefen \u2026 das, was man postmoderne Legasthenie nennen kann. Wenn SMS oder <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/09\/bewerbung-per-messenger-zukunftsmusik-oder-realistische-alternative\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WhatsApp-Nachrichten<\/a> zum Schwerpunkt der t\u00e4glichen Lekt\u00fcre geh\u00f6ren, geschrieben in gebrochenem Deutsch, dann muss diese Unwucht Konsequenzen f\u00fcr den Spracherwerb haben.\u201c (Cicero \u2013 07.2017, S. 109) Auch er verweist darauf, dass Deutschland ein rohstoffarmes Land ist und es sich nicht leisten kann, die Ressource Bildung so zu vernachl\u00e4ssigen. Es kann nicht sein, dass Bildung zur politischen Spielwiese wird.<\/p>\n<h2>Zur\u00fcck zu den Grundlagen Lesen, Schreiben, Rechnen<\/h2>\n<p>Man muss sich wieder mehr auf die Vermittlung der Grundlagen der Bildung konzentrieren. Sch\u00fcler, Azubis, Studenten m\u00fcssen permanent auch nach Textverst\u00e4ndnis, Rechtschreibung und Grammatik bewertet werden. Bildungswege m\u00fcssen nach Eignung der Person beschritten werden und nicht nach den Vorstellungen der Eltern. Lehrer m\u00fcssen die Ausbildung ihrer Sch\u00fcler und Studenten lenken, ihnen die verschiedenen Wege in die berufliche Zukunft erkl\u00e4ren. Nicht jeder muss Abitur machen und studieren.<\/p>\n<h2>Fazit f\u00fcr Bewerber<\/h2>\n<p>Liebe Bewerber! Auch wenn \u2013 wie gerade beschrieben \u2013 die Grundlagenausbildung an deutschen Schulen und Hochschulen im Bereich der deutschen Sprache nicht optimal ist, kann man sich jedoch in seinem beruflichen Werdegang leider nicht darauf berufen. Von daher ein Tipp: Bitte nehmt Euch mehr Zeit f\u00fcr die Erstellung eurer Bewerbungsunterlagen. Dies betrifft zum einen das Anschreiben. In diesem Dokument wird nicht der Lebenslauf erneut dokumentiert. Auch wenn ihr den Lebenslauf zum Inhalt des Anschreibens macht. Es ist und bleibt ein Fehler. F\u00fcr dieses Dokument liegt der Fokus darauf, warum gerade ihr der geeignete Kandidat f\u00fcr diesen Job seid. Welche F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten gerade euch am besten daf\u00fcr qualifizieren.<\/p>\n<p>Zum anderen der <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/09\/erfolgreicher-lebenslauf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebenslauf<\/a>: Es ist \u00fcberall zu diesem Dokument zu lesen, dass dieser l\u00fcckenlos sein soll. Und es stimmt! Phasen der beruflichen Findung, Auslandsaufenthalte, Reisen, Arbeitssuche, Pflege Familienangeh\u00f6riger etc. m\u00fcssen aufgef\u00fchrt werden. Sonst schafft man es in den wenigsten F\u00e4llen in die n\u00e4chste Runde und wird evtl. unberechtigt im Vorfeld aussortiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildung und der Fachkr\u00e4ftemangel Nicht nur in den Medien auch in Gespr\u00e4chen mit Unternehmern, Vertretern \u00f6ffentlicher Institutionen, Hochschulen, Schulen sprechen alle von dem bereits existierenden massiven Fachkr\u00e4ftemangel in Deutschland. Dabei bezieht man sich immer auf gewisse Branchen und Berufe. Gemeint ist hier das Fachwissen wie z.B. f\u00fcr IT-Fachkr\u00e4fte wie Entwickler und Programmierer. 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