{"id":19735,"date":"2019-02-05T09:38:10","date_gmt":"2019-02-05T08:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=19735"},"modified":"2021-04-07T13:53:32","modified_gmt":"2021-04-07T11:53:32","slug":"unzufriedenheit-im-job-wenn-der-mitarbeiter-innerlich-bereits-gekuendigt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/02\/unzufriedenheit-im-job-wenn-der-mitarbeiter-innerlich-bereits-gekuendigt-hat\/","title":{"rendered":"Unzufriedenheit im Job \u2013  wenn der Mitarbeiter innerlich bereits gek\u00fcndigt hat"},"content":{"rendered":"<p>Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass jedem Arbeitnehmer seine Arbeit Spa\u00df macht. Denn immerhin trifft man die Wahl \u00fcber den Beruf sehr bewusst nach Abw\u00e4gen von M\u00f6glichkeiten. Bei der Suche nach einer beruflichen Herausforderung sind nicht nur Qualifikation, Anforderungen und <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2014\/12\/arbeitsrecht-37-die-regelungen-zum-mindestlohn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verg\u00fctung<\/a> entscheidend. Weitere essenzielle Entscheidungsfaktoren sind die Chance auf Karriere und Weiterbildung sowie Arbeitsklima. Doch was passiert, wenn im Laufe des Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses pl\u00f6tzlich Diskrepanzen auftreten und der Wunschjob nur noch frustriert?<\/p>\n<h2>Innere K\u00fcndigung \u2013 Was kann darunter verstanden werden?<\/h2>\n<p>Im Personalwesen wird unter dem Begriff innere K\u00fcndigung ein besonderer Zustand der Unzufriedenheit und Demotivation im Arbeitsleben verstanden. Dieser Zustand beschr\u00e4nkt sich prim\u00e4r auf den Arbeitnehmer und verl\u00e4uft individuell. Die innere K\u00fcndigung beschreibt einen Prozess der stetigen gedanklichen Distanzierung bis hin zum passiven Widerstand gegen\u00fcber dem Arbeitsumfeld. Das Besondere daran ist, dass es oft keine \u00e4u\u00dferlichen Erkennungsmerkmale gibt. Vielmehr ist es ein schleichender Prozess, den selbst Betroffene nicht direkt wahrnehmen.<\/p>\n<p>Experten sch\u00e4tzen, dass rund 25 % aller Arbeitnehmer in Deutschland ungl\u00fccklich mit ihrem Job sind. Laut einer Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) entspricht dies ca. 20 % an Arbeitsleistung, die Unternehmen dabei verloren gehen. Volkswirtschaftlich betrachtet ergibt sich daraus ein monet\u00e4res Defizit in H\u00f6he von rund 100 Mrd. \u20ac pro Jahr.<\/p>\n<h2>Der Mitarbeiterlebenszyklus<\/h2>\n<p>Zum besseren Verst\u00e4ndnis warum und weshalb es im Laufe des Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses zu mangelnder Motivation und damit verbundenen Leistungsabf\u00e4llen kommt, hilft es, wenn man sich den Mitarbeiterlebenszyklus nach Siegfried Keusch betrachtet. Genau wie ein Produkt durchl\u00e4uft auch der Arbeitnehmer einen sogenannten betrieblichen Lebenszyklus, der in vier Phasen untergliedert ist: Einstieg, Wachstum, Reife und Abschwung.<\/p>\n<p>In der Einstiegsphase, auch als <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/01\/nach-dem-recruiting-beginnt-das-onboarding\/\">Onboarding<\/a> bekannt, stehen die fachliche Einarbeitung sowie die umfassende Integration des neuen Arbeitnehmers in die Organisation und in das jeweilige Team im Fokus. Viele Unternehmen sind sich nicht bewusst, dass bereits hier eine innere Bindung des Mitarbeiters zum Unternehmen beginnt.<\/p>\n<p>In der Wachstumsphase bildet sich die berufliche Laufbahn des Arbeitnehmers ab. Bei ausreichenden Perspektiven hinsichtlich Karriere und Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens verl\u00e4uft diese Phase in der Regel progressiv und demnach auch zufriedenstellend f\u00fcr den Arbeitnehmer. Ist dies nicht der Fall, droht eine Fr\u00fchstagnation und die Leistung des Mitarbeiters beginnt zu sinken.<\/p>\n<p>Innerhalb der Reifephase gelangt der Mitarbeiter an die berufliche Spitze der Leistungsf\u00e4higkeit. Ein weiteres Wachstum und Aussch\u00f6pfen des Potenzials ist nur dann zu verzeichnen, wenn sich weitere Aussichten auf berufliche Verbesserung, bspw. in Form einer Bef\u00f6rderung, ergeben. Im Regelfall ist in dieser Phase das Karriereplateau erreicht und die Gefahr der beruflichen Stagnation am h\u00f6chsten, da das Leistungspotenzial weitestgehend ausgesch\u00f6pft ist.<\/p>\n<p>In der letzten Phase, der S\u00e4ttigung f\u00e4llt die Leistung in Folge extrinsischer oder intrinsischer Faktoren ab. Auf lange Sicht wird der Arbeitnehmer durch eigene K\u00fcndigung, Entlassung, Outplacement oder durch Erreichen des Rentenalters aus dem Unternehmen ausscheiden.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Berufliche Stagnation &#8211; Welche Gr\u00fcnde stehen dahinter?<\/h2>\n<p>Statistisch gesehen, kommt die Problematik der inneren K\u00fcndigung eher in Unternehmen mit einer hohen Arbeitnehmerzahl vor. Ein nicht zu untersch\u00e4tzender Grund hierf\u00fcr ist die mangelnde pers\u00f6nliche Integration des Arbeitnehmers in die Organisation. Auch die beste Au\u00dfenwirkung eines Unternehmens hilft nicht dar\u00fcber hinweg, wenn grundlegende Faktoren f\u00fcr die Arbeitnehmerzufriedenheit, wie bspw. Verg\u00fctung, Weiterentwicklungschancen, Betriebsklima oder das Verhalten zu Kollegen und Vorgesetzten nicht stimmen. Wenn eine oder mehrere Rahmenbedingungen vom Betroffenen als negativ empfunden werden, f\u00fchrt das zu gro\u00dfen Problemen, welche sich letzten Endes auch negativ auf die Leistungsf\u00e4higkeit auswirken oder in einem <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/08\/jobwechsel-gehen-oder-bleiben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jobwechsel<\/a> enden.<\/p>\n<h2>Was k\u00f6nnen Unternehmen tun? \u2013 Die F\u00fchrungskr\u00e4fte sind gefragt!<\/h2>\n<p>Man mag es kaum vermuten, aber es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Kommunikation innerhalb der Organisation, da sich die Glaubw\u00fcrdigkeit von Wertsch\u00e4tzung nicht allein durch Geld ausdr\u00fccken l\u00e4sst. Vielmehr sch\u00e4tzen Mitarbeiter die verbale Best\u00e4tigung seitens des Vorgesetzten und das Gef\u00fchl, dass ihre Arbeit insgesamt einen Wert f\u00fcr das Unternehmen schafft.<\/p>\n<p>Was genau k\u00f6nnen Unternehmen tun, um der Resignation ihrer Arbeitnehmer am Arbeitsplatz entgegenzuwirken? Hier sind vor allem die F\u00fchrungskr\u00e4fte gefragt. Prim\u00e4r kann die Problematik umgangen werden, wenn Arbeitnehmer entsprechend ihrer Qualifikation und \/ oder Talente sinnvoll eingesetzt und gefordert werden. Das hei\u00dft, Aufgaben zu \u00fcbergeben, die in einem angemessenen Rahmen den F\u00e4higkeiten und Interessen entsprechen. Dar\u00fcber hinaus ist es hilfreich, wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte in der Lage sind, ihre Mitarbeiter richtig zu beobachten. Die Rede ist hier sicherlich nicht von einer \u00dcberwachung, sondern eher von der <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/04\/emotionale-intelligenz-schluessel-des-erfolgs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">F\u00e4higkeit, erste Anzeichen einer Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderung<\/a> zu erkennen und entsprechend zu agieren, anstatt die \u201eWarnsignale\u201c zu ignorieren.<\/p>\n<p>Werden tats\u00e4chlich Ver\u00e4nderungen in Wesen und Leistung festgestellt, ist es empfehlenswert, das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch mit dem Betroffenen zu suchen. Dieses Gespr\u00e4ch sollte in erster Linie daf\u00fcr genutzt werden, um eventuelle Ursachen f\u00fcr die Ver\u00e4nderung zu filtern. Denn: Nicht immer ist eine innere K\u00fcndigung der Grund f\u00fcr einen Leistungsabfall. Oft k\u00f6nnen auch private Probleme oder gesundheitliche Beschwerden dahinterstecken. Auf diese Weise gelingt es der F\u00fchrungskraft zum einen Empathie zu vermitteln, aber auch gleichzeitig Hilfsbereitschaft zu signalisieren. Aus diesem Grund sollte der Arbeitnehmer seinem Vorgesetzten gegen\u00fcber transparent kommunizieren und der Vorgesetzte sollte das Gesagte ernst nehmen und l\u00f6sungsorientiert handeln. In jedem Fall sollte es f\u00fcr beide Parteien von Interesse sein, regelm\u00e4\u00dfige <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/01\/das-mitarbeitergespraech-sinnlose-zeitverschwendung-oder-sinnvolle-chance\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitarbeitergespr\u00e4che<\/a> zu f\u00fchren und in diesem Kontext auch Entwicklungsziele f\u00fcr den Mitarbeiter zu besprechen und schriftlich festzuhalten.<\/p>\n<h2>Fazit: Innere K\u00fcndigung als Chance f\u00fcr beide Seiten?<\/h2>\n<p>Das Unternehmen bzw. die F\u00fchrungskr\u00e4fte tragen ma\u00dfgeblich die Verantwortung, erste Anzeichen der inneren K\u00fcndigung zu erkennen und auch entsprechend zu agieren, anstatt diese zu ignorieren. Gleichzeitig tr\u00e4gt aber auch jeder Arbeitnehmer f\u00fcr sich selbst die Verantwortung, seine berufliche Weiterentwicklung zu forcieren. Der Schl\u00fcssel zum Erfolg liegt wie so oft in der Kommunikation. In einem Vorgesetzten-Angestellten-Verh\u00e4ltnis, in welchem sich ausreichend transparent ausgetauscht wird, k\u00f6nnen Mangelzust\u00e4nde schneller identifiziert und behoben werden. Zum einen ergibt sich f\u00fcr den Arbeitgeber daraus die Chance seine W\u00fcnsche und Vorstellungen klar zu formulieren und zum anderen ergibt sich f\u00fcr den Vorgesetzten die M\u00f6glichkeit zielgerichtet und l\u00f6sungsorientiert im Sinne beider Seiten zu agieren. Dennoch bleibt es manchmal nicht aus, dass trotz ausreichender Kommunikation die jeweiligen Vorstellungen divergieren und es zu keiner Einigung kommt. In diesem Fall ist der endg\u00fcltige Austritt des Mitarbeiters aus dem Unternehmen oft unausweichlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass jedem Arbeitnehmer seine Arbeit Spa\u00df macht. Denn immerhin trifft man die Wahl \u00fcber den Beruf sehr bewusst nach Abw\u00e4gen von M\u00f6glichkeiten. 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