{"id":20078,"date":"2019-04-02T09:45:34","date_gmt":"2019-04-02T07:45:34","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=20078"},"modified":"2021-04-08T17:34:30","modified_gmt":"2021-04-08T15:34:30","slug":"serious-games-im-recruiting-spielend-bewerben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/04\/serious-games-im-recruiting-spielend-bewerben\/","title":{"rendered":"Serious Games im Recruiting \u2013 spielend bewerben?!"},"content":{"rendered":"<p>Schon Friedrich Schiller stellte fest: Der Mensch ist \u201enur da ganz Mensch, wo er spielt\u201c. Dass dies nicht nur f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2018\/04\/freizeit-in-jena-aktivmoeglichkeiten-und-mehr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Freizeit<\/a> gilt, sondern tats\u00e4chlich auf den Arbeitsplatz \u00fcbertragbar ist, zeigt ein gro\u00dfer Trend der letzten Jahre: sogenannte \u201eSerious Games\u201c. Das sind digitale Spiele, die nicht nur Spa\u00df machen sollen, sondern zugleich Lerninhalte vermitteln.<\/p>\n<h2>Lernen durch Spiel<\/h2>\n<p>Dabei sind spielerische Elemente im Bereich der Wissensvermittlung keineswegs eine neue Erfindung. Allerdings haben sich die M\u00f6glichkeiten durch die digitalen Medien deutlich erweitert. Zu Beginn der Serious Games waren es beispielsweise Flug- und andere Simulatoren, die den Spagat zwischen Spiel und Bildung erstmals erfolgreich meisterten. Mit dem Aufkommen des Internets, privater Computer und schlie\u00dflich der heutigen Verbreitung von Smartphones ergaben sich v\u00f6llig neue Nutzungsdimensionen.<\/p>\n<p>Das Konzept wurde in der Kinder- und Erwachsenenbildung schon erfolgreich erprobt. Aber auch in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wird das Potenzial dieser Spiele immer mehr zur Gewinnung zuk\u00fcnftiger W\u00e4hler oder Kunden und nicht zuletzt auch zur Mitarbeiterakquise genutzt.<\/p>\n<h2>Spiele im Bewerbungsprozess<\/h2>\n<p>Gamifizierte Bewerbungsprozesse sind dabei l\u00e4ngst keine Zukunftsmusik mehr. Ber\u00fchmtestes Beispiel ist wohl das Recruiting-Spiel \u201eAmerica\u2019s Army\u201c. Der kostenlose First-Person-Shooter der U.S. Armee vermittelt laut eigenen Angaben seit 2002 Interessenten einen Einblick in den Alltag eines Soldaten und steigerte dadurch die Rekrutierungszahlen. Auch Unternehmen wie L\u2019Or\u00e9al oder die franz\u00f6sische Bahngesellschaft SNCF konnten in den letzten Jahren Serious Games in ihren Bewerberauswahlprozessen erfolgreich nutzen.<\/p>\n<p>L\u2019Or\u00e9al launchte bereits 2009 mit dem englischsprachigen \u201eReveal &#8211; The Game\u201c ein Online-Strategiespiel, das interessierte <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2015\/05\/studium-beendet-was-nun\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochschulabsolventen verschiedener Studienrichtungen <\/a>weltweit ansprechen sollte. Das Spiel wurde sowohl von Bewerbern als auch Kritikern hochgepriesen als Paradebeispiel f\u00fcr Recrutainment (Mischform zwischen Recruiting und Entertainment) im Web 2.0. Bewerber konnten nicht nur die einzelnen Abteilungen und deren spezifische Anforderungen kennenlernen. Sie konnten sich zugleich mit Mitbewerbern in verschiedenen Aufgaben messen, Punkte sammeln, auf Facebook vergleichen und gaben dem Unternehmen so die M\u00f6glichkeit, Talente zu erkennen und zu rekrutieren.<\/p>\n<p>SNCF verpackte sein Recruiting-Game als \u201eD\u00e9fi Ing\u00e9nieurs\u201c, als Wettkampf f\u00fcr Ingenieure. Die besten Absolventen der franz\u00f6sischen Ingenieurschulen sollten sich in Aufgabenstellungen vom Bau eines Zuges oder der Planung eines U-Bahnnetzes, von der Optimierung der Fahrgeschwindigkeit des TGV bis hin zum Hack der Spiele-Website messen. Nur ein sehr geringer Prozentsatz der Teilnehmer schaffte die L\u00f6sung des Spiels. Die Mehrheit dieser Gruppe bekam allerdings nach einem Einstellungsgespr\u00e4ch eine Anstellung bei der Bahn. Das Spiel erwies sich als so erfolgreich, dass nach der ersten Runde 2013 weitere Durchg\u00e4nge folgten, mit stets steigender Beteiligung und verbessertem Gameplay.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Wer spielt, wer l\u00e4sst spielen? Vor- und Nachteile<\/h2>\n<p>Zielgruppe solcher Recruiting Games sind vor allem die Digital Natives der <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/01\/generation-y-welche-ansprueche-sie-an-die-unternehmen-stellt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Generation Y<\/a>. Den Bewerbern soll zum einen ein m\u00f6glichst realistisches Bild des Berufsalltags gezeigt werden. Dies senkt nachweislich das Frustrationspotenzial im sp\u00e4teren Arbeitsalltag. Zum anderen soll die Motivation f\u00fcr eine Bewerbung durch den Spa\u00df am Spielen gef\u00f6rdert und die Attraktivit\u00e4t des Unternehmens, das <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2017\/02\/employer-brand-buzzword-oder-ernstzunehmender-trend\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Employer Branding<\/a>, durch zeitgem\u00e4\u00dfe Sprache, einen angemessenen Schwierigkeitsgrad und die Optik der Spiele erh\u00f6ht werden. Die Personalverantwortlichen haben wiederum einen durch das Gameplay erhobenen Datenpool an Informationen \u00fcber die Bewerber und k\u00f6nnen diese miteinander vergleichen und gezielt ansprechen. Weitere Vorteile sind:<\/p>\n<ul>\n<li>eine bessere Vorbereitung auf die tats\u00e4chlichen Anforderungen der Stelle erh\u00f6ht deren Akzeptanz<\/li>\n<li>die Wahrscheinlichkeit einer <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/03\/empfehlungs-recruiting\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitarbeiterempfehlung<\/a> steigt<\/li>\n<li>unpassende Bewerber ziehen sich eher aus dem Bewerbungsprozess zur\u00fcck<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich kann jedoch virtuelle \u201eBerufserfahrung\u201c bzw. Berufsorientierung nicht mit realen Erfahrungen gleichgesetzt werden, da ernsthafte Konsequenzen f\u00fcr Fehlverhalten ausbleiben. Zudem f\u00fchlen sich \u201eSpielemuffel\u201c oder \u00e4ltere Bewerber m\u00f6glicherweise nicht durch einen spielerischen Bewerbungsansatz angesprochen. Denn spielen basiert auch immer auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Nat\u00fcrlich ist die Entwicklung sinnvoller Spiele auch kosten- und zeitaufw\u00e4ndig, denn sowohl die p\u00e4dagogische Sinnhaftigkeit als auch die zeitgem\u00e4\u00dfe Umsetzung bed\u00fcrfen der Beauftragung qualifizierter Entwickler. Dies ist vor allem f\u00fcr kleinere Unternehmen momentan (noch) nicht umsetzbar.<\/p>\n<h2>Spielst du noch oder bewirbst du dich schon?<\/h2>\n<p>Ob das Format der Serious Games sich durchsetzen wird, steht noch in den Sternen. Wer allerdings schon heute Lust auf mehr hat, kann sich unter den folgenden Links dem Selbstversuch stellen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.cyquest.net\/portfolio-item\/lidl-berufs-check\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Lidl Berufscheck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.dpdhl.com\/de\/presse\/pressemitteilungen\/2020\/computerspiel-und-videos-helfen-bei-der-gewinnung-tausender-neuer-kraefte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Deutsche Post JobCheck<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir w\u00fcnschen viel Spa\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon Friedrich Schiller stellte fest: Der Mensch ist \u201enur da ganz Mensch, wo er spielt\u201c. Dass dies nicht nur f\u00fcr die Freizeit gilt, sondern tats\u00e4chlich auf den Arbeitsplatz \u00fcbertragbar ist, zeigt ein gro\u00dfer Trend der letzten Jahre: sogenannte \u201eSerious Games\u201c. 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