{"id":20124,"date":"2019-05-21T09:40:33","date_gmt":"2019-05-21T07:40:33","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=20124"},"modified":"2021-04-09T11:30:40","modified_gmt":"2021-04-09T09:30:40","slug":"stressfragen-im-bewerbungsgespraech-alles-eine-sache-der-einstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/05\/stressfragen-im-bewerbungsgespraech-alles-eine-sache-der-einstellung\/","title":{"rendered":"Stressfragen im Bewerbungsgespr\u00e4ch &#8211; Alles eine Sache der Einstellung"},"content":{"rendered":"<p>Wir alle kennen dieses mulmige Gef\u00fchl vor einem Bewerbungsgespr\u00e4ch. Wir wissen nicht, was uns erwartet und machen uns Gedanken \u00fcber Kleidung, Auftreten und die Fragen, die uns gestellt werden k\u00f6nnten. Um uns bestens vorzubereiten, recherchieren wir alles, was wir zu dem potenziellen Arbeitgeber finden k\u00f6nnen. Wir legen wohlwollende aber nicht zu \u00fcbertriebene Antworten auf Fragen zu Motivation, St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2019\/03\/gehaltsvorstellung-hilfestellung-zur-ermittlung-formulierung-deines-marktwerts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gehaltsvorstellungen<\/a> zurecht. Doch dann passiert es doch: Das Vorstellungsgespr\u00e4ch verl\u00e4uft anders als erwartet. Der Gespr\u00e4chspartner m\u00f6chte nichts zum Beweggrund, zu den St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und Gehalt wissen, sondern greift ganz unvermittelt auf absurd erscheinende Fragen zur\u00fcck &#8211; sogenannte Stressfragen.<\/p>\n<h2>Was sind Stressfragen, welche Arten gibt es und welchen Zweck erf\u00fcllen sie?<\/h2>\n<p>Es gibt eine Vielzahl von Stressfragen. Viele wurden sicherlich bereits damit konfrontiert, ohne zu wissen, dass es sich dabei um eine beliebte Fragemethode handelt. Dabei ist der Fantasie keine Grenze gesetzt, solange sie auf den Gegen\u00fcber nicht diskriminierend wirken. Bei Vorstellungsgespr\u00e4chen greifen Personaler gerne auf diese fiesen Fragen zur\u00fcck, um einen Kandidaten aus der Reserve zu locken und um gleichzeitig auch die Belastbarkeit, die Improvisationsf\u00e4higkeiten sowie die <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2014\/11\/mit-kreativitat-durch-die-bewerbung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kreativit\u00e4t<\/a> zu testen. Welche Fragetypen werden genutzt, um auf subtile Art weiterf\u00fchrende Informationen zu entlocken?<\/p>\n<h3>Analogie-Fragen<\/h3>\n<p>Hierbei handelt es sich um Fragen, die darauf abzielen, mehr \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeit des Bewerbers zu erfahren. Dabei wird er aufgefordert, in einem anderen Kontext von sich zu erz\u00e4hlen. Von der Antwort lassen sich Informationen u.a. zur Motivation, zu den pers\u00f6nlichen Werten und beruflichen Zielen ableiten. Typische Beispiele f\u00fcr Analogie-Fragen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn Sie ein Tier w\u00e4ren, welches w\u00e4ren Sie?<\/li>\n<li>Was w\u00fcrden Sie tun, wenn Sie im Lotto gewinnen?<\/li>\n<li>Welche drei Dinge w\u00fcrden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Fangfragen<\/h3>\n<p>Sie erfreuen sich besonderer Beliebtheit bei den Interviewern. Den einen oder anderen Bewerber hingegen bringt dieser Fragetypus schnell zum Schwitzen, da er Gefahr l\u00e4uft, sich durch eine unbedachte Antwort ins vorzeitige Aus zu schie\u00dfen. Dabei interessiert weniger die Antwort, sondern mehr die Art und Weise, wie der Befragte darauf reagiert. Auch Fangfragen verraten viel \u00fcber Motivation, Arbeitsweise und berufliche Ziele. Gern verwendete Beispiele sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Woher wissen Sie, dass Sie einen guten Job gemacht haben?<\/li>\n<li>Welches Wort beschreibt Sie am besten?<\/li>\n<li>Was mochten Sie an Ihrem bisherigen Job am wenigsten?<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Keine Fragen, sondern Provokationen<\/h3>\n<p>Darunter sind angriffslustige Aussagen zu verstehen. Die Antwort auf solche Aussagen ist meist offen. Dabei werden auf uncharmante Art und Weise Reaktionen des Befragten hervorgerufen, die gegebenenfalls <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/01\/ueber-schwaechen-im-vorstellungsgespraech\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schw\u00e4chen<\/a> des Kandidaten identifizieren k\u00f6nnen. Beispiele hierf\u00fcr sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Sie haben ziemlich lange studiert.<\/li>\n<li>Sie sind schon ziemlich lange auf Jobsuche.<\/li>\n<li>Sie waren aber noch nie weit weg von Ihrem Heimatort.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Brainteaser<\/h3>\n<p>Hinter diesen Fragen im Bewerbungsgespr\u00e4ch verbergen sich Knobelaufgaben, Sch\u00e4tzfragen und Logikr\u00e4tsel. Sie sind besonders beliebt, um die Intelligenz, die Kreativit\u00e4t sowie die Auffassungsgabe und Analysest\u00e4rke des potenziellen neuen Kollegen auf den Pr\u00fcfstand zu stellen und haben rein gar nichts mit der Stelle, um die es geht, zu tun. H\u00e4ufig verwendet werden u.a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie viele Kalorien gibt es in einem Supermarkt?<\/li>\n<li>Wozu dient der Filz auf einem Tennisball?<\/li>\n<li>Warum sind Kanaldeckel rund?<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Trichterfragen<\/h3>\n<p>Diese Art der Fragen erscheint auf den ersten Blick harmlos. Doch genau diese Fragen geben dem Gespr\u00e4chsf\u00fchrer die M\u00f6glichkeit, weiter ins Detail gehen zu k\u00f6nnen. Je ausf\u00fchrlicher geantwortet wird, umso h\u00f6her ist die Gefahr, dass der Fragende darauf eingeht, nachfragt, nachhakt und sich der Befragte in einem Frage-Wirrwarr wiederfindet. Typische Trichterfragen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Probleme gab es?<\/li>\n<li>Wie gro\u00df war das Budget f\u00fcr das Projekt?<\/li>\n<li>Konnten dadurch Kosten gespart werden?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Neben den genannten Stressfragearten gibt es eine weitere Besonderheit, die gerne im Vorstellungsgespr\u00e4ch als Stressfaktor angewandt wird: das bewusste Schweigen. Klingt abwegig, kommt aber h\u00e4ufiger vor als gedacht. Die peinliche Stille entsteht dann, wenn im Anschluss der Antwort nichts gesagt wird. Mitunter ist es nur ein weiterer Versuch den Bewerber aus der Reserve zu locken. Wichtig ist, sich dem Schweigen nicht ausgeliefert zu f\u00fchlen, sondern dem Schweigen Raum zu geben. Wenn der Gegen\u00fcber schweigt, ist das nicht automatisch mit Desinteresse oder das Gesagte als inkorrekt zu werten, gleichzusetzen. Die unangenehme Stille l\u00e4sst sich am besten durch gezielte R\u00fcckfragen unterbrechen. Dies zeigt nicht nur Interesse, sondern auch, die F\u00e4higkeit Gespr\u00e4che initiativ fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<h2>Souver\u00e4ner Umgang mit Stressfragen<\/h2>\n<p>Das Wichtigste vorneweg: Wer w\u00e4hrend des Vorstellungsgespr\u00e4ches mit Stressfragen konfrontiert wird, sollte das unter keinen Umst\u00e4nden pers\u00f6nlich nehmen. Es geht auch nicht darum auf bestimmte Fragen die einzig richtige Antwort parat zu haben, sondern viel mehr, auch in einer nervlich angespannten Situation, einen k\u00fchlen Kopf zu bewahren. Unter Umst\u00e4nden ist es sehr hilfreich, sich in die Situation des Gespr\u00e4chsf\u00fchrers hineinzuversetzen. Viele Unternehmen haben mitunter schlechte Erfahrungen mit Bewerbern gemacht, die in Gespr\u00e4chen als geeignet erschienen und sp\u00e4ter im Arbeitsalltag \u00fcberfordert waren.<\/p>\n<h3>In der Ruhe liegt die Kraft<\/h3>\n<p>In der Regel leiten Personaler vom Stressfragetest auf berufliche Alltagssituationen ab: Wer auch auf Nachhaken und Nachbohren gelassen bleibt und sich nicht aus der Ruhe bringen l\u00e4sst, wird das h\u00f6chstwahrscheinlich auch im Berufsalltag nicht tun. Wichtig ist, sich nicht aus der Reserve locken zu lassen und auf charmante und <a href=\"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2016\/12\/authentizitaet-im-job\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">authentische<\/a> Art dem Gegen\u00fcber den Wind aus den Segeln zu nehmen.<\/p>\n<h3>Offenheit und Ehrlichkeit signalisieren<\/h3>\n<p>Niemand wei\u00df alle Antworten auf alle Fragen. Es ist hilfreich und empfehlenswert, das Gespr\u00e4ch im Vorfeld gedanklich durchzugehen und sich somit auf Stressfragen vorzubereiten. Dabei geht es nicht darum, sich Antworten parat zu legen und diese wie auswendig gelernt wiederzugeben. Eher kommt es darauf an, mit Spontanit\u00e4t und Humor dem Gegen\u00fcber und seinen provokativen \u00c4u\u00dferungen entgegenzutreten. Antworten wie z.B. \u201eLassen Sie mich kurz dar\u00fcber nachdenken\u2026\u201c oder auch \u201eDas ist eine ungew\u00f6hnliche Frage.\u201c nehmen die Spannung aus der Frage und bieten die M\u00f6glichkeit, nicht direkt darauf eingehen zu m\u00fcssen. Aber Achtung! \u2013 Zu viel Offenheit und Ehrlichkeit ist auch nicht gut. Unter gar keinen Umst\u00e4nden sollte man sich dazu hinrei\u00dfen lassen, sich \u00fcber ehemalige Arbeitgeber und Kollegen negativ zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<h3>Objektivit\u00e4t herstellen<\/h3>\n<p>Die diplomatischste Art und Weise mit Stressfragen umzugehen, ist, sie in ihre Einzelfragen zu zerlegen oder auf das Wesentlichste zu reduzieren und den provokanten Part zu \u00fcbergehen. Besonders unverf\u00e4nglich lassen sich die t\u00fcckischen Fragen durch Anekdoten oder bisherige Erfahrungen im Beruf beantworten. Noch besser w\u00e4re es, bei der Beantwortung Bezug zum potenziellen neuen Arbeitgeber zu nehmen.<\/p>\n<h3>Sinnloses Reden vermeiden<\/h3>\n<p>Lange und ausf\u00fchrliche Antworten sind unn\u00f6tig. Sie f\u00fchren dazu, sich zu verplappern, vom Inhalt abzuschweifen oder schlimmstenfalls sich in Widerspr\u00fcche zu verstricken. Am besten ist es, auf die gestellten Fragen so knapp wie m\u00f6glich mit so vielen Infos wie n\u00f6tig zu antworten und Begr\u00fcndungen kurzzufassen bzw. die wichtigsten Aussagen zusammenzufassen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Konfrontation mit Stressfragen im Bewerbungsgespr\u00e4ch ist sicherlich keine angenehme Situation. Wer sich w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs nicht aus dem Konzept bringen l\u00e4sst und den Fokus auf die Arbeitsebene legt, signalisiert damit nicht nur Souver\u00e4nit\u00e4t, sondern hinterl\u00e4sst auch einen kompetenten Eindruck. An dieser Stelle ist zu betonen, dass Stressfragen nicht dazu dienen, sich verbal \u00fcber den Bewerber zu stellen. Viel mehr helfen sie bei der Vielzahl von Bewerbungen die Spreu vom Weizen zu trennen und den f\u00fcr das Unternehmen am besten passendsten Kandidaten zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle kennen dieses mulmige Gef\u00fchl vor einem Bewerbungsgespr\u00e4ch. 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