{"id":6787,"date":"2012-01-18T07:45:37","date_gmt":"2012-01-18T06:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/?p=6787"},"modified":"2016-06-16T15:11:22","modified_gmt":"2016-06-16T13:11:22","slug":"die-sache-mit-dem-arbeitszeugnis-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/towerconsult.de\/bewerberblog\/2012\/01\/die-sache-mit-dem-arbeitszeugnis-teil-3\/","title":{"rendered":"Die Sache mit dem Arbeitszeugnis (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<p>So, jetzt wird es aber Zeit, dass ich das Thema Arbeitszeugnis mal zu Ende bringe. Also k\u00f6nnt Ihr heute Teil 3 lesen und ich bin gespannt auf Euren Input.<\/p>\n<blockquote><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr gut = stets zu unserer vollsten Zufriedenheit<\/p>\n<p>Gut = stets zu unserer vollen Zufriedenheit oder zu unserer vollsten Zufriedenheit (ohne stets)<\/p>\n<p>Befriedigend = zu unserer vollen Zufriedenheit<\/p>\n<p>Ausreichend = zu unserer Zufriedenheit<\/p>\n<p>Mangelhaft = hat sich bem\u00fcht, den Anforderungen gerecht zu werden<!--more--><\/p><\/blockquote>\n<p>So sehen die Standardfloskeln in Arbeitszeugnissen oft aus, doch was sagt das eigentlich aus? Dass es immer darauf ankommt, wer das Zeugnis geschrieben hat, habe ich ja schon erz\u00e4hlt. Einige Personalchefs verwenden absichtlich Formulierungen wie &#8222;vollste&#8220; nicht, da sie sowohl inhaltlich als auch grammatikalisch falsch sind. Hier besteht dann die M\u00f6glichkeit vereinfachte Ausdr\u00fccke \u00e0 la<\/p>\n<blockquote><p>sehr gut = hat den Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen,<\/p>\n<p>gut = mit den Ergebnissen waren wir stets zufrieden,<\/p>\n<p>befriedigend = hat unseren Erwartungen voll entsprochen,<\/p>\n<p>ausreichend = hat unseren Erwartungen entsprochen,<\/p>\n<p>mangelhaft = hat im gro\u00dfen und ganzen unsere Erwartungen erf\u00fcllt, etc. zu verwenden.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Arbeitszeugnissen kommt es zudem sehr auf den Grundtenor an. Manchmal liest man ein Zeugnis, welches zumindest den Floskeln nach zu urteilen als gut bis sehr gut eingestuft werden kann, dem aber ein Tonfall zu grunde liegt, der ein komisches Gef\u00fchl hervorruft. Auch gibt es genau das Gegenteil. Das Schreiben ist besonders freundlich, man merkt beim Lesen, dass es eine gute Zusammenarbeit war, aber die Floskeln passen so gar nicht dazu, sind ungl\u00fccklich formuliert oder einfach falsch geschrieben. Da hei\u00dft es beim Personaler dann: Achtung und nachschauen, wer das Zeugnis verfasst hat. Wo es dann aber auch beim Personaler aufh\u00f6rt, ist, wenn ein Referenzschreiben derart dezidiert geschrieben ist, dass man in jedem Satz auf minimalste Unterscheidungen achten muss. Da macht das Lesen keinen Spa\u00df und man fragt sich schnell: wozu das Ganze. Ich habe da eine Auflistung gefunden, die sowohl hilfreich f\u00fcr das Lesen und nat\u00fcrlich Verfassen von Arbeitszeugnissen ist, die auf der anderen Seite aber auch ganz sch\u00f6n drastische Unterscheidungen in der Interpretation einzelner Satzteile macht, dass man schnell den \u00dcberblick verliert. Beispiele sind hier:<\/p>\n<ul>\n<li>stets zur vollsten Zufriedenheit wird hier mit <em>sehr gut<\/em> \u00fcbersetzt<\/li>\n<li>aber ein Satz mit immer sehr zufrieden nur mit <em>gut<\/em><\/li>\n<li>w\u00e4hrenddessen vollste Zufriedenheit mit <em>sehr gut minus<\/em> deklariert wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das ist nach meinem Geschmack doch etwas zu viel Unterscheidung. Arbeitszeugnisse sind wichtig, sollen und d\u00fcrfen nicht doppeldeutig sein, dem Kandidaten nicht schaden und m\u00fcssen wohlwollend verfasst werden. Es gibt ohnehin schon eine Menge Dinge, die beim Verfassen und beim Lesen beachtet werden m\u00fcssen. Da sollte man sich nicht noch mit winzigen Sprach- und Ausdrucksnuancen rumschlagen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das beste Zeugnis, was ich bisher gelesen habe, hatte \u00fcbrigens folgenden Schlusssatz: Dieses Zeugnis verzichtet auf umst\u00e4ndliche und missverst\u00e4ndliche Floskeln. Alle Angaben und Ausdr\u00fccke zu Arbeitsleistung und Beurteilung sind so gemeint, wie sie geschrieben stehen und bed\u00fcrfen keinerlei Interpretation seitens des Lesers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, jetzt wird es aber Zeit, dass ich das Thema Arbeitszeugnis mal zu Ende bringe. 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