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Boombranche Medizintechnik

IT - Berater e-Commerce, Quelle: PublicDomainPictures/pixabay.com
Geschrieben von Gastautor

Glänzende Aussichten für naturwissenschaftlich-technisch Begabte

Heute gibt’s mal wieder einen Beitrag von einem Gastautor. Till Kammerer arbeitet als Berufsberater in Berlin und stellt uns die Branche der Medizintechnik vor:

Hat mein Studium Zukunft? Nicht wenige Schulabgänger stellen sich zu Recht diese Frage – nicht nur, weil sie neben den persönlichen Interessen („was will ich?“), Fähigkeiten („was kann ich?“) und Eigenschaften („wer bin ich?“) den vierten wichtigen Bereich anspricht, über den man sich beim Übergang Schule-Ausbildung klar werden sollte, nämlich: Was hat Perspektive?

Ein heißer, diesbezüglicher Tipp ist die Medizintechnik-Branche. Allein die deutsche Medizintechnik erwirtschaftet etwa 12 Mrd. Euro Umsatz, mit etwa 85.000 Beschäftigten (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Oktober 2011). Einheimische Medizintechnik-Unternehmen sind nach den USA und Japan drittgrößter Anbieter von medizintechnischen Produkten. Experten sehen auch die Zukunft der Branche rosig: Einerseits wächst die Weltbevölkerung stetig. Andererseits steigt die Lebenserwartung, und zwar nicht nur in Industrieländern, sondern auch in Schwellenländern wie China. Damit steigt die Zahl typischer, oftmals chronischer Alters-Erkrankungen, für die man medizintechnische Lösungen braucht.

Ausbildungen und Studiengänge: Zugänge

Eine große Bandbreite an dualen Ausbildungen in anerkannten Ausbildungsberufen, Berufsfachschulberufen und Hochschulstudiengängen ermöglicht den Branchen-Einstieg. Typische Arbeitsbereiche sind beispielsweise die Orthopädie- und Prothesentechnik, die Hör- oder Zahntechnik: Diese Einsatzgebiete bieten duale Ausbildungen wie Hörgeräteakustiker, Orthopädieschuhmacherin, Chirurgiemechaniker oder Zahntechnikerin. Der Berufsfachschulweg führt ebenfalls in die Boombranche: Hier kommen medizintechnische Assistenzberufe wie Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in, Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in und Veterinärmedizinisch-technische/r Assistent/in ins Spiel.

Wer lieber die Hochschulbank drücken will, sieht sich einem noch größeren Angebot an Bachelor-und Masterstudiengängen gegenüber. Eine Vielzahl ingenieurswissenschaftlicher Angebote qualifiziert beispielsweise für eine Medizintechnik-Laufbahn: Dazu zählen, unter anderem, Mikrosystemtechnik, Maschinenbau (mit medizintechnischem Schwerpunkt), Mechatronik, Sporttechnik, Technische Kybernetik und Informationstechnik. Auch einige weniger bekannte, aber ebenso zukunftsträchtige Studiengänge warten auf Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung: etwa Bionik oder Medizindesign. Die Branche ist also vielfältig. Das macht die Frage, welche Skills man für einen Einstieg mitbringen sollte, nicht einfacher. Welcher „Typ“ hat in der Medizintechnik Erfolg?

Hard und soft skills: was man mitbringen sollte

Wer in dieser Branche erfolgreich (und, Hand aufs Herz, wichtiger noch: glücklich) werden will, muss ein ausgeprägt naturwissenschaftlicher und technischer Typ sein. Physik, Chemie, Mathematik und, je nach Berufsprofil, auch Biologie sind die Fächer, in denen man bereits zu Schulzeiten gute Leistungen gebracht haben sollte.

Medizintechniker arbeiten oft in interdisziplinären Teams mit Kollegen benachbarter Fächer zusammen. Darum sind Team- und Kommunikationsfähigkeit gefragt.

Bei vielen dualen Berufsausbildungen der Branche kommt handwerkliches Geschick hinzu. Ob bei der Hörgeräteakustikerin, die mit Bohr- und Fräsgeräten Abgüsse in Form bringt, oder beim Zahntechniker, der Bohr-, Fräs-, oder Schleifmaschinen einsetzt: In diesen Berufen sind „zwei rechte Hände“ gefragt. Eines jedoch ist allen Medizintechnikern gemeinsam: Mangelnde Nachfrage nach ihren Fähigkeiten brauchen sie nicht fürchten.

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