Körper, Geist & Job

„Auf die Persönlichkeit kommt es an!“ (1/2)

Quelle: pixabay
Geschrieben von Ulrike

Längst fordern Unternehmen von ihren potenziellen Bewerbern nicht mehr nur die Übereinstimmung zwischen individuellen Fähigkeiten und fachlichen Jobanforderungen – auch die Persönlichkeit des Kandidaten muss „passen“. Was damit gemeint ist, bleibt meist schwammig formuliert oder wird vollkommen der Interpretation der Bewerber überlassen: Soll ich mich in puncto Auftreten und Eigenheiten möglichst harmonisch ins Team einfügen? Sollen meine Einstellungen mit den zentralen Unternehmenswerten überstimmen? Oder heißt „Persönlichkeit haben“ vor allem, ein autonomer Charakter zu sein, der sich traut, er selbst zu sein?

Die großen Fünf

Der Wunsch nach einer umfassenden und objektiven Persönlichkeits- beschreibung scheint in der Natur des Menschen zu liegen: Er beschäftigt Philosophen wie Wissenschaftler seit jeher und jedes Jahr wächst die Zahl an psychodiagnostischen Instrumenten („Persönlichkeitstests“), die auf dem Markt verfügbar sind. Ein Persönlichkeitsmodell hat sich bei Psychologen wie bei Personalern besonders bewährt, die sogenannten „Big Five“.

Das Fünf-Faktoren-Modell, wie es auch genannt wird, hat sich trotz seiner Einfachheit als geeignet heraus gestellt, um Personen zu charakterisieren und miteinander vergleichen zu können. Fünf breit angelegte Eigenschaften bilden darin die Hauptdimensionen der Persönlichkeit ab: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit.

Neurotizismus

Personen mit einem hohen Neurotizismus sind emotional labiler, d.h. sie sind leichter aus dem seelischen Gleichgewicht zu bringen. Neurotische Personen beschreiben sich selbst als nervös, ängstlich, traurig oder unsicher und neigen dazu, sich über vieles Sorgen zu machen. – Im Vergleich dazu geben emotional stabilere Menschen an, dass sie eher ruhig, ausgeglichen und sorgenfrei sind. Stresssituationen bringen sie weniger leicht aus der Fassung.

Extraversion

Extravertierte Personen beschreiben sich als gesellig, aktiv, selbstsicher, herzlich und optimistisch. Sie mögen Anregung und fühlen sich wohl, wenn sie unter Menschen sind. – Introvertierte Personen sind gern allein und eher zurückhaltend, unabhängig und ausgeglichen. Um Energie zu schöpfen, brauchen sie Zeit für sich.

Offenheit für Erfahrungen

Eine hohe Offenheit für Erfahrungen kennzeichnet Personen, die Abwechslung bevorzugen, wissbegierig, phantasievoll und kreativ sind. Sie verhalten sich gerne unkonventionell und sind experimentierfreudig. – Personen mit niedrigerer Offenheit ziehen Bekanntes und Bewährtes dem Neuen vor. Sie neigen zu konservativen Einstellungen und eher konventionellem Verhalten.

Verträglichkeit

Verträgliche Personen begegnen anderen Menschen mit Verständnis, Wohlwollen und Mitgefühl. Sie neigen zu zwischenmenschlichem Vertrauen und Kooperativität und haben ein starkes Harmoniebedürfnis. – Weniger verträgliche Personen beschreiben sich eher als egozentrisch, mit anderen konkurrierend und misstrauisch gegenüber den Absichten anderer Menschen.

Gewissenhaftigkeit

Gewissenhafte Personen geben an, ordentlich, zuverlässig, zielstrebig und systematisch zu sein. – Personen mit niedriger Gewissenhaftigkeit beschreiben sich eher als nachlässig, gleichgültig und unbeständig. Ihre Ziele verfolgen sie mit geringerem Engagement.

Und nun?

Warum sind die Big Five für Personaler so interessant? Welche Eigenschaft hat sich als besonders karrieredienlich heraus gestellt? Und wie verhalte ich mich nun am besten im Interview? Diese Fragen werden schon bald beantwortet – Hier auf dem Blog. 🙂

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Über den Autor

Ulrike

Ulrike „wagte“ Anfang 2015 nach dem Studium den Schritt ins Berufsleben zu uns und unterstützt uns seitdem als studierte Psychologin im Recruiting. Sie steht nun auf der anderen Seite im Bewerbungsprozess und berichtet über den Perspektivenwechsel, ihre Erfahrungen und andere interessante Themen - natürlich nicht, ohne uns ab und zu einen kleinen Einblick in die Psyche des Menschen zu gewähren.

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