Ratatouille

Anglizismen – langsam reicht es!

Quelle: Anglizismen, unsplash/pixabay.com
Geschrieben von Viktoria

Unsere Alltagssprache hat noch nicht genug Anglizismen.

… ganz egal ob in der Jugendsprache, Fachsprache oder im Business. Klar, wir leben in einer ständig globaler werdenden Welt. Da ist schon gar nicht mehr von „Verenglischung„, sondern vielmehr von „Internationalisierung der Sprache“ die Rede. Das aber gefällt nicht jedem.
Auch wenn Englisch im Studium und im Job immer wichtiger wird und die Verständigung mit dem Ausland erleichtert, erschwert sie stattdessen jene im Innland. So empfindet es jedenfalls ein Großteil der Deutschen. Laut Statista haben 73 Prozent der Teilnehmer einer Befragung zu erkennen gegeben, sie hätten Angst, die häufige Verwendung englischer Wörter bedeute den Verlust deutscher Wörter. Weiter befürchtete die Hälfte der Befragten, die Verständigung zwischen Deutschen werde erschwert und die deutsche Sprache verliere an Bedeutung in der Welt. Die Chance, besser Englisch zu lernen oder sich besser ausdrücken zu können, erkennen nur 22% der Befragten.

Fakt ist: Der Aufstieg der englischen Sprache zur Weltsprache begann im 19. Jahrhundert und verliert nicht weniger an Bedeutung. Englisch ist auch aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken und das, obwohl die Mehrheit der Arbeitnehmer die ständige Verwendung von Anglizismen als „unnötig und nervig“ betiteln.

Dennoch gehört Englisch irgendwie zur deutschen Geschichte.

Die ersten Übersetzungen aus dem Englischen sowie Englischunterricht an einigen Universitäten in Deutschland gab es schon in den 1680er Jahren. Auch haben die Aufklärung und berühmte Autoren wie Smith, Addison oder Shakespeare ihre Spuren hinterlassen. Nach dem Siebenjährigem Krieg findet sich der englische „Touch“ in der Mode wieder. Erst im späten 19. Jahrhundert, im Zuge der industriellen Revolution, lässt sich ein auffallend starker Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache feststellen. Englisch wird zur renommierten und modernen Sprache und bevorzugt an Stelle von Französisch gesprochen. Im 20. Jahrhundert trägt der militärische, politische und wirtschaftliche Einfluss der USA auch zur erneuten Beeinflussung der deutschen Sprache bei.
Mit den 20er Jahren hat sich der Wortschatz der Deutschen um viele, damals moderne, Wörter erweitert. Aus dieser Zeit stammt zum Beispiel der „Film“, der „Bestseller“ oder auch der „Song“. Es sind vor allem viele äußerlich neue, freiheitliche Wörter, die aus dem Englischen übernommen werden. Auch die Fachsprache bedient sich immer öfters englischer Wörter, wie dem „Computer“, dem „Test“ oder dem „Team“. Eher holprig verhält es sich allerdings, wenn es um die grammatisch richtige Verwendung der Wörter geht. Viele Wörter werden verdeutscht, so wird zum Beispiel der „Club“ zum „Klub“ oder aus dem „Boss“ der „Boß“.

Heute haben wir diese Wörter durch zahlreiche Rechtschreibreformen an unserer Sprachsystem angepasst. Die „Case Study“, die „Line of Business“ und das „Briefing” haben es in den Duden geschafft, wo man die deutsche Übersetzung schließlich nachschlagen kann. 😉

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Über den Autor

Viktoria

Viktoria ist seit September 2015 Praktikantin bei uns. Sie studiert im Bachelor Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Vicki, wie wir sie nennen dürfen, unterstützt uns im Recruiting und im Personalmarketing - und versorgt uns natürlich mit Blogartikeln, in denen sie ihre Sicht der Dinge auf Studium, Informatik und Arbeitswelt schildert.

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