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Die Historie des Felsenkellers in Jena: Einzigartige Einblicke

Geschrieben von Nadine

Herzlich willkommen zu unserer neuen Blogartikelserie, die einen faszinierenden Blick auf die boomende IT-Szene in Jena wirft!

Unser Fokus liegt darauf, die spannende Verbindung der Informatikgeschichte der Stadt Jena zu beleuchten. Hier gewähren wir euch Einblicke in Plätze, die besonders für die IT-Community in Jena von Interesse und wahrscheinlich auch nicht für jeden zugänglich sind.

Den Auftakt macht der Felsenkeller, ein Ort, der das IT-Paradies beheimatet und namhafte Unternehmen wie TowerConsult, Diva-e, JustOn und das DLR beherbergt.

In den kommenden Artikeln tauchen wir tief in die Geschichte verschiedener IT-relevanter Orte ein, um euch einen einzigartigen Blick auf Jenas lebendige IT-Landschaft zu ermöglichen. Begleite uns auf dieser aufregenden Reise durch die Vergangenheit der IT in Jena!

Jena, eine Stadt, die nicht nur für ihre historische Bedeutung, sondern auch für ihre lebendige Kultur und intellektuelle Atmosphäre bekannt ist. In dieser facettenreichen Stadt gibt es jedoch ein weniger beachtetes Juwel – unseren Felsenkeller. Die Geschichte von Felsenkellern in ganz Deutschland reicht weit zurück, bis ins 17. Jahrhundert. Ursprünglich dienten sie als Lagerräume für Bier, aber im Laufe der Jahrhunderte haben sie sich weiterentwickelt und vielfältige Verwendungen gefunden.

Dieser Artikel ist euer Ticket in den Felsenkeller in Jena. Wir gehen zurück in die Vergangenheit und schauen, wie sich der Felsenkeller im Laufe der Zeit entwickelt hat. Begleitet uns auf dieser Reise durch die Geschichte und das vielfältige Geschehen in den Felsenkellern.

Entdeckung und Erbe: Die faszinierende Geschichte des Felsenkellers in Jena

Während meiner Forschungsreise durch die Ernst-Abbe-Bibliothek von Jena bin ich über faszinierende Einzelheiten zur Geschichte des Felsenkellers gestolpert. Im Jahr 1332 gewährte Landgräfin Elisabeth von Thüringen gegen eine Jahresrente von 100 Mark lötigen Silbers verschiedene Privilegien, die einen revolutionären Schritt für die Stadt markierten.

Diese antike Urkunde enthüllte nicht nur eine bedeutende Wendung, sondern auch die allererste urkundliche Erwähnung des Bieres in Jena. Die städtische Brauerei, die aus diesen Anfängen entstand, nahm eine wirklich einzigartige Form an. Durch die Anpassung an die speziellen Marktverhältnisse vor Ort festigte sich eine gemeinschaftliche Produktionsform, die Bürgerrecht, Immobilienbesitz und Steuerzahlung geschickt miteinander verband. Diese Struktur erwies sich als stabil, während sie anderswo bereits zu bröckeln begann.

In den 1930er Jahren präsentierte sich die städtische Brauerei in Jena als reines kommunales Unternehmen. Unter der Firmenbezeichnung agierte die Stadt Jena handelsrechtlich wie ein Einzelkaufmann. Die Brauerei, mit einem beeindruckenden Ausstoß von etwa 90.000 Hektolitern, führte in Thüringen die Rangliste an. Als Kommunalbrauerei nahm sie aufgrund ihrer Größe und Leistungsfähigkeit eine unvergleichliche Position in Deutschland ein.

Im Gegensatz zur städtische Brauerei bestand die Brauerei im Felsenkeller bis 1949 weiter. Die alte Belegschaft arbeitete nach Kriegsende weiterhin in der Brauerei. Die Spur eines der Chefs verliert sich jedoch 1948 in einem  Sowjetisches Speziallager Nr. 2. Die genauen Hintergründe sind bis heute ungeklärt.

Im Inneren des Zeitzeugen: Historische Merkmale des Felsenkellers in Jena

Dieser historische Ort offenbart eine Vielzahl von Merkmalen, die tief in die Geschichte der Brauereikunst und darüber hinaus reichen.

Bereits beim Betreten des Felsenkellers wird man von den sichtbaren Ringen begrüßt, an denen einst stolze Brauereipferde festgemacht wurden. Diese rustikalen Überreste zeugen von einer Zeit, in der die Kraft der Tiere maßgeblich zur Fortbewegung von Waren beitrug.

Der Eingang des Kellers führt uns in die Tiefen dieser faszinierenden Anlage. Bei genauerer Betrachtung wird der Blick freigegeben auf den ehemaligen Eiskeller, dessen Tiefe zwischen 2 und 3 Metern liegt. Hier lagerte Eis aus der Saale und dem Schleichersee, das dazu diente, den Keller und das kostbare Bier auf angenehme Temperaturen zu kühlen.

Der Eingang des Felsekellers

Ein weiterer Abschnitt des Felsenkellers offenbart uns massive Blöcke, auf denen einst Gärtanks und Reifetanks für die Bierherstellung standen.

Bei der Errichtung des IT-Paradieses stießen wir auf einen riesigen Holraum in den Kellern. Darüber erstreckt sich ein weiterer Raum, den wir liebevoll als das „Bernsteinzimmer“ bezeichnen. Diese Entdeckung eröffnet eine weitere, geheimnisvolle Dimension der Geschichte des Felsenkellers.

Neben dem Bernsteinzimmer erstrecken sich weitere Hohlräume, in denen sorgfältig platzierte Träger eingebaut wurden. Diese strukturierte Anordnung dient der konsequenten Kontrolle auf Korrosion. Bemerkenswerterweise hat sich diese Methode als äußerst effektiv erwiesen, da bislang keinerlei Fortschreiten der Korrosion verzeichnet wurde. Auf dem Weg durch die Gänge des Felsenkellers fallen Blicke auf Stellen, an denen Steine aufgrund zwischenzeitlich hoher Luftfeuchtigkeit herausgebrochen sind. Diese Spuren erzählen von den Herausforderungen, die dieser Ort im Laufe der Zeit durchlebt hat.

Der Eingang zu unserem Bernsteinzimmer

Bemerkenswert sind die vier mit Beton gefüllten Säulen, die den Felsenkeller stützen und jeweils eine Höhe von etwa 8 Metern aufweisen. Diese Säulen tragen heute das Gewicht unseres IT-Paradieses.

Die Überreste von Erddepots liegen verstreut, und ein eingebautes Fenster gewährt einen Blick auf den Parkplatz. Einige Bereiche sind noch mit Schmuckfliesen aus den 60er Jahren verziert, die den Charme vergangener Jahrzehnte bewahren.

Trotz des Umbaus sind nur noch wenige Relikte aus vergangenen Zeiten erhalten. Vereinzelt stößt man auf Haken, die damals elektrische Leitungen trugen – stumme Zeugen einer Zeit, in der der Felsenkeller mit neuer Energie durchzogen wurde. Dieses faszinierende Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart macht den Felsenkeller zu einem einzigartigen Ort, der die Geschichte der Region auf eindrucksvolle Weise bewahrt.

Wobei ihn die meisten Menschen wohl kaum noch Beachtung schenken.

Mit diesen faszinierenden Einblicken schließt unsere Reise durch die Geschichte des Felsenkellers. Möge dieses einzigartige Relikt vergangener Zeiten weiterhin die Neugier wecken und die Geschichte dieser bemerkenswerten Stätte lebendig halten. Nun endet unsere Entdeckungsreise, doch die Geschichten und Merkmale des Felsenkellers werden in Erinnerung bleiben.

Wenn euch weitere spannende Einblicke in die Vergangenheit interessieren und ihr mehr von solchen Entdeckungen erleben möchtet, lasst es uns einfach wissen. Wir sind bereit, euch auf weiteren faszinierenden Reisen durch die Geschichte zu begleiten!

Über den Autor

Nadine