Bewerbung & Interview

Absage – welche Gründe gibt es dafür?

Absage - Zettel auf denen No steht
Geschrieben von Steffi

Egal, ob beim Einstieg in die Berufswelt oder bei der Suche nach einer beruflichen Veränderung – jeder kennt sie, keiner mag sie. Die Rede ist von Absagen. Meistens sind sie zudem auch kurz und unpersönlich formuliert. Begründung? Fehlanzeige! Dass nicht jeder Bewerber eingestellt werden kann, ist klar. Umso wichtiger ist es, dass Absagen respektvoll und wertschätzend formuliert sind.  Welche Gründe es für Absagen gibt und wie du aus einer Absage lernen kannst, erfährst du im heutigen Blogartikel.

Die Optik deiner Bewerbung

Neben der Vollständigkeit und dem klar strukturierten Aufbau deiner Unterlagen, spielt auch das Aussehen eine wesentliche Rolle. Wir wissen alle: Was schön für das Auge ist, sticht aus der grauen Masse hervor. Die meisten Unternehmen werden tagtäglich mit Bewerbungen überhäuft. Umso schwieriger ist es, mit einer 0815-Bewerbung das Interesse der Verantwortlichen zu wecken und zu punkten. Neben der Optik spielt allerdings der Inhalt eine viel größere Rolle. Betone deine Kompetenzen und Stärken ohne dabei zu dick aufzutragen. Ist diese Hürde geschafft, bist du eine Runde weiter. Glückwunsch!

Du bist unter- oder sogar überqualifiziert

Oft werden in einer Stellenausschreibung auf wenig Raum möglichst viele Informationen zur Vakanz und zum Unternehmen gelistet. Aus Sicht des Unternehmens ist es jedoch verständlich, dass durch die Formulierung von Mindest- bzw. Kernanforderungen, wie bspw. Ausbildung, Berufserfahrung oder erforderliche Hard- und Soft Skills, die  Zielgruppe im Vorfeld definiert wird. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass ein Teil der Bewerbungseingänge bereits selektiert wird, wenn das einzelne Bewerberprofil nicht den Mindestanforderungen entspricht.

Im Gegensatz dazu fallen aber auch Bewerberprofile aus dem Auswahlverfahren, die mitunter für die Stelle als überqualifiziert gelten. Das klingt paradox, erscheint aber aus Sicht des Unternehmens plausibel. Bei der Bewerbungsprüfung werden nicht nur deine Qualifikationen mit den Stellenanforderungen abgeglichen, sondern auch geschaut, wie deine perspektivische Entwicklung verlaufen könnte. Unternehmen sind daran interessiert Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und befürchten, dass jemand mit herausragenden Qualifikationen sich schnell langweilen könnte  und das Unternehmen wieder verlässt.

Tipp: Lies dir die Ausschreibung gewissenhaft durch und prüfe, ob, wie viele und in welchem Umfang du die Anforderungen tatsächlich erfüllst.

 

Deine Soft- oder Hard Skills reichen nicht aus

Soft Skills bilden eine Kombination aus sozialen, menschlichen und kommunikativen Fähigkeiten und sind vor allem für Berufe, bei denen viel Kundenkontakt oder Teamarbeit besteht, unerlässlich. Zu Soft Skills zählen bspw. Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Vertrauenswürdigkeit und  Kritikfähigkeit. Hard Skills hingegen beschreiben deine berufstypischen Qualifikationen für eine bestimme Stelle, z.B. Ausbildung oder Berufserfahrung. Viele Unternehmen legen immer mehr Wert auf die sogenannten Sozialkompetenzen.  Wenn dazu noch eine oder mehrere fachspezifische Kompetenzen nicht überzeugen, scheidet deine Bewerbung vorzeitig aus.

Tipp: Informiere dich über die Firma. In vielen Fällen gibt die Internetpräsenz Auskunft darüber, auf welche Eigenschaften bei potentiellen Kollegen Wert gelegt wird.

Du hast zu wenig Berufserfahrung

Zu wenig Berufserfahrung ist grundsätzlich nicht schlimm, denn wo sollst du sie sammeln, wenn nicht im Job. Sie kann aber dann zum Ausschlusskriterium werden, wenn sie in einer Ausschreibung explizit verlangt wird, z.B. bei der Besetzung einer Senior-Stelle oder bei einer Stellen-Neuschaffung, für die bestimmte praktische Erfahrungen und Know-how erforderlich sind.

Dein Lebenslauf ist zu (un-) flexibel

Ein häufiger Drang nach beruflicher Abwechslung führt oftmals zum Jobwechsel. Es gibt Unternehmen, denen stößt es sauer auf, wenn du als Bewerber in den letzten Jahren den Arbeitgeber häufig gewechselt hast. Sicherlich gibt es dafür nachvollziehbare Gründe, aber für das Unternehmen wirkst du dadurch sprunghaft in deiner Arbeitsmoral wodurch sie wiederrum inkonsequentes Handeln deinerseits befürchten. Andererseits gibt es Unternehmen, welche eine sehr lange Betriebszugehörigkeit kritisch sehen. Sie birgt den Nachteil, dass du zu festgefahren in deinen Strukturen und deinem Handeln sein könntest und somit Schwierigkeiten haben könntest, dich an neue oder andersgeführte Prozesse zu gewöhnen.

Arbeitszeugnisse fehlen oder sind unzureichend

Ein Arbeitszeugnis gibt Auskunft über das Arbeitsverhältnis bei einem Unternehmen und beinhaltet Informationen zu Dauer, Tätigkeitsschwerpunkte sowie Beurteilung der Leistung. Es ist also nicht verwunderlich, dass Unternehmen viel Wert auf beigefügte Arbeitszeugnisse legen, da sie diese zu ihrer Entscheidung über den weiteren Auswahlprozess hinzuziehen. Deshalb solltest du deiner Bewerbung deine Arbeitszeugnisse hinzufügen.

Deine Abschlussnoten sind nicht gut genug

Ähnlich wie beim Arbeitszeugnis, gibt es immer noch viele Unternehmen, die ihre Bewerber anhand der schulischen Leistungen bewerten und selektieren. Dabei filtern sie nicht nur nach Bestnoten, sondern nehmen auch deine Leistungsentwicklung unter die Lupe. Sie gibt in gewisser Weise auch Aufschluss darüber, wie motiviert und entwicklungsfähig du bist. Wenn du in der Schule eher ein mittelmäßiger Schüler warst, hast du also immer noch gute Chancen zu überzeugen, wenn du dafür während Ausbildung / Studium einen Entwicklungssprung nach oben gemacht hast.

Deine Gehaltsvorstellungen übersteigen das Maß

Quelle: andibreit / pixabay.com

Hand aufs Herz: Träumst du nicht auch davon, für deinen Job super vergütet zu werden? Und sicherlich fragst du dich welchen Wert du ansetzten sollst, um dich nicht  unter Wert zu „verkaufen“ oder gar mit deinen Vorstellungen über das Ziel hinaus zu schießen. Informiere dich im Vorfeld über branchentypische Gehälter und gleiche diese mit  deiner bisherigen Berufserfahrung sowie mit der Region, in der sich das Unternehmen befindet, ab. Das bietet dir nicht nur eine gute Basis für deine Gehaltsverhandlung, sondern signalisiert dem Unternehmen auch, dass du dich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hast.

Die Chemie zwischen euch stimmt nicht

Das klingt mies und sollte nun wirklich kein Ausschlusskriterium sein. Denn immerhin geht es im Job um Kompetenzen und nicht um Sympathie. Oder? Naja, ganz so ist es nicht. Unter Berücksichtigung der vielen Zeit, nämlich gut ein Drittel des Tages, die wir auf der Arbeit und damit auch mit unseren Kollegen verbringen, ist die Sympathie doch ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl des neuen Kollegen. Aber nimm es bitte nicht persönlich, wenn deine persönliche Art bei dem Gegenüber nicht auf Gegenliebe trifft. Wir sind alle nur Menschen und den einen können wir mehr und den anderen eben weniger gut leiden.

Geschlecht oder Aussehen gefallen nicht

Gegen mangelnde Sympathie kann man nur wenig machen. Viel schlimmer ist jedoch die Absage aufgrund von personenspezifischen Merkmalen wie Geschlecht, Alter und Aussehen. Das ist nicht nur diskriminierend, sondern es verstößt auch gegen das seit 2006 geltende Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Deshalb wird dir das Unternehmen diese Begründung nie nennen, da sie erstens nicht sachlich ist und zweitens diskriminierend und damit anfechtbar ist. Viel eher wird die Firma einen anderen sachlichen Grund, wie bspw. mangelnde Hard- oder Soft Skills,  vorschieben.

Fazit

Bleiben wir realistisch. In den wenigsten Fällen wirst du mit deiner Absage auch gleich die Begründung erfahren, denn grundsätzlich müssen Unternehmen keine Angaben dazu machen, warum deine Bewerbung nicht weiter berücksichtigt werden kann. Wenn du jedoch wissen möchtest, woran es gescheitert ist, solltest du nachhaken. Rechne aber auch damit, dass du gar keine oder nur eine wenig ehrliche Rückmeldung erhalten wirst. Durch das geltende Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist es für Unternehmen ein schwieriges Unterfangen dem Kandidaten ein ehrliches Feedback zu geben. Und wenn doch: Werte die Absage nicht als Kritik an deiner Person und nimm es nicht persönlich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass  eine Absage nicht der schlimmste Teil der Jobsuche ist. Auch wenn es am Ende mit dem gewünschten Job nicht klappt, so kannst du doch etwas Positives für dich mitnehmen. Hab den Mut aktiv beim Unternehmen nachzufragen und nimm den Impuls für die nächste Bewerbung für dich mit.

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Steffi