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Social Media Recruiting und seine Möglichkeiten

Social Media Recruiting - Baum mit Icons
Geschrieben von Jasmin

Auch im Recruiting bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten, wie das Mobile Recruiting oder das Social Media Recruiting. In diesem Artikel erfahrt ihr was Social Media Recruiting ist, warum es relevant ist und welche Möglichkeiten soziale Netzwerke für das Recruiting bieten.

Definition und Bedeutung

Social Media Recruiting ist die Gewinnung von Personal über soziale Netzwerke. Wollen Bewerber mit Unternehmen und zukünftigen Arbeitgebern über soziale Netzwerke in Kontakt treten, sollten sie ihre Social Media Profile überprüfen. In vielen Bereichen haben Personaler nicht den Luxus aus zahlreichen Bewerbern den Besten auszuwählen. Sie müssen selbst aktiv und kreativ werden, um Talente zu gewinnen. Die Karriereseite und das inserieren von Stellenanzeigen auf Stellenbörsen muss um weitere Kanäle ergänzt werden, um viele potenzielle Bewerber zu erreichen. Da ein Großteil der Bevölkerung Deutschlands mehrere Stunden täglich in sozialen Netzwerken verbringt, hat das Social Media Recruiting an Bedeutung gewonnen.

Chancen und Risiken

In sozialen Netzwerken können Unternehmen sich und ihre Werte präsentieren und zum Employer Branding beitragen. Regelmäßiges veröffentlichen von interessanten Inhalten bietet Nutzern einen Mehrwert. Bestenfalls interagieren Nutzer mit den Beiträgen und erhöhen die Bekanntheit des Unternehmens und die Reichweite von Stellenanzeigen. Soziale Netzwerke eignen sich hervorragend, um eine Verbindung zu potenziellen Bewerbern aufzubauen und um die Arbeit, Büros und Mitarbeiter vorzustellen. Dank der Profile und Aktivitäten von Nutzern kann die Zielgruppe einer Werbeanzeige genau bestimmt werden.

Social Media Recruiting birgt jedoch auch Risiken. Um den Datenschutz zu gewährleisten, dürfen keine vertraulichen Informationen veröffentlicht werden. Außerdem dürfen sich Unternehmen mit ihren Beiträgen nicht lächerlich machen, unprofessionell wirken oder Content ohne Mehrwert veröffentlichen. Qualität ist wichtiger als Quantität.

Soziale Netzwerke im Überblick

Jedes Netzwerk bietet eigene Möglichkeiten, um mit Nutzern in Kontakt zu treten, Stellenanzeigen zu bewerben und Mitarbeiter zu gewinnen.

 

Xing & LinkedIn

In Karrierenetzwerken können Nutzer ihren Lebenslauf einpflegen und es gibt einen Stellenmarkt. Die Mehrheit der 14 Millionen Nutzer in Deutschland ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, weshalb die meisten über mehrjährige Berufserfahrung verfügen. In beiden Netzwerken können Unternehmen über Profile Neuigkeiten veröffentlichen und kostenpflichtig Stellenanzeigen inserieren. Über Drittanbieter werden Stellenanzeigen ebenfalls gelistet, aber nicht im Unternehmensprofil. Beide Netzwerke eignen sich für Active Sourcing. Personaler können Nutzer gezielt ansprechen, da sie auf ihren Profilen ihre Berufserfahrung bereitstellen.

Facebook

Nutzer legen Profile an, verschicken Privatnachrichten und können Beiträge kommentieren, teilen oder mit einem „Gefällt Mir“ markieren. Von den 32 Millionen Nutzern in Deutschland sind 93 Prozent mobil unterwegs und die Mehrheit ist zwischen 25 und 34 Jahre alt. Mit dem persönlichen Account kann eine Unternehmensseite angelegt werden. Um Gefällt Mirs zu bekommen, müssen Unternehmen interessanten und regelmäßigen Content bieten. Neben Stellenanzeigen können lustige oder informative Beiträge geteilt werden. Über Facebook können sich Nutzer direkt auf inserierte Stellenangebote bewerben. Die Dienste sind kostenlos, aber durch Bezahlung kann die Reichweite von Beiträgen und Stellenanzeigen erhöht werden.

Instagram

Nutzer können Fotos, Videos oder Stories erstellen. Stories verschwinden nach 24 Stunden, wenn sie nicht gespeichert werden. Unternehmen erreichen vor allem Schüler, Azubis, Studierende und Young Professionals, da über 80 Prozent der wöchentlich aktiven Nutzer im Alter von 13 bis 34 Jahren sind. Die Reichweite von Beiträgen wird mit Hashtags erhöht, aber ihnen kann kein klickbarer Link hinzugefügt werden. Es gibt keinen Stellenmarkt. In den Stories können Mitarbeiter Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben, Fragen beantworten und passende Stellenanzeige verlinken. Durch einen passenden und glaubwürdigen Kooperationspartner, der beispielsweise Bewerbungstipps gibt, kann die Bekanntheit gesteigert werden.

Twitter

Icons soziale Netzwerke

Quelle: geralt / pixabay.com

Twitter ist für Kurznachrichten mit einer begrenzten Zeichenanzahl bekannt. Es können auch Bilder, Videos und Links mit Hashtags veröffentlicht werden. Twitter hat in Deutschland 12 Millionen Nutzer, wovon die meisten im Alter von 18 bis 44 Jahren sind. Twitter verfügt über keine eigene Stellenbörse. Unternehmen können in interessanten Tweets regelmäßig auf ihre eigene Karriereseite verweisen oder Stellenanzeigen mit Bildern bewerben.

Tik Tok & Youtube

Youtube ist eine Video-Plattform und eignet sich gut, um Tipps für das Vorstellungsgespräch, die Kleidung oder die Bewerbungsunterlagen bereitzustellen. Auf Tik Tok findet man kurze Videos mit Filtern und Effekten, Challenges und Lippensynchronisationen. Die 150 Millionen Nutzer weltweit sind hauptsächlich zwischen 14 und 24 Jahren alt. Um die jungen Nutzer zu erreichen, können Azubis Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben, Bewerbungstipps geben oder an zum Unternehmen passenden Challenges teilnehmen.

Pinterest

Auf Pinterest gibt es Anleitungen für Rezepte, Bastelideen oder Reisetipps. Meistens in Form eines Bildes und eines weiterführenden Links. Den circa 5 Millionen deutschen Nutzern können Personaler Bewerbungstipps geben sowie passende Outfits und Fragen für Vorstellungsgespräche präsentieren.

Whatsapp & Snapchat

WhatsApp ist ein Kurznachrichten-Dienst und über Snapchat können Stories hochgeladen oder Fotos verschickt werden, die nach dem Ansehen wieder verschwinden. Bereits in vergangenen Artikeln haben wir uns mit dem Recruiting über Snapchat und WhatsApp beschäftigt haben.

Fazit

Es muss nicht jedes Unternehmen in jedem Netzwerk vertreten sein. Unternehmen müssen sich vor Augen führen was sie erreichen wollen und wen. Stellenanzeigen können auf Xing, LinkedIn und Facebook inseriert werden. Um die Reichweite und Bekanntheit zu steigern, sollten Unternehmen in möglichst vielen Netzwerken aktiv sein. Für Einblicke in den Arbeitsalltag eignet sich die Story-Funktion von Instagram oder Snapchat besonders gut. Für einen ersten Kontakt, um Fragen zu klären ist WhatsApp eine gute Möglichkeit. Je nachdem wie die eigene Strategie aussieht und was zeitlich möglich ist, können wenige oder viele soziale Netzwerke gepflegt werden. Letztendlich bringt es aber nichts überall vertreten zu sein, wenn kein qualitativer Content geboten wird.

Über den Autor

Jasmin

Jasmin hat in Jena Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing studiert. Im Mai 2019 kam sie ins Team und kümmert sich mit um das Personalmarketing.